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Rügen Bürgerzorn über Bauvorhaben
Vorpommern Rügen Bürgerzorn über Bauvorhaben
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00:00 10.03.2015
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Göhren

Wut und Zorn lagen in der Luft: Rund 40 aufgebrachte Bürger hatten sich in der Nähe des Feldrains am Stabenweg versammelt, um ein Zeichen gegen die geplante Bebauung in diesem Bereich von Göhren zu setzen. Ihren Protest bekundeten sie mit Plakaten und Transparenten. Die landschaftliche Idylle sei bedroht, so der Tenor unter den Wutbürgern. Es hatte schon etwas Symbolisches, als plötzlich drei Rehe friedlich über das Feld vor dem Göhrener Speckbusch sprangen. „Das wird es bald nicht mehr geben, dass sich das Wild hier wohl fühlt“, rief eine Frau aus der Menschenmenge.

Die vor knapp vier Wochen gegründete Bürgerinitiative Lebenswertes Göhren (BILG) hatte relativ spontan zu einer Protestaktion gegen den B-Plan Nr. 23 „Wohngebiet Stabenweg“ am Sonntagabend aufgerufen. Nicht nur Göhrener kamen zum Sammelpunkt am Ökohof „Ranch am Torfmoor“. Hier verteilte Ökobauer Nils-Torsten Volk noch ein paar Protestplakate, und ein großes Transparent wurde ausgerollt. Die rote Abendsonne setzte den Speckbusch, ein aus der Bronzezeit stammendes Hügelgrab, in ein romantisches Licht. Dass diese Sichtachse verloren geht, befürchten die Aktivisten.

Die Waldhotel GmbH will auf einem 15000 Quadratmeter großen Areal an der Alten Försterei 33 Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser (keine Ferienwohnungen) schaffen, außerdem zwei Häuser mit jeweils acht (Mitarbeiter-)Wohnungen. Damit soll die Nachfrage von jungen Leuten und Arbeitskräften nach bezahlbarem Wohnraum befriedigt werden. Den B-Plan Nr. 23 „Wohngebiet am Stabenweg“ hatten die Gemeindevertreter nach zweijähriger hitziger Debatte Ende letzten Jahres auf den Weg gebracht.

„Das ist ein Generalangriff auf die Natur“, schimpfte Siegfried Schmidt (62) aus Göhren. Der Pastor und ehemalige Umweltminister Frieder Jelen, der aus dem benachbarten Middelhagen zu der Protestaktion kam, fügte hinzu: „Wir sind keine fanatischen Umweltschützer, sondern wir wollen die schöne unbebaute Landschaft erhalten, die ja ein Wert an sich ist und für viele Touristen einen Anreiz bietet, sich hier in Ruhe zu erholen.“

„Es gab für dieses Bauvorhaben einen Blankobeschluss, und so etwas hat es bei den bisherigen 26 B-Plänen noch nicht gegeben“, lautete der schwerwiegende Vorwurf von Bernd Elgeti, Bauingenieur und ehemaliges Mitglied des Bauausschusses der Gemeindevertretung. „Wir sind für eine behutsame und ganzheitliche Entwicklung des Ostseebades und somit gegen eine Bebauung des Außenbereiches der Gemeinde“, heißt es in einem Positionspapier der BILG. Den aufgebrachten Bürgern der Initiative fehle zudem eine „Feststellung des Bedarfs an dauerhaft zu nutzendem Wohnraum“. An der Glaubwürdigkeit der vom Investor vorgelegten Interessenten-Liste mit 40 Bauwilligen zweifeln die Initiatoren und sprechen ihr jegliche Seriosität ab.

In dem BILG-Positionspapier werden mehrere B-Pläne unter die Lupe genommen. Der B-Plan Nr. 12 „Wohngebiet südlich der Hövtstraße“ ist demnach noch in Bearbeitung: Hier sollen fünf Mehrfamilienhäuser mit bis zu 20 Wohneinheiten und drei Eigenheime entstehen. Der B-Plan Nummer 16 Wohngebiet „Siedlung am Hövt“ verfügt über 31 Bauparzellen. Nach Ansicht der BILG sei allein mit diesen B-Plänen der Wohnungsbedarf in Göhren über Jahre hinweg abgesichert.

Das sieht Bürgermeister Wolfgang Pester (parteilos) anders. Das gesamte Gebiet werde von den Investoren, drei Rechtsanwälten aus Berlin, als exquisites Gebiet gestaltet, selbst bebaut und verkauft.

Damit sei ein Planungsbüro aus den USA beauftragt worden. Lediglich fünf Parzellen für Eigenheime und drei Häuser mit insgesamt 21 Wohnungen seien für die Gemeinde im Plan. „Dazu wollen die Investoren von uns konkrete Informationen zu Bedarf und Wohnunsgrößen“, so Pester und kündigt an, dass eine Stelle geschaffen werden soll, wo Wohnungs- und Bauanträge gestellt werden sollen. In der „Siedlung am Hövt“ werde frühestens im nächsten Jahr mit der Erschließung begonnen, so dass eine Baustart nicht vor 2017 erfolge. Die Investoren hatten in der Vergangenheit immer betont, dass sie das attraktive Areal Stück für Stück mit großzügigen Villen mit Seeblick, Eigenheimen und Mehrfamilienhäusern entwickeln wollen.

Zu den Grundstückspreisen gibt es zum jetzigen Zeitpunkt weder zum Stabenweg noch zur Hövstraße Aussagen von den Investoren.



Christian Rödel und Gerit Herold

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