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Rügen Binz: „Loev“ wird Suitenhotel
Vorpommern Rügen Binz: „Loev“ wird Suitenhotel
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08:12 28.03.2019
Die Primus Immobilien AG hat im letzten Jahr das Hotel „Loev“ in Binz übernommen. Quelle: Gerit Herold
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Binz

Im letzten Jahr hat die Primus Immobilien AG das Hotel „Loev“ in Binz vom Betrieb der Familie Kurowski übernommen. Sie will das traditionsreiche Haus in der Hauptstraße weiterführen, behutsam sanieren und um eine Wellness- und Spa-Landschaft mit Pool und Saunen erweitern. „Wir sind uns der Historie und der Bedeutung für Binz bewusst, deshalb haben wir auch den Namen und die Gastronomie behalten“, sagt Sebastian Fischer, der mit Franz-Josef Marxen und Klaus Prokop zum Vorstand der personengeführten AG gehört. Auch das Personal ist weiterhin an Bord. Wird sich künftig auch nach außen hin – mit Ausnahme des neuen Fassadenanstrichs – kaum etwas ändern, so spielen sich hinter der Fassade wesentliche Veränderungen ab. Der Glasverbindungsbau zwischen den beiden Gebäuden wird abgerissen und durch eine massive Betondecke mit großen Glasoberlichtern ersetzt. Der gesamte Bereich der Bar, des Verbindungsbaus, des Fitnessraums und eines Teils des bisherigen Verwaltungstraktes wird umgestaltet zu einer neuen großen Lobby. Stück für Stück werden die insgesamt 77 Zimmer ein neues Gesicht bekommen und im maritim-modernen Stil grunderneuert.

Es ist nicht der erste Umbau des Hotelkomplexes. Die ursprünglich 1890/91 gebauten Häuser „Zum goldenen Löwen“ und „Vineta“ waren in den 1990er Jahren abgerissen und durch Neubauten nach historischem Vorbild ersetzt worden.

Aus Theater wird Schwimmhalle

Das frühere kleine Theater „Löwenherz“ im Untergeschoss des Hauses mit 130 Plätzen, das fünf Jahre lang Kleinkunst auf hohem Niveau mit Musik, Varieté, Comedy und Kabarett anbot, gibt es nicht mehr. Die Räumlichkeiten, die auch schon Spielbank waren und davor seit DDR-Zeiten die legendäre Clubdisco „Löwe“, sind Baustelle. Hier entsteht ein Wellness- und Saunabereich mit einem 14,5 Meter langen und sieben Meter breiten Schwimmbad. „Es war keine leichte Entscheidung, die beliebte Bühne nicht zu behalten. Aber wir mussten abwägen und das Haus für die nächsten Jahre fit machen. Wenn wir Platz hätten, würden wir den Pool woanders bauen“, begründet Fischer. Von den 77 Zimmern seien bis Ostern die ersten 12 fertig. Die gesamte Umbauphase werde eineinhalb Jahre andauern bei laufendem Hotelbetrieb. „Wir operieren am offenen Herzen“, so Fischer.

So soll das neue Schwimmbad im Hotel „Loev“ einmal aussehen. Quelle: Primus Immobilien AG

Hotelsuite als Kapitalanlage

Zudem setzt die Primus, ein führender Berliner Projektentwickler für hochwertige Eigentumswohnungen und seit einigen Jahren auf Rügen, Usedom, auf dem Darß und in Boltenhagen im Ferienwohnungsmarkt aktiv, auf ein neues Betreiber-Modell: Private Käufer erwerben dabei die Hotelsuiten (162900 bis 509900 Euro) und vermieten sie an eine Hotelbetreibergesellschaft. In diesem Falle an die Vela Hotels AG, die ein Unternehmen der Primus ist. Das Hotel „Loev“ wird von der Vela Binz GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Vela Hotels, betrieben.

Konkret sieht das so aus: Ein Interessent erwirbt ein oder mehrere Hotelzimmer von der Primus und vermietet es beziehungsweise sie an Vela. Der Eigentümer erhält eine garantierte jährliche Mieteinnahme. Vela vermietet die Zimmer an Gäste und kümmert sich vor Ort um Service und Management. Der Suiten-Eigentümer kann sein Zimmer beispielsweise bis zu sechs Wochen im Jahr selbst nutzen und bekommt einen Rabatt von 30 Prozent auf den Übernachtungspreis. Er wird an den Gewinnen der Betreibergesellschaft beteiligt.

355 Wohnungen auf Rügen

Seit 1993 entwickelt, plant und baut die Primus mit heute insgesamt 60 Mitarbeitern Wohn-, Gewerbe- und Ferienimmobilien. „Unser aktuelles Projektentwicklungsvolumen beträgt rund eine Milliarde Euro“, so Sebastian Fischer. Von den zehn Vorhaben an der Ostseeküste sollen allein sechs auf Rügen realisiert werden, von den 900 geplanten Wohn-, Hotel- und Gewerbeeinheiten entstehen ca. 355 auf der Insel. „Rügen ist für uns neben Berlin ein wichtiger Markt“, so Fischer.

Ein nächstes Vorhaben ist ein Reetdachdorf in Klein Stresow am Bodden, wo auf dem Gelände eines ehemaligen DDR-Ferienlagers 18 Reetdachhäuser gebaut und fünf Bungalows im Bestand saniert werden mit insgesamt 36 Wohneinheiten. Zur Saison nächsten Jahres wird die Anlage, mit deren Bau begonnen wurde, voraussichtlich fertiggestellt sein. Die Vermarktung wird Ostern starten.

Reedachdorf in Klein Stresow

Ein weiteres Projekt ist die im Bau befindliche neue Villa „Rheingold“ an der Binzer Strandpromenade. Nach dem Abriss des alten Gebäudes entstehen hier acht luxuriöse Eigentumswohnungen mit Größen von 81 bis 141 Quadratmetern sowie eine Tiefgarage mit 10 Stellplätzen für Pkw und Fahrrädern. Der Kaufpreis für die Apartments mit drei Zimmern reicht von 950000 bis 2, 2 Millionen Euro.

Villa „Strandläufer“ und Villa „Düne“ heißen die beiden Feriendomizile, die das Berliner Unternehmen in Baabe auf dem Eckgrundstück Strandstraße 40/Ecke Dünenweg gegenüber dem Haus des Gastes gebaut hat. In dem Villenensemble mit 44 Eigentums- beziehungsweise Ferienwohnungen, einer Gewerbeeinheit, 30 Tiefgaragenstellplätzen und 14 Stellplätzen in der Außenanlage können voraussichtlich im Juni die ersten Gäste empfangen werden.

In Binz hat die Primus in den letzten Jahren auch die Villa „Sofie“ in der Proraer Straße 9 mit 15 Wohnungen und 15 Tiefgaragenstellplätzen sowie die Villa „Poseidon“ in der Lottumstraße mit zwei Gebäudekomplexen und 24 Eigentumswohnungen gebaut. In Baabe entstand zudem die Strandvilla „Andrea“ im Fritz-Reuter-Weg.

Ganzjähriger Hotelbetrieb geplant

Zwei große Projekte sind auch an attraktiven Standorten in Sellin und Göhren in Planung: das Kurhaus Sellin an der Seebrücke und die Ostseeresidenz am Nordstrand. Beide Häuser werden abgerissen und neugebaut. Am Selliner Hochufer entsteht eine Gästeherberge, die einen optischen Bogen zum neu entstanden Appartementhaus „First“ (ehemaliges Strandhotel) schlagen wird. In Göhren soll eine neue Suitenhotel-Anlage mit Restaurant, Wellness und Spa errichtet werden.

Gerit Herold

Auf einer Baustelle in Prora sowie in zwei weiteren Orten auf der Insel Rügen und in Hamburg war die Polizei am Mittwoch mit 92 Leuten wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens und der illegalen Beschäftigung im Einsatz. Elf Albaner wurde in Gewahrsam genommen.

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