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Rügen Einwohner zeigen Vergreisung die rote Karte
Vorpommern Rügen Einwohner zeigen Vergreisung die rote Karte
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07:07 27.05.2014
Markige Bilder zum demografischen Wandel beamt Professor Henning Bombeck den Ummanzern an die Wand. Quelle: Udo Burwitz
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Ummanz

Die Ummanzer (Vorpommern-Rügen) wollen Abwanderung und drohender Vergreisung Paroli bieten. Ihr Ziel ist es, mit eigenen Projekten dafür zu sorgen, dass die Kommune auch in Zeiten des demografischen Wandels für Jung und Alt lebenswert bleibt.

Henning Bombeck, Professor an der Universität Rostock, zeigte rund 20 Ummanzern am Freitagabend im Surfhostel Suhrendorf die dramatischen Folgen der sich abzeichnenden Entwicklung für den ländlichen Raum und Strategien auf, mit denen diesem Prozess begegnet werden kann. Der demografische Wandel ist in der Gemeinde im Westen der Insel Rügen längst angekommen, stellte Bürgermeister Holger Kliewe (CDU) fest. Die Kommune hat in den vergangenen sieben Jahren rund 100 Einwohner verloren, aktuell sind es nur noch knapp 600.

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Die Folgen spürt die Gemeinde in der eigenen Kasse. Laut Kliewe sind die Einnahmen aus der Gewerbesteuer bereits dramatisch eingebrochen. Ummanzer monieren den öffentlichen Nahverkehr, der Bus fährt nur bis Waase, eine Linie über die kleine Schwesterninsel Rügens gibt es nicht.

Bombeck prophezeite, dass sich die Situation weiter zuspitzen, der Anteil der Hilfebedürftigen ebenso wie Altersarmut zunehmen werde. Dem könnte nur wirksam begegnet werden, wenn die Bürger das Heft selbst in die Hand nehmen und eigene Projekte zur Gemeindeentwicklung initiieren. Um den demografischen Wandel zu meistern, brauche es soziale Netzwerke, betonte der Professor.

Bombeck ist seit vier Jahren in dem vom Land initiierten Projekt „Schule der Landentwicklung MV“ aktiv. Das zielt darauf ab, Kommunen in Seminaren und Workshops bei der Bewältigung des demogtafischen Wandels zu unterstützen. Die Ummanzer haben ein nächsten Treffen mit Bombeck für den Herbst vereinbart. Sie wollen bis dahin erste Ideen für Projekte zusammentragen.



Udo Burwitz