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Rügen Insulaner warten länger auf das schnelle Internet
Vorpommern Rügen

Breitband für die Insel

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14:38 17.01.2020
Mit Spezialmaschinen schießen die Tiefbauunternehmen Rohre und Kabel für Rügens Breitbandanschlüsse durch Straßen, Ackerrain oder auch mal die Bahngleise. Quelle: Zwar
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Bergen

Internet macht vieles möglich und scheint heutzutage in manchen Situationen unverzichtbar. Doch noch immer warten etliche Rügener Haushalte auf ihren Anschluss. Der auf der Insel für den Breitbandausbau verantwortliche Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (Zwar) hat Verständnis für das Drängen der Bürger und erklärt, dass der ursprünglich gesetzte Zeitrahmen längst überschritten wurde, aber weiterhin mit Hochdruck an der Realisierung des Zieles gearbeitet werde.

60 Millionen Euro für Rügens Breitbandanschluss

„Es gibt teilweise 30 parallel laufende Baustellen auf der Insel. Über 100 Mitarbeiter der mit den Arbeiten beauftragten Unternehmen sind hier im Einsatz. Fünf Kollegen des Zwar betreuen die Prozesse“, sagt Mandy Gutt vom Zwar. Fast alle ortsansässigen Tiefbaufirmen sind in den Breitbandausbau Rügens involviert und haben sich wiederum Unterstützung durch weitere Unternehmen geholt.

Dass die Kapazitäten der Unternehmen an ihre Grenzen kommen, ist trotz EU-weiter Ausschreibungen der Leistungen zu spüren. „Es gibt kein Bundesland, das nicht mit Breitbandausbau beschäftigt ist“, sagt Mandy Gutt. „Wir sind froh, dass wir überhaupt Bieter gefunden haben“, ergänzt Uwe Repenning, Abteilungsleiter Baudurchführung beim Zwar. Eine Gesamtinvestition von 60 Millionen Euro fließt in die sechs für Rügen gestarteten Projekte. „Da haben wir eine hundertprozentige Förderung von Bund und Land, die aber auch eine hohe Bürokratie mit sich bringt“, erklärt der stellvertretende Zwar-Geschäftsführer Reinhard Litty.

Inselausbau nimmt mehr Zeit in Anspruch

Denn dass es auf Rügen langsamer vorangeht, als auf dem Festland, hat vielfältige Gründe. Zum einen greift auf der Insel die Ferienreiseregelung. Vom Ministerium ist darin vorgeschrieben, welche Straßen in der Haupturlaubszeit nicht gesperrt oder überhaupt nicht bebaut werden dürfen. So bleiben einige Trassen monatelang unantastbar. „Aber auch im Gebiet des Nationalparks, Biosphärenreservats oder in den Alleen gibt es hohe Auflagen, die wir auch einhalten. Das zieht aber auch einen erhöhten Zeit- und auch Arbeitsaufwand nach sich“, erklärt Uwe Repenning.

Auch wenn die Kabeltrassen Bahngleise queren sollen, sind besondere Maßnahmen notwendig. „Bis zu einem Jahr kann es dann dauern, bis dafür eine Genehmigung vorliegt. Ingenieurbüros, die mit den Anforderungen der Deutschen Bahn spezialisiert sind, beschäftigen sich dann nur mit solchen Aufträgen. Diese Arbeiten liegen aus Sicherheitsgründen unter genauer Beobachtung“, erklärt Mandy Gutt.

Innerorts und außerorts müssen außerdem die Belange der jeweiligen Grundstückseigentümer berücksichtigt werden. „Die Leute sind sehr zugänglich, aber auch das kostet eben Zeit. Der Aufwand ist immens“, so Uwe Repenning. Denn sind alle Rohre und Leitungen verlegt, erscheint es oft verwunderlich, dass die Hausanschlüsse in den Ortslagen noch so lange auf sich warten lassen. „Da sind dann die Hauseigentümer gefragt, da noch Abstimmungen fehlen“, so Gutt. Begonnen wird mit den Anschlüssen einer Straße erst, wenn alle Verträge geschlossen sind.

Gesamtfertigstellung für 2025 geplant

„Es war nicht abzuschätzen, welchen Aufwand einzelne Verfahrensschritte mit sich bringen, als 2015 für den Breitbandausbau das Ziel Dezember 2018 gesetzt wurde“, so Gutt. „Aber dass bei dem Endverbraucher eine Ungeduld spürbar ist, ist einerseits auch angenehm, da es zeigt, dass das Interesse und der Bedarf hoch sind. Natürlich könnte es für die Kunden schneller gehen“

„Es gibt eben viele Dinge, die von der Bevölkerung nicht gesehen werden“, sagt Reinhard Litty. 2017 wurde in den ersten Gemeinden des ersten Förderaufrufes mit den Baumaßnahmen begonnen. „Seitdem wurden 232 Kilometer Tiefbau realisiert, 319 Kilometer Leerrohr verlegt und 238 Kilometer Glasfaser eingeblasen“, berichtet Mandy Gutt. Für den sechsten Förderaufruf, der im September 2018 erfolgte, laufen derzeit noch die Ausschreibungen. Sind die Maßnahmen vergeben, können die endgültigen Förderbescheide beantragt werden und der Baustart erfolgen. Nach jetzigem Stand wird für 2025 mit der Gesamtfertigstellung gerechnet.

Von Wenke Büssow-Krämer

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