Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Binz erneuert alle öffentlichen Toiletten
Vorpommern Rügen Binz erneuert alle öffentlichen Toiletten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:46 30.08.2019
Das Toilettengebäude am Strandabgang 28 soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
Anzeige
Binz

Von wegen stilles Örtchen: Gerade in den Sommermonaten geben sich Urlauber, Tagesgäste und Einheimische an den Türen der Toilettenhäuschen entlang der Binzer Promenade die Klinke in die Hand. Kapazität und Qualität stoßen längst an ihre Grenzen. Deshalb sollen alle öffentlichen WCs in Binz grundlegend erneuert werden – und dies unter der Maßgabe der Barrierefreiheit und Familienfreundlichkeit. Die Toiletten sollen alle über behindertengerechten Zugänge und separate Baby-Wickelräume verfügen.

14 öffentliche Toiletten gibt es insgesamt in Binz und Prora, davon sind 13 behindertengerecht eingerichtet. Einige davon, zum Beispiel am Kleinbahnhof und am Schmachter See, sollen im Bestand saniert werden. Andere WC-Anlagen sollen umgebaut und erweitert oder neu errichtet werden.

Abriss und Neubauten geplant

Die Toilettenanlage am Strandabgang 28 (Hotel Nymphe/Hotel zur Promenade) wird abgerissen, weil sie baulich nicht mehr den touristischen Qualitätsanforderungen entspreche. Hier ist ein Ersatzneubau geplant. Um die bisherige „WC-Lücke“ von diesem Standort bis zur Seebrücke zu schließen, soll am Strandaufgang 23 (Hotel am Meer/Jugendherberge) ein neues Toilettengebäude entstehen, informierte Kurdirektor Kai Gardeja. Der Abstand von rund einem Kilometer sei zu groß. An beiden Strandabgängen befinden sich auch Rettungstürme der DLRG. In der Vergangenheit gab es schon Bemühungen für einen Toiletten-Neubau. „Der Bauantrag wurde zwei Mal verlängert, aber dann doch nicht vollzogen“, so Gardeja.

Nach dem Bauausschuss haben sich auch die Mitglieder des Betriebsausschusses Kurverwaltung mit dem Thema auf ihrer jüngsten Sitzung beschäftigt. Einwände gab es im letztgenannten Gremium gegen die vorgeschlagene Größe der Baufelder für die neuen Gebäude. „15 mal 7 Meter ist ein No-Go“, monierte Ausschussmitglied und Gemeindevertretervorsteher Mario Kurowski. Die Grenze sollte bei 9 Metern Länge liegen, die jetzige Kubatur beibehalten werden. Um die Sichtachsen zum Meer hin und vom Wasser auf die Promenade nicht zu beeinträchtigen, sollen auch die Gebäude ein begrüntes Flachdach bekommen.

Temporär mehr WCs anbieten

Kurowski plädierte zudem dafür, statt Erweiterungsbauten eine mögliche Container-Variante zu prüfen. Aufmerksam wurde der Binzer darauf bei einem Besuch in Warnemünde. Mit mobilen WCs könnten temporär und punktuell mehr Kapazitäten geschaffen werden. Drei bis 4 solcher Container könnten zu den Hochzeiten im Sommer eine bessere Abhilfe schaffen. Zudem sei auch von weniger Kosten auszugehen, so Kurowski. Ob diese und eine kleine Variante für die Neubauten förderfähig sei, müsse noch geklärt werden, so Gardeja.

Die frühere Toilette an der Binzer Seebrücke. Quelle: OZ-Archiv
Vorbild für die Strandtoiletten mit Rettungsturm in Prora war  das Multifunktionsgebäude an der Seebrücke Binz. Die neuen Toiletten sollen aber nicht diese Dimensionen erreichen.  Quelle: Gerit Herold

Der kommunale Eigenbetrieb Kurverwaltung (KEB) hatte bereits vor zwei Jahren mit einer Bestandsaufnahme der öffentlichen Toilettenanlagen im Gemeindegebiet und den Planungen begonnen. Ein Jahr zuvor war mit dem Bau des neuen Multifunktionsgebäudes mit Gäste-Info, WC-Anlagen und DLRG-Rettungsturm an der Seebrücke begonnen, das 2017 eröffnet wurde.

Im letzten Jahr hatte der KEB am Strand von Prora drei weitere Häuser dieser Bauart - aber ohne Touristinfo – errichten lassen. Diese befinden sich am Strandabgang 71 zwischen den Blöcken I und II, 72 zwischen Block II und III und am Strandzugang 76 zwischen Block IV und V. Diese Baumaßnahmen waren notwendige infrastrukturelle Investitionen, damit der Binzer Ortsteil das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ erlangt. Die rund 4,1 Millionen Euro teure Gesamtinvestition wurde vom Land mit rund 3,7 Millionen Euro gefördert. Langfristig ist ein weiteres Multifunktionsgebäude an der Jugendherberge (Block V) vorge­sehen.

Die 2018 nach dem Vorbild des Multifunktionsgebäudes an der Seebrücke errichtete Strandtoilette mit DLRG-Rettungsturm am Strand von Prora Quelle: Gerit Herold

Mehr zum Thema:

https://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Ruegen/Binz-Neue-Promenade-Strandtoiletten-Rettungstuerme

https://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Ruegen/Glasturm-fuer-die-Rettungsschwimmer

https://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Ruegen/Neue-Strandtoiletten-mit-Rettungstuermen-in-Prora

https://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Fotostrecken-Region-Rostock/Toiletten-in-Warnemuende-Besser-als-ihr-Ruf

https://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Rostock/Warnemuende/Keine-Toiletten-Kuehlungsborn-zeigt-wie-s-geht

https://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Bad-Doberan/Kuehlungsborn/Toiletten-an-der-Kueste-nur-Durchschnitt

Von Gerit Herold

Umstritten ist vor allem die Tageskurkarte, aber auch der ministerielle Vorschlag zur Abschaffung der Kurtaxe wird kontrovers diskutiert.

30.08.2019

Ob Hunde, Katzen, Alpakas oder Esel – je nach Tierart wird tiergestützte Therapie in verschiedenen Einsatzgebieten praktiziert. Tiere sorgen für mehr Lebensqualität im Alltag, helfen, Traumata zu überwinden und vermitteln das Gefühl, gebraucht zu werden.

29.08.2019

Familie Mitschker rettete ein Kitz vor dem Tod, nachdem es von einem Hund schwer verletzt wurde. Heute besucht das Reh regelmäßig die Tagespflege „Windland“ in Altenkirchen.

29.08.2019