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Rügen Ein Rüganer brachte die Bratwurst nach Afrika
Vorpommern Rügen Ein Rüganer brachte die Bratwurst nach Afrika
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11:03 31.01.2014
Seine Baucontainer-Lodge in Parchow hat sich Bratwurst-Missionar Rainer Kotwan gemütlich eingerichtet. An der Wand hängt noch ein Teppich aus seiner Kenya-Zeit. Quelle: Kay Steinke
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Parchow

Der Rüganer Rainer Kotwan brachte seine 'Thüringer Bratwurst' nach Afrika. Etliche Bilder in seiner Parchower Baucontainer-Lodge erinnern noch an diese Zeit, auch wenn Kotwan sein Leibgericht heute nur noch für sich, seine Kumpels und für die elf Dorfbewohner produziert. Das Rezept des 73-Jährigen hat es aber bereits um die halbe Welt geschafft. Seinen größten Erfolg feierte Rainer Kotwan mit seiner Wurst in Kenya. „1996 kam ich eher durch Zufall nach Afrika“, sagt er. „Für die Lufthansa sollte ich dort einen Hotelkomplex im rustikalen Stil gestalten. Zwar platze der Auftrag, aber ich wollte in Kenya bleiben.“ Also probierte der gebürtige Thüringer alles Mögliche aus: Er begleitete Safaris durch die Wüste, verkaufte deutsche Autoreifen und eröffnete in Loresho eine Spielhölle. „Zeitweise war ich im Dorf der einzige Weiße“, sagt Kotwan. „Am besten lief in Loresho aber mein Wurst. Damit versorgte ich zeitweise gleich mehrere Hotels in Nairobi. Letztlich war die Produktion vor Ort aber sehr schwer. Das Fleisch der afrikanischen Schweine ist zu mager, so musste mir der Fleischer von den anderen Schweinehälften immer noch Schwarte abschneiden.“ Nicht alle Einheimischen mochten jedoch Thüringer Bratwurst. „Nur wenige der Schwarzen konnte die Wurst genießen“, sagt Kotwan. „Für sie war es eher ein Luxusgut. Das Geschäft funktionierte hauptsächlich über weiße Touristen.“



Kay Steinke