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Rügen Streit über Grundstücke in Rosengarten
Vorpommern Rügen Streit über Grundstücke in Rosengarten
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06:00 23.11.2018
Helma und Siegfried Kafinek stehen in ihrer Einfahrt. Quelle: Mathias Otto
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Rosengarten

Helma und Siegfried Kafinek sind verzweifelt. Sie dürfen mit ihrem Fahrzeug nicht mehr auf ihren Hof im Garzer Ortsteil Rosengarten fahren, so wie sie es früher immer gemacht haben. Hier steht jetzt ein Zaun, den der Nachbar aufgestellt hat. Das Paar sieht sich aber im Recht und möchte seine Einfahrt zurückbekommen. Um diese Grundstücksgrenze wurde bereits vor Gericht gestritten. Aktuell geht es um die freien Flächen vor den Häusern.

Helma Kafinek wohnt in Jena, ist aber in Rosengarten aufgewachsen. Ihr wurde noch zu Lebzeiten ihrer Mutter das Haus samt einer Betonplatte vor dem Gebäude übertragen. Zusammen mit ihrem Mann pendelt Helma Kafinek nun zwischen Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Und hier können sie ihr Fahrzeug nicht mehr in der Garage auf dem Hof abstellen. „Die ursprünglichen Grundstücksgrenzen wurden zu DDR-Zeiten von der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft geändert. Zu diesem Zeitpunkt hatte meine Mutter das Haus gekauft. Allerdings ohne das Grundstück vor dem Gebäude. Dieses gehört zur Stadt Garz“, sagt sie. In den 70er Jahren wurde die Dorfstraße saniert. Seit dieser Zeit liegt eine Betonplatte in der Auffahrt, die ihre Mutter damals für 3000 D-Mark vom Nachlass der LPG erworben hatte. Als ein Nachbar eingezogen ist, hätten die Streitigkeiten begonnen. Diese führten so weit, dass der Nachbar nun einen Zaun gezogen hat, das dicht neben dem Gebäude der Kafineks führt.

Das Nachbarhaus hat Ende der 90er Jahre Prof. Dr. Heinrich Wansing aus Bochum erworben. „Wir haben das Haus gekauft und das dazugehörige Grundstück erworben“, bestätigt er. Und genau hier liegt die Betonplatte der Familie Kafinek. „Die Grundstücksgrenzen existieren seit der Bodenreform. Wir haben also mit dem Erwerb von Haus und Grund alles richtig gemacht“, sagt er. Aus seiner Sicht hätten die Kafineks genau wissen müssen, wo ihre Grundstücksgrenzen aufhören.

„Wir haben uns für dieses Haus entschieden, um abzuschalten und dort mit den Kindern unseren Urlaub zu verbringen. Wir hatten nie vor, uns mit den Nachbarn zu streiten. Wir wollen nur so behandelt werden, wie andere Nachbarn auch“, sagt Heinrich Wansing. Allerdings gab es von Anfang an Streitigkeiten, wie er sagt, die so weit geführt haben, dass sich beide Parteien vor Gericht wiederfanden. „Unsere Nachbarn haben die Räumungsklage, die durch zwei Instanzen ging, verloren“, sagt Heinrich Wansing. Er habe trotzdem angeboten, dass die Familie Kafinek über deren Grundstück fahren kann, um an ihre Garage zu kommen. „Mir wurde dann gesagt, dies sei unzumutbar“, so Wansing. Es soll danach sogar so weit gegangen sein, dass ein Schild an dem Holzzaun an der Grundstücksgrenze aufgehangen worden war mit dem Text: „Überhebliche und habgierige Wessis“. „Das ist uns dann erheblich zu weit gegangen. Wir machen ein Angebot zur Güte und werden danach persönlich angegriffen. Dies finden wir nicht in Ordnung“, sagt Heinrich Wansing.

„Wir haben hier ein echtes Ost-West-Problem“, sagt Siegfried Kafinek. Jetziger Streitpunkt vor Gericht, indem die Nachbarn, die Stadt Garz sowie das Amt Bergen auf Rügen beteiligt sind, geht es um einen Kaufvertrag für Grundstücke vor den Häusern. „Wir hatten einen Kaufvertrag für das Grundstück auf Basis eines Stadtvertreterbeschlusses. Die Bürgermeisterin hat uns aber zwei Jahre lang hingehalten“, berichtet Siegfried Kafinek. Er befürchtet, dass Stadt und Amt diese Fläche in Besitz des Nachbarn bringen möchte. „Wir verlieren damit das Recht auf eine Durchfahrt. Der Nachbar würde dann das Grundstück samt der von uns bezahlten Bodenplatte erhalten. Das wollen wir nicht“, ergänzt Kafinek. Bürgermeisterin Gitta Gohla (parteilos) und Verantwortliche des Amtes wollten sich zu diesem Thema nicht äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Ein Urteil wird in dieser Sache am 30. November erwartet.

Mathias Otto

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