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Rügen Brandstiftung? Wieker Keller in Flammen
Vorpommern Rügen Brandstiftung? Wieker Keller in Flammen
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00:00 08.03.2017
Mehr als 40 Feuerwehrleute aus der Region halfen mit, das Feuer in der Straße der DSF zu löschen. Quelle: Foto: Susan Ebel
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Wiek

Die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Wiek sind nur knapp einer Katastrophe entgangen. Im Keller des Hauses brach am Montagabend ein Feuer aus, die Flammen schlugen hoch aus den Kellerfenstern und drohten sich auf das gesamte Haus auszubreiten. Durch den gemeinsamen Einsatz der Feuerwehren Sassnitz, Sagard, Altenkirchen, Breege und Wiek konnte das Feuer gelöscht werden. Alle Mieter konnten das Haus unverletzt verlassen und bei Bekannten und Verwandten unterkommen, der Schaden wird auf rund 50000 Euro geschätzt.

Am Tag danach wird das ganze Ausmaß des Brandes deutlich. Es riecht beißend nach verbranntem Plastik, zerborstene Kellerfenster und verkohlte Wände künden vom Wüten der Flammen. Besonders schlimm hat es Nadine Mittelviefhaus und Lars Breese getroffen, die mit ihren beiden kleinen Kindern in einer Wohnung im Erdgeschoss leben. In ihrem Keller soll der Brand nach Angaben der Feuerwehr ausgebrochen sein. „Ich habe um 19.30 Uhr noch eine Freundin zur Tür gebracht, da hat es im Hausflur noch nicht gerochen“, erzählt Nadine Mittelviefhaus. „Als Lars um 20 Uhr nochmal kurz vor die Tür gehen wollte, war schon alles voller Qualm.“ Sie habe sich sofort die beiden Kinder geschnappt, sie angezogen und sei rausgelaufen. „Der Teppichboden hat sich richtig warm angefühlt“, erinnert sie sich schaudernd. Rund zehn Minuten später seien die ersten Feuerwehren eingetroffen. Insgesamt 45 Kameraden waren vor Ort, um den Brand zu löschen.

Wie es zu dem Brand kommen konnte, ist den Mietern völlig unklar. „Wir haben nichts ungewöhnliches im Keller gelagert, ein Bobby Car, einen Schlitten, Teppich- und PVC-Reste“, erzählt Nadine Mittelviefhaus. Das Paar plagt ein schlimmer Verdacht: Brandstifter könnten sich an dem Keller zu schaffen gemacht haben. „Unser Keller war immer unabgeschlossen“, sagt Lars Breese. „Der Schlüssel steckte oder lag oben auf der Tür.“ Als der Brand entdeckt wurde, sei die Tür aber verschlossen gewesen und der Schlüssel auf mysteriöse Weise verschwunden.

„Das ist kein gutes Gefühl“, sagt die Mutter eines dreijährigen Sohnes und eines drei Monate alten Babys. „Wer weiß, ob uns da jemand Böses will. Dabei haben wir gar keine Feinde. Eher im Gegenteil!“

Die Kinder haben den Schock zum Glück ziemlich gut verkraftet. „Mein Großer ist Feuerwehr-Fan und fand das natürlich unheimlich aufregend“, so Nadine Mittelviefhaus. „Der Kleine hat vom Brand nicht allzu viel mitbekommen und ist gerade bei seiner Oma untergebracht.“

Am Tag nach dem Brand versuchen die Mieter so gut es geht, etwas Normalität zurückzubringen. Waldemar Behn versucht mithilfe eines Apfelpflückers ein Stromkabel vom Garten durch ein Fenster in seine Wohnung zu legen. „In meiner Wohnung im ersten Stock sind zum Glück nicht viele Schäden aufgetreten, es riecht nur etwas angesengt“, sagt der 61-Jährige. „Aber dass der Strom weg ist, ist ein echtes Problem.“Auch die Heizung ist ausgefallen, deshalb seien die Wohnungen derzeit nicht bewohnbar. „Die Waschmaschine lief auch noch, als das Feuer ausbrach“, sagt Nadine Mittelviefhaus. „Es wäre schon schön, wenn man die zumindest leerpumpen könnte.“

Das Gebäude ist in Besitz der Altenkirchener Wohnungsgesellschaft. Deren Geschäftsführerin Petra Harder, die zugleich auch Bürgermeisterin des Ortes Wiek ist, sicherte schnelle Hilfe zu. „Die Elektriker sind bereits vor Ort und arbeiten an einer provisorischen Lösung“, sagte sie auf OZ-Anfrage. „Bei drei der sechs Mietparteien sind Strom und Heizung bereits wieder in Betrieb.“ Bevor eine vollständige Reparatur erfolgt, müsse aber erst der Gutachter der Versicherung mit seinen Untersuchungen fertig sein. „Dazu kommt, dass die Stromkästen der Versorger Eon edis verschmort sind, mit den Anbietern müssen wir also auch noch sprechen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir diese Woche noch einen Weg finden.“

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung aufgenommen, auch ein Brandursachenermittler war vor Ort.

Anne Ziebarth

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