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Rügen Spatenstich für fixes Internet in Rügens Süden der Insel
Vorpommern Rügen Spatenstich für fixes Internet in Rügens Süden der Insel
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08:33 20.12.2018
Gruppenbild mit Dame: Zum symbolischen Spatenstich für den weiteren Breitbandausbau trafen sich Eckhard Riege, Referatsleiter im Infrastrukturministerium, Verbandsvorsitzender Hans Lange, Landrat Stefan Kerth, Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke, Geschäftsführer Axel Rödiger, Marc Walther von der AteneKom, die die Breitbandförderung des Bundes vergibt und Peter Geißler, Bürgermeister von Gustow (v. li.). Quelle: Uwe Driest
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Poseritz

Für Christian Pegel (SPD) wäre es der fünfte 1. Spatenstich gewesen. Der Minister für Infrastruktur entschied sich daher für die dienstags stattfindende Kabinettssitzung und sagte seine Teilnahme an der Feierlichkeit im Poseritzer Gemeindehaus ab. Dafür nahm Parteifreund und Landrat Stefan Kerth das Gartengerät zur Hand, das er anschließend seiner Referentin als Souvenir übergab. Zuvor hatte der Poseritzer Bürgermeister Hans Lange den Start für das 5. Projektgebiet zum Breitbandausbau auf der Insel Rügen bekannt geben. „Somit steht auch dem Süden der Insel Rügen in absehbarer Zeit eine schnelle Glasfaseranbindung zur Verfügung und die Lücke der unterversorgten Gebiete wird weiter geschlossen“, freute sich Lange. „Im Wahlkampf vor fünf Jahren haben wir gesagt, wir wollen uns für schnelles Internet einsetzen. Damals haben wir die Komplexität des Themas noch deutlich unterschätzt“, so der heutige Vorsitzende des Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (Zwar). Vor zwei Jahren hatten die Vorplanungen für das Projekt begonnen. In den folgenden Monaten wurden Fördermittelanträge bei Bund und Land eingereicht, vorläufige Bescheide entgegengenommen sowie Leistungen für Planung, Betrieb und Bau ausgeschrieben. Im September und Oktober dieses Jahres trafen dann die endgültigen Fördermittelbescheide in Höhe von 8,7 Millionen Euro auf der Insel ein. Erst jetzt sei man daher soweit, mit dem Bau zu beginnen und bis Ende 2020 die fünf Orte Gustow, Poseritz, Zirkow, Lancken-Granitz sowie weitere Ortsteile von Putbus zu erschließen. Für das Netzwerksegment, in dem 1120 Anschlussleitungen hergestellt werden, müssen 200 Kilometer Leerrohre und 390 Kilometer Glasfaserkabel verlegt sowie 71 sogenannte Kabelverzweigerschränke und fünf Hauptverteiler gebaut werden, zählt Mandy Gutt vom Zwar auf.

Für Kerth, der zuvor eine Sprechstunde in Rotensee abgehalten hatte, war es der erste offizielle Besuch als Landrat auf der Insel. Er gratulierte der Gemeinde Poseritz zu dem „tollen Gemeindezentrum“ und den Insulanern zu ihrem Zweckverband, „der sich sehr früh weitreichende und innovative Gedanken gemacht hat“. Das unterstrich auch Eckhard Riege Referatsleiter im Infrastrukturministerium. „Der Zwar war uns immer ein wenig voraus.“ Anders als im Festlandteil des Landkreises beschreitet Rügen einen Sonderweg, insofern das Kabelnetz beim sogenannten „Betreibermodell“ im Eigentum des kommunalen Zweckverbands verbleibt. Kerth: „Auf Rügen werden gerade die Straßen geschaffen, auf denen in Zukunft gefahren werden kann.“ Sein Lob weitete der Landrat auf die Landesregierung aus: „Das Land war extrem ausgeschlafen und hat viel abgeräumt, als der Bund seinen ersten Aufruf startete.“ Gemäß den Empfehlungen der Enquete-Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse wolle das Land auch „die Milchkannen an 56 bislang unversorgten Ortslagen an das schnelle Breitband anschließen“, versprach Eckhard Riege. Zum symbolischen Spatenstich reihten sich neben Kerth und Riege auch die Bürgermeister Hans Lange (Poseritz), Anja Ratzke (Bergen) und Peter Geißler (Gustow) sowie Zwar-Geschäftsführer Axel Rödiger und Marc Walther von der Firma AteneKom, die die Breitbandförderung des Bundes vergibt, auf.

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Im Anschluss überreichte Riege zudem noch einen aus dem „Sonderaufruf Gewerbegebiete und Stadthäfen“ stammenden Förderbescheid für den Stadthafen in Sassnitz. Von der Investition in Höhe von 800 000 Euro übernehmen 50 Prozent der Bund und 40 Prozent das Land. Am gestrigen Mittwoch traf dann zudem noch der vorläufige Zuwendungsbescheid des Bundes über 11,2 Millionen Euro für die Bereiche Gingst, Dreschvitz, Parchtitz, Samtens, Rambin und Altefähr beim Zwar ein. Nun können auch für diese Region die Ausschreibungen für Planung, Betrieb und Bau erfolgen. Baubeginn wird dort frühestens 2020 sein.

Uwe Driest

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