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Rügen Bergen: AWO erhält für Mehrgenerationen-Projekt kein zusätzliches Geld
Vorpommern Rügen Bergen: AWO erhält für Mehrgenerationen-Projekt kein zusätzliches Geld
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19:19 05.09.2019
Die AWO hat der Stadt den Mietvertrag für die Räume in der Störtebeker Straße 38 gekündigt. Quelle: Mathias Otto
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Bergen

„Herzlich willkommen“ steht in blauen und gelben Buchstaben neben der Eingangstür am Haus in der Störtebeker Straße 38. Daneben wurde eine Blume aufgemalt und über der Tür steht der Schriftzug „NBZ“, das Kürzel für das Nachbarschaftszentrum. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat der Stadt Bergen den Mietvertrag für diese Räume zum 31. Dezember gekündigt. Stadtvertreter haben nun versucht, das Projekt Mehrgenerationenhaus, dass sich in Trägerschaft der Awo befindet, ins nächste Jahr zu retten.

Der Trägerwechsel ist sehr schwierig, deshalb sollte diese Übergangslösung möglich sein“, sagte Antragstellerin Kristine Kasten (SPD). 10 000 Euro sollte die Stadt zur Verfügung stellen. Doch ein Großteil der Stadtvertreter stimmte auf der Sitzung am Mittwochabend gegen diesen Antrag.

Zum Hintergrund: Das Nachbarschaftszentum hatte sich 2016 mit einem Konzept für das Mehrgenerationenhaus mit mehreren Projekten beworben und dafür vom Bund einen Zuschuss in Höhe von 40 000 Euro bekommen – wenn sich die Stadt jährlich mit 10 000 Euro beteiligt.

Internationaler Bund ist neuer Träger

Kristine Kasten beschrieb ihren Antrag als Notlösung. „Es ist eine Schadensbegrenzung. Der Eigenanteil von 10 000 Euro dürfte es der Stadt wert sein, damit das Projekt Mehrgenerationenhaus für das Jahr 2020 erhalten bleibt“, sagte sie.

Sandra Köster von der CDU-Fraktion widersprach der Aussage der Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos), das Mehrgenerationenhaus sei nicht an einem Verein, sondern an einen Standort gebunden, damit das Projekt weiterlaufen kann. In einer E-Mail vom Bund werde diese Aussage verneint. „Die Stadt kann nicht einen anderen Träger ins laufende Bundesprogramm einbringen, der das Interessenbekundungsverfahren 2016 nicht durchlaufen hat“, verlas sie das Schreiben. „Für uns gehen Projekte in Höhe von 40 000 Euro verloren“, so Köster. Sie legte nach und berichtete, dass zusätzlich 15 000 Euro verloren gehen würden, sollte das Projekt Mehrgenerationenhaus wegfallen. Die Betreiber seien für ihre Arbeit ausgezeichnet worden und hätten für ein weiteres Projekt diese Fördersumme erhalten.

Die Bürgermeisterin verwies auf ein Schreiben vom Ministerium, in dem bestätigt werde, dass ein Trägerwechsel möglich ist. „Die Voraussetzung ist aber, dass der alte Träger dem neuen die Unterlagen übergibt und der die Konzepte fortsetzt“, sagte sie. Damit ist der Internationale Bund (IB) gemeint, der sich laut Ratzke für eine Fortsetzung des Projektes bereit erklärt hat. Verantwortliche des neuen Trägers hätten mehrfach versucht, Kontakt mit der Awo aufzunehmen, was bisher unbeantwortet blieb. In der kommenden Woche soll es ein Gespräch mit beiden Parteien im Rathaus geben.

Gespräch im Rathaus

„Es sind beides Träger, die der Gemeinnützigkeit unterliegen. Ich wüsste nicht, wieso man aufgrund von bestimmten Befindlichkeiten sich sperren sollte“, sagt Anja Ratzke und geht davon aus, dass bei diesem Gespräch eine Einigung erzielt werden kann.

„Warum sollte die Awo dies tun? Ich würde es nicht tun. Zudem hat der IB noch nicht über künftige Projekte informiert“, sagte Sandra Köster. Die Bürgermeisterin verwies auf das Mehrgenerationenhaus in Schwerin, das erfolgreich vom IB betrieben wird.

Carmen Kannengießer (Bergener Bündnis) kritisierte, dass die Awo in der Vergangenheit Rücklagen in Höhe von 45 000 Euro gebildet hatte. „Wenn Geld für Sozialarbeit gegeben wird, kann man nicht Geld irgendwo parken – und das auch noch für Bauleistungen“, sagte sie. Es sei mehrfach angesprochen worden, dass die Awo das Geld zurückzahlen müsste. „Darauf gibt es keine Reaktion. Und heute werden noch einmal 10 000 Euro gefordert.“ Der IB habe eine gute Reputation. „Es kann deshalb auch nicht gesagt werden, dass der IB die Aufgaben nicht durchführen könnte“, sagte sie.

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