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Rügen Garten-Idylle: Der Ex-Sparkassenchef und sein Leben in der Villa Haiderose
Vorpommern Rügen Garten-Idylle: Der Ex-Sparkassenchef und sein Leben in der Villa Haiderose
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08:00 14.09.2019
Rügens Ex-Sparkassenchef Herbert Ostermoor und Ehefrau Charlotte haben vor 25 Jahren die Villa Haiderose gekauft. Sie wohnen dort selbst und vermieten ihre neun Ferienwohnungen – inzwischen an viele Stammgäste. Quelle: Alexander Loew
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Binz

Ein bisschen erinnert das an einen Rosamunde-Pilcher-Film, so heimelig und romantisch ist die Szenerie: Herbert und Charlotte Ostermoor sitzen im Garten vor ihrer Villa Haiderose in Binz auf Rügen. Auf dem Tisch liegt die hübsche Rosentischdecke. Der Kaffee dampft in den Tassen, dazu gibt es Plätzchen und geschnittene Pfirsiche. Die Geranien sind gerade gegossen, die kleinen Buchsbäume in Form gebracht.

Vor dem Zaun bleibt ein Reiseführer mit seiner Gruppe auf der Promenade stehen. „Und hier sitzen die Eigentümer persönlich“, sagt er, bevor der Mann mit Fakten zur Geschichte des mehr als 100 Jahre alten Hauses aufwartet.

„Kannten Haus schon aus DDR-Zeiten“

„Das erleben wir öfter“, sagt Herbert Ostermoor. Vor 25 Jahren kaufte er mit seiner Frau die Bäderstilvilla, da war er schon einige Jahre Sparkassen-Vorstand auf Rügen. Das Ehepaar hatte sich kurz vor der Wende eigentlich schon ein Haus in seiner alten Heimat Ostfriesland in einem Hafenort direkt am Wasser ausgesucht.

Doch dann kam die Aufgabe in der Sparkasse Rügen und damit alles anders. „Wir kannten Rügen, Stralsund und Fischland-Darß schon aus Zeiten vor der Wende, weil wir Verwandtschaft in Vorpommern hatten und deshalb oft zu DDR-Zeiten hier waren“, erzählt Charlotte Ostermoor. Als Neu-Rügener nutzten sie und ihr Mann dann die Chance, das Haus mit den lichtdurchfluteten Erkern zu kaufen: „Es hat uns sehr gefallen, es ist kompakt, klein und süß.“

Die Villa Haiderose aus der Luft: Neun Ferienwohnungen sind hier entstanden. Die Eigentümer wohnen selbst ganz oben. Quelle: Stefan Sauer

Vor Sanierung mussten für Mieter andere Wohnungen gefunden werden

Der Anfang war allerdings nicht so romantisch wie die heutige Stimmung in der „Haiderose“. Ostermoors erwarben das Haus für fast eine Million Mark von dem in Binz bekannten Zwischenhändler Kurt Dreher, der den Alteigentümern die Rückübertragungsansprüche abgekauft hatte. Dann hieß es viele Monate warten, bis sie für alle alten Mieter, die in der Villa lebten, eine neue Bleibe gefunden hatten.

Als das Gebäude leer war, begann die Sanierung. Und zwar im Haus „mit dem schlechtesten Zustand an der ganzen Promenade“, wie der damalige Bauamtschef und spätere Binzer Bürgermeister Horst Schaumann seinerzeit einschätzte. Der Sparkassen-Chef und seine Frau ließen sich aber nicht entmutigen: „Wir haben noch mal eine siebenstellige D-Mark-Summe in den Umbau gesteckt und uns Zeit genommen, weil wir viel im Inneren des Hauses erhalten wollten“, erinnert sich Herbert Ostermoor.

Stammgäste bereits seit dem Kindesalter

Mit dem Ergebnis sind er und seine Frau heute sehr zufrieden: Neun Ferienwohnungen sind entstanden. Viele werden immer wieder von Stammgästen besucht: „Manche haben wir schon als Kind mit Schaufel zum Strand gehen sehen, heute kommen sie mit ihrer eigenen Familie“, sagt der Eigentümer.

Als besondere Lebensqualität empfinden die Ostermoors, dass sie die oberste Wohnung in der „Haiderose“ selbst bewohnen können. Wenn es warm ist, schlafen sie auf dem Balkon unter freiem Himmel und hören das Meer rauschen.

Fast täglich Kaufangebote

Daran soll sich auch nichts ändern. Ihre Villa ist heute zwar bedeutend mehr wert als vor 25 Jahren. An Verkauf ihrer Wohnung denken sie aber nicht. „Obwohl wir fast täglich Angebote bekommen“, berichtet Herbert Ostermoor.

Das Paar kann sich zwar vorstellen, den Betrieb der neun Ferienwohnungen bald in andere Hände zu geben – noch machen sie alles selbst. Von der Promenade wegzuziehen, kommt für die beiden aber nicht in Frage. „Die Binzer Bucht ist etwas ganz Besonderes, sie hat schon fast mediterranes Flair“, sagt Charlotte Ostermoor. Da stören auch keine Reisegruppen vor dem Gartenzaun: „Wir lieben die Lebendigkeit hier“, versichert die Hausherrin.

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