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Rügen Binzer Hotel wegen AfD-Veranstaltung im Fokus der Kritiker
Vorpommern Rügen Binzer Hotel wegen AfD-Veranstaltung im Fokus der Kritiker
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11:13 30.10.2019
Die AfD-Politiker Andreas Kalbitz (l.) und Björn Höcke sind beim Binzer Flügelfest als Redner geplant. Sie sind selbst in den Reihen ihrer eigenen Partei nicht unumstritten. Quelle: dpa
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Binz

Das für den 23. November im Binzer Arkona Strandhotel geplante erste AfD-Flügelfest von Mecklenburg-Vorpommern, das „Königsstuhltreffen 2019“, sorgt bereits für reichlich Unruhe. Besonders in den sozialen Medien wird dazu aufgerufen, der Veranstaltung auf Rügen etwas entgegenzusetzen.

Dabei steht vor allem der Auftritt des AfD-Landesvorsitzenden von Thüringen, Björn Höcke, in der Kritik, gilt er doch als Rechtsaußen. Darüber hinaus läuft „Der Flügel“ beim Verfassungsschutz unter der Kategorie Verdachtsfall und ist auch innerhalb der Alternative für Deutschland nicht unumstritten.

Alternative Liste plant „Ausflug“

Auf den Internetseiten von „Endstation rechts“ und „Blick nach rechts“ wird das Binzer Treffen angekündigt und es werden Hintergründe zum Flügel und den teilnehmenden AfD-Politikern beleuchtet. Die Alternative Liste Vorpommern-Greifswald schließt auf ihrer Internetseite aus dem Ort des Treffens, dass der AfD-Landesverband MV nicht mehr als gemäßigt bezeichnet werden könne.

„Wir glauben, ein Ausflug nach Rügen ist mal wieder angesagt, soll ja schön sein dort“, heißt es in der Meldung auf dem Portal. „Es geht das ganze Land etwas an, wenn sich radikalisierte Menschenfeinde hier versammeln.“

Umstrittene Politiker

Organisiert wird das Flügel-Treffen von den AfD-Landtagsabgeordneten Enrico Komning und Prof. Dr. Ralph Weber. Beide sind die sogenannten Flügel-Obmänner für MV. Laut Tagesordnung werden sie auf dem „Flügelfest“ Grußworte sprechen.

Moderiert wird die Veranstaltung von der Schweriner AfD-Politikerin Petra Federau, Sprecherin ihres Kreisverbandes und Mitglied im Schweriner Stadtrat. Federau war im Zusammenhang mit einem Escort-Service AfD-intern in die Kritik geraten und von der Liste zur Landtagswahl gestrichen worden. Als Redner sind der Brandenburger AfD-Landesvorsitzende Andreas Kalbitz und Björn Höcke vorgesehen.

Presse ist zugelassen

Ralph Weber erklärt gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG, dass es sich beim Flügelfest „um keine Veranstaltung des AfD-Kreis- oder Landesverbandes handelt“. Sie werde nicht von der Partei finanziert oder getragen. „Der Flügel ist weder als Verein oder Ähnliches tätig“, sagt Weber. „Es handelt sich um einen lockeren Zusammenschluss von AfD-Mitgliedern mit einer gleichen Zielbindung.“ Einlass erhielten lediglich sogenannte Flügelleute und deren Begleitpersonen. Allerdings stellt Weber klar, dass die Presse zugelassen sei.

Dass ausgerechnet Binz als Tagungsort des Flügels ausgewählt wurde, begründet der Sprecher des Kreisverbandes Vorpommern-Rügen, René Kruschewski, mit einer Umgebung, „die nationale Traditionen aufweist und von nationalen Persönlichkeiten geprägt wurde“. In diesem Zusammenhang nennt er den Maler Caspar David Friedrich und den Schriftsteller und Historiker Ernst Moritz Arndt.

Froh über späte Buchung

Bei der öffentlichen Kritik an dem Flügel-Treffen steht das Arkona-Strandhotel mit Generaldirektorin Birte Löhr im Fokus der AfD-Gegner. So heißt es bei der Alternativen Liste VG: „Dass sich ein angesehenes Hotel wie das Strandhotel nicht zu schade ist, diesen Hetzern eine Heimstatt zu bieten, verblüfft auf den ersten Blick. Beim zweiten Blick wird deutlich, dass die Direktorin des Hotels anscheinend eine gewisse Nähe zur AfD und dessen Rechtsaußenflügel verspürt, tritt sie doch mit einem Grußwort in Erscheinung.“

Birte Löhr, Generaldirektorin der Hutter-Gruppe Rügen Quelle: privat

Dieser Einordnung tritt Löhr vehement entgegen. „Als Direktorin werde ich die Gäste meines Hauses begrüßen“, sagt sie. „Das ist kein Grußwort zur Veranstaltung. Ich bin politisch neutral und habe keine Nähe zur AfD.“ Wenn sich bei ihr Ende November jemand für eine Veranstaltung einmiete und dabei obendrein zahlreiche Zimmer belege, werde sie als Geschäftsfrau immer zustimmen. „Die AfD ist demokratisch gewählt“, sagt Birte Löhr. „Und in Thüringen war es sogar ein Viertel aller Wähler.“ Sie würde sich freuen, buchten auch mal linke Parteien oder Gruppen in ihrem Haus Veranstaltungsräume. „Ich würde auch den SPD-Politiker Kevin Kühnert als Direktorin begrüßen. Und dann kann er auf seiner Veranstaltung gern seine Kapitalismuskritik äußern.“

Vertrauen in die Polizei

Möglichen Gegendemonstrationen sieht Birte Löhr unaufgeregt entgegen, wie sie versichert. „Wer eine Mahnwache halten möchte, kann das gerne tun“, sagt sie. Aber wir haben ja beim G-20-Gipfel in Hamburg gesehen, was linke Kräfte anrichten können. Solche Gewalttäter können ruhig wegbleiben. Sollten sie aber kommen, fühle ich mich und mein Haus von der Polizei gut geschützt.“

Von Jens-Uwe Berndt

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