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Rügen Bürgerinitiative gegen Hotelpläne am Nordstrand von Göhren
Vorpommern Rügen Bürgerinitiative gegen Hotelpläne am Nordstrand von Göhren
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07:44 13.06.2019
Ansicht laut Entwurf von Seeseite aus für das neue Vita-Hotel am Nordstrand von Göhren. Quelle: Architektubüro Bauer
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Göhren

Die „Ostseeresidenz“ am Nordstrand von Göhren wird abgerissen. Dafür soll ein paar Meter weiter von der Promenade weg nach hinten gerückt ein neues Suiten-Hotel mit 50 bis 60 Appartements, Restaurant und Meeresschwimmhalle errichtet werden. Das Luxushotel besteht aus zwei Gebäudeteilen, die jeweils drei- und viergeschossig sind zuzüglich ausgebautes Dachgeschoss. Die beiden Häuser sind im Erdgeschoss miteinander verbunden. Die Primus Immobilien AG aus Berlin will das Vital-Hotel bauen und ganzjährig betreiben. Das Unternehmen hatte die „Ostseeresidenz“ mit 18 Appartements, Restaurant und Geschäften von Wilfried Horst (Akzent Waldhotel Göhren GmbH) erworben.

Für das Vorhaben muss der entsprechende Bebauungsplan Nr. 5 „Nordstrand“ geändert werden, da sich die bisherigen Festsetzungen am Bestand orientieren und ein Neubebauung ausgeschlossen ist. Mit dem Abriss der in die Jahre gekommenen „Ostseeresidenz“ und der Errichtung der neuen Nobelherberge soll das ganze Aral künftig mehr an kurortlichem Charakter gewinnen, heißt es in der Begründung: Beherbergungsbetrieb mit Meerwasser-Anwendungen und Wellnessbereich statt der bisherigen Ferienwohnungen und Läden.

Der Kurpark mit Kurplatz und Kneipp-Garten, der bisher durch die vorhandene Bebauung auseinandergerissen sei, soll aufgewertet werden und eine Einheit bilden. Zudem werde die Verkehrssituation verbessert, weil auf die Stellplätze verzichtet werden und stattdessen das neue Parkhaus am Kleinbahnhof genutzt werden soll. Vor dem Hotel sollen die Gäste lediglich mit dem Auto halten und aussteigen können.

Vor einem Jahr hatte der Gemeinderat für das Projekt grünes Licht gegeben und damit Kritiker auf den Plan gerufen. Sie erinnerten daran, dass sich die Gemeindeväter einmal dafür ausgesprochen hatten, dass am Nordstrand keine Bettenburgen entstehen sollen. Im April hatte die Gemeindevertretung den Aufstell- und Auslegungsbeschluss für die 4. vereinfachte Änderung des B-Planes Nr. 5 „Nordstrand“ gefasst. Der Entwurf liegt noch bis zum 21. Juni im Amt Mönchgut-Granitz in Baabe öffentlich aus. Anregungen und Bedenken dazu können abgegeben werden. 

Bedenken hat die Bürgerinitiative Lebenswertes Göhren reichlich. Sie ist gegen eine derart massive Bebauung in diesem sensiblen Bereich. Das typische Landschaftsbild werde durch eine neue Landmarke zerstört. Zudem sei eine erhebliche Zunahme des Verkehrs durch Gäste, Versorgung und Entsorgung zu erwarten. Immerhin werde sich die Beherbungskapazität von jetzt 60 auf künftig bis zu 180 Betten mehr als verdoppeln.

In den Plänen sei die Darstellungsweise in Bedeutung und Volumen des Objektes verharmlost, sagt Sprecher Bernd Elgeti. „Die Umgebung wurde höher gerechnet, damit das Haus niedriger wird.“ Die Lesbarkeit sämtlicher Höhenkoten sei auch mit Lupe nicht gegeben, meint Wolfgang Müller. Er kritisiert auch, dass bei der grafischen Darstellung der „Ansicht Seeseite“ eine schemenhafte Kontur der gestaffelt zurücktretenden Baumasse abgebildet, die die wahre Außenwirkung des Objektes verharmlose. Auch eine Darstellung mit anderen bestehenden Gebäuden im Ort zum Vergleich wie bei Bauvorhaben sonst üblich fehle.

Ein weiterer Knackpunkt: die Sichtachse vom Treppenberg zum Strand runter. Diese solle laut Plan verbessert werden. Das sehen die Kritiker ganz anders. Die beiden „Wohntürme“ mit Höhen von 14,50 bis 17.50 Metern würden einen acht Meter großen Abstand voneinander haben. Durch diesen „Windkanal“ sei zwar das Wasser noch zu sehen, der Blick auf die umgebende Landschaft bis zu den Kreidefelsen aber versperrt.

„Die vorgelegte Planung ist grundsätzlich abzulehnen, weil sie nach Aufführung und Abwägung aller wesentlichen unvermeidbaren Eingriffe in Bestand und Natur für den Ort Göhren, für die Bewohner und für seine Gäste keinerlei Vorteile erbringt. Die bestehende Infrastruktur Göhrens hat ihre Leistungsgrenzen insgesamt und im Planbereich insbesondere erreicht“, betont Wolfgang Müller.

Gerit Herold

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