Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Teurer als Sylt: Binz diskutiert über 3,90 Euro Kurtaxe
Vorpommern Rügen Teurer als Sylt: Binz diskutiert über 3,90 Euro Kurtaxe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
In den Kaiserbädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin auf Usedom dürfen Gäste für ihre Kurtaxe umsonst auf der ganzen Insel Bus und Bahn fahren. Quelle: Cornelia Meerkatz
Anzeige
Rostock

Wie viel Kurtaxe sollten Urlaubsgäste an der Ostsee bezahlen? Und was dürfen sie dafür erwarten? In vielen See- und Heilbädern in Mecklenburg-Vorpommern sorgt diese Thema zurzeit für Diskussionen. In Binz auf Rügen gibt es Überlegungen, die Abgabe auf 3,90 Euro zu erhöhen – als Gästekarte mit zusätzlichen Leistungen wie ermäßigte Eintrittspreise etwa für ausgewählte Hotelschwimmbäder und Sommervarieté. Das wäre bundesweit ein Spitzenwert. Sogar auf Sylt zahlen Urlauber mit 3,30 Euro, etwa in Kampen, weniger. Lediglich Tagesgäste werden dort mit vier Euro in Haupt- und Nebensaison noch mehr abkassiert.

Binzer Hoteliers reagieren empört. „Alle haben mit dem Kopf geschüttelt, als das bekannt wurde“, sagt Birte Löhr, Generaldirektorin vier großer Hotels im Ostseebad. Erst vor einem Jahr hat Binz die Gästeabgabe auf ganzjährig erhöht, auf 2,85 Euro. „Mit viel Charme“, hätten ihre Mitarbeiter dies den nicht immer verständnisvollen Gästen erklären können, sagt Birte Löhr. Noch eine Preisrunde sei zu viel, die Extraleistungen erklärungsbedürftig. „Die Gästekarte ist für dieses Jahr erst einmal vom Tisch“, erklärt Bürgermeister Karsten Schneider. 2019 werde es aber weitere Gespräche geben. Er plädiert für Gästekarten, die viele Leistungen im Urlaubsort abdecken. „Dann braucht man nicht ständig das Portemonnaie heraus zu holen.“

Akzeptanz für Kurabgabe ist bei Gästen gering

„Das Interesse an dem Thema ist überall sehr groß“, sagt Marianne Düsterhöft, Geschäftsführerin des Bäderverbands Mecklenburg-Vorpommern. Bei den Gästen sei die zweckgebundene Zwangsabgabe, mit der anerkannte Erholungsorte an Einnahmen zur Finanzierung von Parks, Promenaden, Strände und Rettungsschwimmern kommen, naturgemäß nicht sonderlich beliebt. Besonders innovativ sei zurzeit das niedersächsische Bad Pyrmont, dass eine Fondslösung ersonnen hat. Es gibt einen Topf für touristische Infrastruktur, in den auch Unternehmen einzahlen, die an den Gästen verdienen. Die Akzeptanz bei den Urlaubern lässt sich laut Bäderverband steigern, wenn die Gästekarte als Ticket für den Öffentlichen Nahverkehr gilt. „Wir müssen die Gäste von der Straße kriegen“, sagt Düsterhöft angesichts des Dauerstaus in Haupt- und Nebensaison in den meisten Tourismusgebieten des Landes.

Auf Usedom gibt es Nahverkehrsticket für die gesamte Insel

In Zingst, derzeit 2,80 Kurtaxe in der Saison, steht die Anpassung erst in zwei bis drei Jahren an, sagt Bürgermeister Andreas Kuhn (CDU). Die Usedomer Kaiserbäder erhöhen ihre Kurtaxe im März um 40 Cent. Die „KaiserbäderCard“ kostet dann 2,90 Euro in der Haupt- und 1,65 Euro in der Nebensaison – wird dafür aber gleichzeitig zum Nahverkehrsticket für die gesamte Insel. Ein vom Land geförderter Test von August bis Oktober „lief wahnsinnig gut“, sagt Kurdirektor Thomas Heilmann. 133 000 Fahrgäste nutzen Busse und Bahnen mit der Karte, 65 000 Autofahrten wurden ersetzt. Die Straßen seien leerer geworden, sagt Heilmann. Die Usedomer Bäderbetriebe schaffen bald vier neue Busse an, um abgelegenere Orte besser anzubinden, ab 2021 sollen Elektrobusse dazukommen. Auch auf Rügen bieten mehrere Gemeinden bereits den kostenlosen Nahverkehr mit der Kurtaxe an, darunter Binz, Baabe und Sellin. „Die Busse sind voll“, sagt Binz’ Bürgermeister Schneider.

Von Gerald Kleine Wördemann

In Binz auf Rügen gibt es Streit um eine geplante Gästekarte. Mit ihr würde die Kurtaxe auf 3,90 Euro steigen. Das ist zu viel. Vor allem, weil nicht richtig klar wird, was der Gast dafür zusätzlich bekommt, kommentiert OZ-Redakteur Gerald Kleine Wördemann.

Eine Familie vergab ihr Pferd von Rügen nach Greifswald. Als sie es besuchen wollte, war der Betrieb aufgelöst. Die ehemalige Pächterin verweigert die Auskunft über den Verbleib des Tieres

22.11.2018

Blutspenden retten bekanntlich Leben. Das Rote Kreuz würdigte daher nun besonders treue Blutspender.

22.11.2018