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Rügen Elternprotest gegen Klassenauflösung
Vorpommern Rügen Elternprotest gegen Klassenauflösung
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00:00 18.08.2018
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Bergen

Der erste Schultag nach den Sommerferien wird dem Bergener Arndt-Gymnasium am Montag aller Voraussicht nach gleich eine Protestaktion bringen: Die Klasse 12b will sich gegen ihre Auflösung wehren.

So etwas mache ich nicht ohne Not. Erst recht nicht bei einer 12. Klasse.Christoph Racky, Schulleiter

Andreas Giertz aus Baabe, Vorsitzender des Klassenelternrates, hatte Donnerstagabend eilig eine Elternversammlung anberaumt, auf der von den Anwesenden ein Beschwerdeschreiben formuliert wurde. Darin beklagen die Mütter und Väter unter anderem, dass über die geplante Auflösung des Klassenverbandes weder mit Schülern noch Eltern gesprochen worden sei. „Wir sehen darin eine eklatante Benachteiligung unserer Kinder“, sagt Giertz. „Der Klassenverband ist gewachsen, und jetzt im Abiturjahr sollen sich die Schüler an andere Lehrer, neue Klassenkameraden und andere Unterrichtsmethoden gewöhnen.“ Im Schreiben heißt es, die Auflösung der Klasse sei pädagogisch nicht zu verantworten, da sich die Gymnasiasten in der Qualifikationsphase fürs Abitur befänden.

Ines Beinhoff, ein besorgte Mutter aus Bergen, die sich zu den rechtlichen Grundlagen dieser Entscheidung der Schule informierte, kann bestätigen, dass es in der „Verwaltungskompetenz des Schulleiters liegt, die Klasse aufzulösen“. Allerdings gebe es aus ihrer Sicht die besondere Situation der Zwölftklässler zu berücksichtigen. „Fächer mit einer hohen Wertigkeit fürs Abitur wie Mathe, Deutsch, Englisch sowie Geschichte und politische Bildung werden im Klassenverband unterrichtet“, sagt Beinhoff. „Bei einer Aufteilung der Klasse kommt es in allen vier Fächern im schlechtesten Fall zu einem Lehrerwechsel. Damit ist die Chancengleichheit gegenüber den anderen Gymnasiasten nicht mehr gegeben.“ Nach Angaben des Elternrates soll die Tutorin der 12b bestätigt haben, dass die Gründe für die Klassenauflösung mit weniger zur Verfügung stehenden Lehrerstunden zusammenhingen. Außerdem sei die 12b durch Abgänge auf 21 Schüler zusammengeschmolzen, was zusätzlich eine Auflösung rechtfertige. „Wir wehren uns dagegen, dass unsere Kinder nur Zahlen zu sein scheinen“, betont noch einmal Ines Beinhoff. Auch in anderen Klassen soll es Abgänge gegeben haben.

In dem Beschwerdeschreiben, das die Eltern an den Schulleiter Christoph Racky, das Schulamt Greifswald, die Geschäftsstelle des Landeselternrates beim Kultusministerium MV, die ebenfalls beim Ministerium angesiedelten Abteilungen Schulaufsicht und Schulentwicklung verschickt haben, wird ein Ultimatum gestellt: Bis Montag 7.45 Uhr sollen alle Verantwortlichen dafür sorgen, dass die Klasse zusammenbleibt.

Christoph Racky ist wenig erbaut darüber, dass die Eltern jetzt mit ihrem Protest an die Öffentlichkeit gehen. Gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG möchte er bei der Begründung für seine Entscheidung zur Auflösung der Klasse 12b auch nicht ins Detail gehen. Allerdings: „Glaubt wirklich jemand, ich hätte die Klasse aufgelöst, nur um meinen Willen durchzusetzen? So etwas mache ich nicht ohne Not. Und erst recht nicht bei einer 12. Klasse.“

Auch den Vorwurf einer schlechten Informationspolitik möchte er nicht auf sich sitzen lassen. Christoph Racky: „Wir hatten sechs Wochen Sommerferien. Da war überhaupt keine Chance, allen in vernünftiger Form mitzuteilen, wie die Zukunft der 12b aussehen könnte.“

Bisher habe er vor, am Montag gleich mit dem Unterrichtsbeginn die Schüler offiziell darüber zu informieren, dass sie auf die verbleibenden fünf 12. Klassen aufgeteilt werden. Ob es noch eine Chance gibt, den Verband zu erhalten, lässt Racky offen.

Jens-Uwe Berndt

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