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Rügen Einwohner will Sendemasten von Rügen-Radio retten
Vorpommern Rügen Einwohner will Sendemasten von Rügen-Radio retten
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06:36 31.07.2015
Sind zum Wahrzeichen von Lohme geworden: die vier Sendemasten der ehemaligen Küstenfunkstelle Rügen-Radio. Quelle: Udo Burwitz
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Lohme

Die bis zu 52 Meter hohen Sendemasten der ehemaligen Küstenfunkstelle Rügen-Radio in Lohme sollen erhalten bleiben. Dafür macht sich Dietrich Meyer stark. Der 79 Jahre alte Lohmer hat bei der Denkmalschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen beantragt, dass die Funktürme als technisches Denkmal ausgewiesen und damit unter Schutz gestellt werden.

Die Masten aus einer Gitterskonstruktion sind in den letzten 80 Jahren zu Wahrzeichen von Lohme geworden, begründet der studierte Ingenieur für Funktechnik im Ruhestand seinen Antrag. Dieses Alleinstellungsmerkmal dürfe nicht verloren gehen. Mit der Ausweisung der Masten als technisches Denkmal könne zugleich dem Natur- und Umweltschutz Rechnung getragen werden, sagt Dietrich Meyer vor dem Hintergrund eines touristischen Großprojektes, das die Gemeinde für das Rügen-Radio-Gelände gerade angeschoben hat. Auf dem 23,5 Hektar großen Areal sollen mit privaten Investoren ein Gesundheitszentrum und 600 Betten geschaffen werden. Die Gemeindevertretung hat in jüngster Sitzung beschlossen, dass für dieses Projekt ein Bebauungsplan aufgestellt wird.

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Lohmes Bürgermeister Matthias Ogilvie (CDU) moniert den Antrag. Damit werde versucht, ein Vorhaben zu verhindern, das für die Zukunft der Gemeinde besonders wichtig sei, sagt er. Die Lohmer Funktürme werden jetzt das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege beschäftigen. Dessen Experten werden ein Denkmal-Wertgutachten zu den Funktürmen erstellen, auf dessen Grundlage dann entschieden wird, ob die Masten als technischen Denkmal ausgewiesen werden oder nicht.

Die Küstenfunkstelle Rügen-Radio wurde 1932 in Glowe und Lohme errichtet. Sie sicherte den Seefunkverkehr ab und wurde 1998 abgeschaltet. Ursprünglich standen in Lohme mal acht Sendemasten, vier davon wurden bereits in den 90er Jahren zurückgebaut. Die Telekom will jetzt auch die noch verbliebenen vier Masten abreißen lassen und als Ersatz einen neuen bauen.



Burwitz, Udo