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Rügen Die alten Songs am Leben halten
Vorpommern Rügen Die alten Songs am Leben halten
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15:10 30.07.2018
Die Rock-Legenden Omega, Nazareth und CCR (Creedence Clearwater Revived featuring Johnnie Guitar Williamson) gaben sich am 29. Juli 2018 auf der Rugard-Bühne in Bergen die Ehre. Quelle: Uwe Driest
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Bergen

„Wir haben dem Auftritt schon seit März entgegengefiebert“, freuen sich Katrin Sellke und Fanny Kadow. Die Stralsunder Freundinnen wurden durch ihre Eltern zu Fans von CCR und stürmten mit 2000 gleichgesinnten am Sonntag die Freiluftbühne auf dem Bergener Rugard. „Ich finde es genial, dass wir Gruppen, die schon bei Woodstock auftraten, heute hier so hautnah erleben können“, findet Rainer Feit aus Binz. Das stimmt zwar nicht so ganz – die Gruppe Creedence Clearwater Revival löste sich bereits 1972 auf – aber die Songs sind noch dieselben und werden weiter vererbt.

Mit CCR (Revived), den Schotten von Nazareth und der ungarischen Band Omega trafen sich gleich drei Rock-Legenden auf der Freiluftbühne des Bergener Rugard

Bassist und Drummer gründeten Mitte der Neunziger die Formation CC Revisited, mit der sie die alten Hits am Leben erhielten und später kam noch CC Revived hinzu, die das Rügener Konzert mit „Proud Mary“ („Rolling on the River“) eröffneten und damit sofort für Stimmung sorgten. Mit Ex-Titanic-Gitarrist Johnnie Williamson, der sich die Bühne auch schon mit Led Zeppelin und Deep Purple teilte, ist CC Revived beileibe mehr als nur eine Cover-Band. Die Kult-Songs „I Put a Spell on You“ (Ich habe Dich verzaubert), „Have You Ever Seen the Rain?“ oder „Bad Moon Rising“ verbinden Generationen. Erik Pitschmann ist mit seiner Mutter Ela da. „Ich habe mit 13 Jahren angefangen, CCR zu hören“, sagt der heute 17-jährige Schüler, dessenLieblingssong „Fortunate Son“ ist.

„So lange die Rolling Stones spielen, machen auch wir weiter“

Jünger als Frank ist an diesem Abend wohl nur der kleine Junge, der auf den Schultern seines tanzenden Vaters sitzt und Ohrenschützer trägt. Die hätte sich beim Auftritt der Gruppe Nazareth auch manch anderer gewünscht. Beim dezibel-starken Auftritt der Schotten wechselten einige Besucher auf die hinteren Ränge. Unverdrossene Fans hielten dem Wummern der Bässe vor der Bühne stand und tanzten zu „This Flight Tonight“ und „Dream On“. Manch weißhaarigem Hard-Rock-Fan war dabei an den Lippen abzulesen, dass er absolut textsicher ist. Ein Fan vor der Bühne geriet förmlich außer Rand und Band, als die Band seinem lautstark vorgebrachten Wunsch entsprach und als Zugabe das erstmals von den Everly Brothers, aber durch Nazareth bekanntgemachte „Love Hurts“ anstimmte.

Auch Andreas Weiß aus Teschvitz war in Begleitung von Tochter Paula, die ausgelassen mit ihrer Freundin tanzte und erst während des Konzerts feststellte, dass sie vier Stücke von CCR auf ihrer Playlist des Musikstreaming-Dienst Spotify hat. Der Vater findet alle drei Gruppen gut, freute sich aber am meisten auf Omega. „Von denen habe ich alle Platten.“

Die ungarischen Alt-Rocker kündigten ihren Auftritt mit dem Radetzky-Marsch an. Drei der fünf Musiker der heutigen Besetzung spielen immerhin seit 1971 zusammen. Ansonsten ist die Band um Sänger János Kóbor runderneuert und um Background-Sänger, Laser-Show zwei Keyboarder, und vor allem Bassistin Katy Zee ergänzt. Die Truppe gilt als „Rolling Stones des Ostens“ und von János Kóbor ist der Satz überliefert: „So lange die Rolling Stones spielen, machen wir auch weiter“. Das Repertoire reicht heute von Hard- und progressivem Rock bis zu New Wave. Den Abend ließen die Ungarn mit der umjubelte Hymne „Gyöngyhajú lány“ („Mädchen mit dem Perlen im Haar“) ausklingen.

Driest Uwe

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