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Rügen Einstige Nationalspielerin erhält Preis für ihr Restaurant auf Rügen
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Einstige Nationalspielerin erhält Preis für ihr Restaurant auf Rügen

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18:00 02.01.2020
Lati Nikolova (32) und René Tangermann (54) zeigen ihre Pizza Napoletana, die sie im Restaurant „Mehana Kastanie“ anbieten. Quelle: Mathias Otto
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Sehlen

Vor vier Jahren warf sie noch Körbe für die bulgarische Nationalmannschaft, heute ist sie Inhaberin eines kleinen Restaurants auf der Insel Rügen. Die bulgarischen Gerichte sowie Pizzen neapolitanischer Art, die Lati Nikolova (32) in der „Mehana Kastanie“ in Sehlen anbietet, werden neuerdings im kulinarischen Reiseführer „Gusto“ beworben. Die Plakette des Gourmetführers schmückt bereits die Internetseite des Gasthauses. „Wir freuen uns riesig über diese Auszeichnung und sind stolz, dass wir in diesem Reiseführer erwähnt werden“, sagt sie.

Für die Zubereitung bekommen Lati Nikolova und ihr Freund René Tangermann auch viel Lob von Italienern, die auf Rügen Urlaub machen. Seit dem Eintrag im Gourmetführer „Gusto“ hätten auch Restaurantbesucher vom Festland vom Angebot auf der Insel Wind bekommen. „Gäste sind beispielsweise aus Greifswald, Stralsund und Rostock angereist, die sich nach einer Suche im Netz für unser Lokal entschieden haben“, so René Angermann.

Start mit einem Pizza-Lieferdienst

Nachdem sie wegen mehreren Verletzungen ihren Sport nicht mehr weiter auf Profi-Ebene ausüben konnte, hatte Lati Nikolova ihre gastronomische Karriere begonnen. Zuerst mit einem Pizza-Lieferdienst in Garz. Bis sich das Paar schließlich 2017 in das leerstehende Restaurant in Sehlen einmietete.

„‚Zur Kastanie‘ hieß bereits das vorherige Gasthaus. Daran wollten wir nicht viel ändern. Mit der Bezeichnung ‚Mehana‘, das übersetzt ‚Gasthaus‘ oder ‚Taverne‘ heißt, bringen wir einen bulgarischen Touch rein“, sagt der Küchenchef.

Teig muss 72 Stunden lang ruhen

Und hier wollen sie den Gästen außergewöhnliches Essen anbieten, Mahlzeiten, die sie sonst nicht auf der Insel bekommen. Sie entschieden sich für bulgarische Vorspeisen sowie Appetitanreger und als Höhepunkt die Pizza Napoletana. Das Paar besuchte extra dafür ein Seminar in Berlin. Hier wurde geschult, was zu den Besonderheiten einer originalen Pizza Napoletana gehört und welche Zutaten erlaubt sind.

72 Stunden müsse der Teig ruhen, bis er verarbeitet wird, zählt er auf, die Pizza werde danach bei 480 Grad Celsius gebacken – so wie es das Originalrezept vorschreibt. „Wer eine Pizza Napoletana anbietet, darf nur zugelassene Zutaten verwenden, etwa Büffelmozzarella oder San-Marzano-Tomaten“, so René Tangermann.

Im Wintersportort zur Profi-Basketballerin

Vor einigen Jahren war für Lati Nikolova noch gar nicht an ein Leben ohne Sport zu denken und dass sie ihr Heimatland verlässt. Sie wuchs im Wintersportort Samokow in Bulgarien auf. Doch statt durch den Schnee zu stapfen und sich Skier unter die Schuhe zu schnallen, entschied sie sich für eine andere Sportart.

Im Alter von sechs Jahren entdeckte sie das Basketballspielen für sich. „Es dauerte nicht lange, bis ich Teil des Vereins Rilski Sportist Samokow wurde. Das ist damals wie heute ein Verein, der in der höchsten bulgarischen Liga spielt“, sagt sie. Schnell entpuppte sie sich als Leistungsträgerin und konnte sich einen Platz in der Damen-Nationalmannschaft ergattern. „Es war ein sehr bewegender Moment, als ich davon erfahren habe. Ich hätte niemals damit gerechnet.“

Karriere durch Bänderrisse beendet

Für sie waren es die zwei schönsten Jahre als Profi. „Ich bin mit meinem Team bis nach Griechenland und Mazedonien geflogen, um dort gegen andere Nationalteams zu spielen. Diese Zeit vergesse ich nicht“, so die 32-Jährige. Auch die gemeinsame Zeit mit ihren Vereinskolleginnen, mit denen sie sich auch nach dem Training zum Streetball verabredete. „Doch dann folgten zwei Bänderrisse innerhalb kürzester Zeit. Damit war der sportliche Traum schnell ausgeträumt“, sagt Lati Nikolova. 2016 beendete sie ihre sportliche Karriere.

Sie wollte sich ablenken, die Welt kennenlernen, etwas Neues sehen und erleben. So entschied sie, Bulgarien zu verlassen. Über Bekannte bekam sie anfangs die Stelle als Kindermädchen im sächsischen Oberwiesenthal. Zu dieser Zeit lernte sie auch ihren jetzigen Freund René Tangermann (54) aus Magdeburg (Sachsen-Anhalt) kennen. Zusammen startete das Paar auf der Insel neu durch.

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Von Mathias Otto

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