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Rügen Beton statt Kopfsteinpflaster: Polkvitzer Damm wird saniert
Vorpommern Rügen Beton statt Kopfsteinpflaster: Polkvitzer Damm wird saniert
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08:45 08.08.2018
Druckprobe auf dem Polkvitzer Damm. Die Straße wird saniert und soll eine Betondecke bekommen. Quelle: Maik Trettin
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Sagard

Für Minuten scheint Polkvitz in einer Wolke verschwunden zu sein. Sobald ein Fahrzeug über die knochentrockene Schotterschicht rollt, wirbelt es jede Menge Staub auf. Früher fuhr hier kaum jemand lang. Der Polkvitzer Damm, der von Marlow in Richtung Neddesitz führt, war völlig zerfahren. Jetzt wird die jahrzehntealte Pflasterstraße betoniert.Eine halbe Million Euro lässt sich die Gemeinde Sagard die neue Piste in das winzige Dörfchen kosten. Der Großteil der Kosten wird aus dem Fördertopf ELER beglichen. Weil es den gibt, hat sich Sagard überhaupt dieses Damms angenommen. Der diente praktisch nur noch Landwirten als Zufahrt zu ihren Feldern. Alle anderen benutzten den Weg vorwiegend zu Fuß. Natürlich gäbe es wichtigere Straßen als diese, sagt Bürgermeister Sandro Wenzel und nennt als Beispiel die marode Ernst-Thälmann- oder die Schulstraße in Sagard. „Aber für die bekommen wir keine Förderung.“

41 neue Bäume und eine Feldgehölzhecke

Ursprünglich sollte eine Spurbahn wie die nach Martinshafen auch nach Polkvitz gebaut werden. Bei der Ausschreibung habe sich dann gezeigt, dass eine Betonfahrbahn günstiger herzustellen ist, sagt Bauamtsleiter Thomas Ulrich. Dass für den Straßenbau so viele Bäume weichen mussten, hängt nicht allein mit deren Zustand zusammen. „Zum Teil lagen auch die alten Drainagen unter den Bäumen.“ Neuanpflanzungen sollen wieder links und rechts der neuen Straße vorgenommen werden, jetzt allerdings auf dem bislang nahezu baumlosen Abschnitt zwischen Marlow und der ersten Kurve vor dem Ortseingang von Polkvitz. Dazu sollen 1500 Quadratmeter Feldgehölzhecke neu gepflanzt und 585 Quadratmeter Hecke so gepflegt werden, dass sie sich selbst verjüngen.Die 1300 Meter lange Straße wird von Marlow bis an die Kapstraße nach Neddesitz führen. Drei Meter breit soll sie sein. Für den zu erwartenden Verkehr werden Ausweichbuchten geschaffen.Die Tragschicht hat gestern die Druckprobe bestanden. Ab Donnerstag soll die Betondecke aufgebracht werden. Das wird in zwei Bauabschnitten geschehen, damit die Einwohner ihre Gehöfte weiterhin erreichen können. Der Beton muss dann eine gewisse Zeit aushärten, bevor er befahren werden kann. Zum Ende des Sommers, schätzt Thomas Ulrich, könnten die Fahrbahn und der daneben liegende Entwässerungsgraben dann saniert sein. Die Bäume und die Heckenpflanzen sollen bis spätestens Ende Dezember in den Boden kommen.

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Maik Trettin

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