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Rügen Eis und Freigetränke: Diese Chefs aus Vorpommern machen etwas gegen die Hitze
Vorpommern Rügen Eis und Freigetränke: Diese Chefs aus Vorpommern machen etwas gegen die Hitze
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14:59 25.06.2019
Julie-Jane Gauglitz, Medizinstudentin aus Wolgast, fährt von 11 bis 18 Uhr mit ihrem Versorgungswagen am Zinnowitzer Strand entlang. Für eine Abkühlung bei 30 Grad Celsius und mehr werden fix die Füße ins Wasser gehalten. Quelle: Cornelia Meerkatz
Ribnitz-Damgarten/Zinnowitz

Wenn die Temperaturen in dieser Woche wieder deutlich über die 30-Grad-Celsius-Marke steigen, dürfte es auch in vielen Betrieben und Büros in Deutschland sehr warm werden. Kein Wunder, dass viele Arbeitnehmer angesichts der Hitzewelle den Tag lieber im Freibad, am Badesee oder der Ostsee verbringen würden als am Arbeitsplatz. Doch damit den Beschäftigten in Vorpommern nicht zu heiß wird, haben sich einige Chefs etwas einfallen lassen. Die OSTSEE-ZEITUNG hat sich zwischen Ribnitz-Damgarten und Zinnowitz umgeschaut, wie sie ihre Angestellten erfrischen.

Frei-Eis für die Mitarbeiter in Plummendorf bei Ribnitz-Damgarten

Im Hochsommer sorgt für die meisten Menschen ein Eis in der Hand für die willkommene Abkühlung. Doch nicht nur während Hitzewellen wie derzeit, sondern das ganze Jahr lang dreht sich im Familienunternehmen „Eisbär Eis Produktions GmbH“ alles rund um die Herstellung der kühlen Kreationen.

In der Lebensmittelbranche, so wie bei Eisbär Eis in Plummendorf, gelten strenge Vorschriften. Deshalb sind die Möglichkeiten, während der Hitzewelle in den Produktionshallen für Abkühlung zu sorgen, beschränkt. Quelle: Uwe Rossner

Doch selbst in den Hallen von Eisbär Eis in Plummendorf bei Ribnitz-Damgarten könne man die Hitzewelle nicht ignorieren, sagt Geschäftsführerin Manuela Fürtig. Leichte Arbeitskleidung, freie Getränke, Klimaanlagen, Ventilatoren oder gar Hitzefrei – es gibt sicherlich viele Möglichkeiten, um den Arbeitsalltag im Sommer zu erleichtern. Doch in der Lebensmittelbranche gelten strenge Vorschriften. Bakterien sollen nicht in die Hallen gelangen. Leichtere Kleidung, der Verzicht auf den Kittel oder gar Klimaanlagen, um der Hitze entgegenzuwirken, sind laut Fürtig nicht möglich. Jedoch gebe es viele Wasserspender mit kühlem Wasser. „Und in den Pausen können die Mitarbeiter dann selbstverständlich ganz viel Eis essen“, so Fürtig.

In Grimmen gehen die Getränke auf den Chef

Mal eine Kiste Cola, mal Wasser: Klettern die Temperaturen hoch, bringt der Chef der Baufirma „RESD“ aus Grimmen seinen Angestellten ab und zu Erfrischungen auf die Baustelle. Die Tiefbauer für Kanal-, Rohr-, und Straßenbau haben einen heißen Arbeitsplatz. „Schatten gibt es auf unseren Baustellen nur in seltenen Fällen“, sagt Chef Marco Jahns.

Sven Zander, Marco Jahns und Reiner Holznagel (v.l.) auf der Baustelle am Wasserwerk in Hohenwarth bei Grimmen Quelle: Carolin Riemer

Doch trotz der extremen Belastungen bei heißen Temperaturen, Hitzefrei kann Jahns seinen 19 Angestellten nicht gewähren. „Wir müssen schon durch die Witterung im Winter mit Unterbrechungen rechnen, im Sommer müssen wir arbeiten. Egal, wie heiß es ist.“ Gern sieht er es nicht, wenn seine Mitarbeiter dann mit freiem Oberkörper in der Sonne schuften. „Die Schutzausrüstung sollte aus Sicherheitsmaßnahmen nicht abgelegt werden. Das kann auch zu schlimmen Sonnenbränden führen.“

Noch öfter als Getränke bringt Marco Jahns seinen Leuten aber eine Bockwurst an den Arbeitsplatz – zumeist dann, wenn seine Angestellten auch nachts auf den Baustellen arbeiten. Tiefbauer Sven Zander nimmt die Hitze cool und mit einem Lachen: „Dann gehen wir halt mal zehn Minuten in den Schatten, bevor wir weiterarbeiten. Was sollen wir machen? Wir sind Kummer gewohnt.“

Mit Obst und guter Laune gegen die Hitze in Stralsund

Föhn, Trockenhaube, Glätteisen – da werden schon mal locker über 30 Grad erreicht in einem Friseursalon. Kommen jetzt noch die hohen Außentemperaturen dazu, wird’s richtig heiß. „Ach, wir versuchen einfach, das Beste daraus zu machen“, sagt Katrin Haar-Andres, Inhaberin des Stralsunder Salons Haar. Zwar gibt es in den Räumen eine Klimaanlage, aber die könne auch nicht alles auffangen, wenn es draußen subtropisch warm ist und drinnen alle elektrischen Geräte laufen.

Fanny Kroß-Kuhn (l.) frisiert Petra Thümmel im Salon Haar. Gegen die Hitze gibt es von Chefin Katrin Haar-Andres Obst und Eis. Quelle: Miriam Weber

14 Friseurinnen und ein Friseur sind im Salon beschäftigt – „plus Chefin“. Von der Hitze lasse sich ihre Mannschaft aber nicht die Laune verderben. Dazu trägt auch bei, dass die Chefin zwischendurch auch mal ein Eis ausgibt. „Ich versuche Dinge zu besorgen, die erfrischen, also gibt es im Moment auch viel Obst“, erklärt sie. Außerdem stehen immer viele Getränke bereit. „Heute werde ich den Mädels noch ein Gesichtsspray, das ein wenig Abkühlung schafft, geben“, sagt die Stralsunderin.

Doch der schönste Gedanke, bei dem alle gute Laune kriegen, ist ein ganz simpler: „Bei den meisten steht schon bald die Urlaubszeit an. Das ist für alle ein Lichtblick“, sagt Katrin Haar-Andres lachend.

Ausreichend Wasser für Lehrer und Schüler in Bergen auf Rügen

In der Grundschule Altstadt in Bergen auf Rügen kommt der Sommer nicht plötzlich. „Wir bereiten uns rechtzeitig auf die warme Jahreszeit vor. Das heißt, wir treffen alle Maßnahmen, die notwendig sind, um Schülern, aber auch den Lehrern einen angenehmen Schultag zu ermöglichen“, sagt Schulleiter Rüdiger Bonau.

Rüdiger Bonau, Schulleiter der Grundschule Altstadt Bergen, gießt seiner Stellvertreterin Iris Möller Wasser ein. Quelle: Mathias Otto

In der Schule lüftet der Hausmeister jeden Vormittag die Räume, bevor die Hitze ein vernünftiges Lüften nicht mehr zulässt. Die Räume, die nach Süden zeigen, sind mit Vorhängen ausgestattet. „Staut sich aber hier die Hitze zu sehr, wechseln wir in die Räumlichkeiten auf der Schattenseite der Schule. Hier lässt es sich selbst bei den wärmsten Temperaturen gut aushalten“, sagt er.

Die Altstadtschule erhielt vor zwei Jahren den Titel „Gut-Drauf“. Dazu gehört auch die Verpflegung. Und zu einer guten Verpflegung darf ausreichend Wasser nicht fehlen. „Deshalb haben wir einen Wasserspender aufstellen lassen, an dem sich alle Kinder und Lehrer jederzeit bedienen können“, so Rüdiger Bonau. Eine zusätzliche Ration an Wasser erhalten die Kinder zu ihrer Mahlzeit am Mittag.

Ein Fußbad in der Ostsee vor Usedom hilft

30 Grad, Sonne satt den ganzen Arbeitstag und Wasserblick: Julie-Jane Gauglitz aus Wolgast hat im Sommer den tollsten Arbeitsplatz, den sie sich vorstellen kann. Die 22-jährige Medizinstudentin der Universität Greifswald fährt, luftig bekleidet mit Shorts und Top, mit ihrem Versorgungswagen täglich von 11 bis 18 Uhr am Zinnowitzer Strand entlang. Den Sonnenhungrigen und Ostseeplanschern verkauft sie Eis, Bockwurst, Bier, Wasser und andere alkoholfreie Getränke. „Eis ist der Renner, aber auch Bier wird viel konsumiert – und das bei diesen Temperaturen“, berichtet die angehende Ärztin.

Um gegen die Hitze gewappnet zu sein, ist die Eisfee während ihrer Arbeit nicht nur gut eingecremt, sondern trägt immer Kopfbedeckung. „Das ist wichtig, sonst dröhnt der Kopf ruckzuck“, so die junge Frau. Für eine Abkühlung bei 30 Grad und mehr hat der Chef erlaubt, während einer Pause auch mal die Füße in die Ostsee zu halten. „Erfrischt verkauft es sich noch mal so gut“, meint Julie-Jane und bedient die nächsten Strandgänger.

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Marlene Wulf, Carolin Riemer, Miriam Weber, Mathias Otto und Cornelia Meerkatz

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