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Rügen Ceres-Hotel: In jedem einzelnen Zimmer stecken 350 000 Euro
Vorpommern Rügen Ceres-Hotel: In jedem einzelnen Zimmer stecken 350 000 Euro
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08:00 14.09.2019
Ceres-Chef Moritz Lau-Engelshausen vor seinem Hotel mit Sohn Vincent. Quelle: Christian Rödel
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Binz

Ihm gehört eines der wertvollsten Gebäude an der Binzer Promenade und damit auch in ganz MV, denn nirgendwo im Land sind die Immobilienpreise höher als an der Flaniermeile von Rügens größtem Seebad.

Lässig sitzt Moritz Lau-Engehausen in der Lounge seines Ceres-Hotels – mit blauem T-Shirt, weißer Jeans, Sneakers, Dreitagebart und philosophiert, was Wert überhaupt bedeutet: „Es gibt ja die ideelle und die finanzielle Dimension.“ Offensichtlich kommt hier beides zusammen.

Rügen zu DDR-Zeiten verlassen und zurückgekehrt

Er habe in erster Linie einen Wert für den Ort schaffen wollen, sagt der Architekt, der in Braunschweig zur Welt kam, auf Rügen groß wurde, die DDR als junger Erwachsener verließ, um Anfang der 2000er nach Binz zurückzukehren: „Als ich dieses Grundstück hier entdeckt und 1996 gekauft habe, war mir klar, dass ich an dieser Stelle etwas Besonderes schaffen muss“, betont der Hotelier.

Ceres-Chef Moritz Lau-Engelshausen auf der Dachterrasse seines Hotels. Im Hintergrund die Seebrücke von Binz, wo gerade ein Ausflugsdampfer anlegt. Quelle: Christian Rödel

Das ist ihm augenscheinlich gelungen. Das Ceres am Binzer Seebrückenvorplatz zählt zu den markantesten Gebäuden auf Rügen. Außen größtenteils in Weiß gehalten steht es da, mit Glaskuppel auf dem Dach, ohne große Schnörkel und doch mit dem genauen Blick fürs Detail entworfen. „Ich habe versucht, für meinen Neubau eine Sprache und Proportionen zu finden, die zur hiesigen Bäderarchitektur passen“, sagt Lau-Engehausen.

Viel Licht und chinesischer Sandstein

Er habe Farben und Formen gewählt, die großzügig wirken, das Haus im goldenen Schnitt entwickelt. Die meisten Fenster sind raumhoch, damit viel Licht ins Innere fällt und ein freier Blick aufs Meer und die Natur möglich ist. In Räumen und Fluren findet der Besuchter viel schwarzen chinesischen Sandstein und edle Parkettböden.

Zu dieser Exklusivität passt auch der Name: Ceres heißt der größte Kleinplanet am Himmelszelt. „Auch wir wollen etwas Besonderes im Universum der Hotellerie sein“, erklärt Lau-Engehausen.

Das 2007 eröffnete Ceres-Hotel aus der Luft. Quelle: Stefan Sauer

Hotelwert auf 50 Millionen Euro taxiert

350 000 Euro hat der Bau eines jeden der 50 Hotelzimmer gekostet. Wollte jemand Lau-Engehausen sein Hotel abkaufen, müsste er nach Expertenschätzung einen Preis jenseits der 50 Millionen Euro hinlegen. „Aber ich habe gar kein Interesse, zu verkaufen“, sagt der Eigentümer.

Um seine Vision von einem außergewöhnlichen Luxushotel an der Ostsee wahr zu machen, ließ er sich – zum Teil auch notgedrungen – viel Zeit. Das Grundstück am Seebrückenvorplatz besaß zunächst ein Spekulant, der nicht verkaufen wollte. Lau-Engehausen überzeugte ihn im persönlichen Gespräch.

Doch dann dauerte es noch mal von 1996 bis 2005, bis er anfangen konnte zu bauen – wegen Denkmalschutz, Planung, Finanzierung und der zu klärenden Zukunft der einfachen Geschäftsgebäude mit zehn Läden, die auf dem Areal standen.

Ein Standort für Visionen

2007 eröffnete der Hotelier das Ceres endlich. „Ich bin froh, dass es gerade hier steht, denn der Ort war in der Binzer Geschichte auch früher ein Ort, an dem Visionen verwirklicht werden sollten“, sagt Lau-Engehausen. So hatte der im Seebad bekannte Unternehmer Gottlieb Buttermann einst geplant, hier zur Kaiserzeit eines der ersten deutschen Lichtspielhäuser zu bauen. Doch der Erste Weltkrieg und später die Weltwirtschaftskrise verhinderten die Pläne.

Etwa 100 Jahre später ist hier das Ceres-Hotel zu einem Wahrzeichen für Binz geworden.

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