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Rügen Endgültig: Kapelle Vitt bleibt „Terrakotta“
Vorpommern Rügen Endgültig: Kapelle Vitt bleibt „Terrakotta“
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00:05 06.01.2018
Man muss die Entscheidung der Kirchgemeinde akzeptieren. Iris Möbius Bürgermeisterin Putgarten
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Putgarten

Die Diskussionen sind beendet – die Kapelle oberhalb des kleinen Ortes Vitt auf Wittow bleibt terrakottafarben. Bei einer Gesprächsrunde mit Gemeindevertretern, Einwohnern von Vitt und dem Mitgliedern der Kirchgemeinde erklärte Nord-Rügens Pfarrer Christian Ohm die Entscheidung des Kirchgemeinderates, die Kapelle in einem Terrakota-Ton streichen zu lassen. Grund für das Gespräch war nicht abebbende Kritik an der neuen Farbgebung.

In einer Gesprächsrunde hat die Kirchgemeinde ihre Entscheidung für den Neuanstrich verteidigt. Anwohner bleiben skeptisch.

Christian Ohm verweist auf die vom Denkmalschutz empfohlene ursprüngliche Farbgebung. „Die Kapelle Vitt ist eines der wenigen sakralen Bauwerke aus dem frühen 19. Jahrhundert in Vorpommern. Dieser Umstand verpflichtet die Kirchengemeinde als Eigentümerin eines solchen historischen Gebäudes auf denkmalpflegerische Aspekte und Empfehlungen zu hören“, sagt er. „Und die Ursprungsfarbe ist nunmal festgestellt worden. In der Bauzeit der Kapelle und später wurden – so das Landesdenkmalamt – öffentliche Gebäude fast immer farbig und oft in einem terrakottafarbenen Ton gefasst.“

Die Vitterin Ricarda Schwanz ist mit dem Anstrich nicht glücklich. „Es ist ein Jammer“, sagt sie. „Vorher konnte man die Kapelle in strahlendem Weiß schon von weitem sehen. Jetzt erkennt man nur noch das daneben befindliche Klohäuschen.“ Die Entscheidung der Kirchgemeinde habe sich gegen die Stimmung im Ort gerichtet, findet sie. „Es geht ja auch um den Entscheidungsprozess. Es wäre schön, wenn man uns mehr in die Entscheidung mit einbezogen hätte.“ Dem wiederspricht Ohm deutlich. „Die Bürger Vitts sind sogar zur Bauberatung eingeladen worden“, so der Pfarrer. „Wir sind sehr transparent mit den Plänen umgegangen.“

Auch die Bürgermeisterin ist keine Anhängerin der neuen Farbe. „Die weiß gestrichene Kapelle war ein Markenzeichen für die Gemeinde und insbesondere für Vitt“, sagt Iris Möbius (CDU). „In Weiß

war sie einfach sichtbarer. Für den Tourismus hätte sie gut so bleiben können.“ Doch die Entscheidung für den Anstrich läge bei der Kirchgemeinde. „Als Eigentümer kann sie das selbst bestimmen. Die Entscheidung muss man akzeptieren.“

Doch die Geschmäcker sind verschieden – sowohl bei den Gemeindevertretern Putgartens als auch bei Touristen gibt es unterschiedliche Meinungen zum Farbton. Auch die Beliebtheit der Kapelle als Hochzeitskapelle hat bislang nicht gelitten. Erst am gestrigen Freitag fand eine Trauung in der Vitter Kapelle statt.

Der Ursprung des Farb-Streits reicht ins vergangene Jahr zurück. Damals waren bei Restaurierungsarbeiten an der Fassade Farbschichten gefunden worden, die Denkmalschützer als mögliche Ursprungsfarbe der 1816 fertiggestellten Kapelle identifizierten. Mit der Untersuchung ging die Empfehlung des Denkmalschutzes einher, die Kapelle wieder im vermeintlichen Ursprungston, einer hellen Terrakotta-Farbe zu streichen. „Das war aber keine Pflicht. Die endgültige Entscheidung, ob die Kapelle weiß bleibt oder nicht, hat bei der Kirchengemeinde gelegen“, meint Ricarda Schwanz. „Wir werden mit der neuen Farbe leben müssen, aber glücklich sind wir in Vitt nicht damit.“

Kapelle Vitt

Die Kapelle Vitt feierte vor zwei Jahren ihr 200. Jubiläum, sie entstand zwischen 1806 und 1816 amHochufer des Fischerdorfes Vitt nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel.

Errichtet wurde die achteckige Kapelle auf Anregung des Altenkirchener Pastors Ludwig Gotthard Kosegarten (1758-1818), der auch für die Seelsorge der Fischer in Vitt zuständig war. Vor dem Bau fanden die Gottesdienste in der Fangsaison im Freien statt. Die Kapelle ist heute vor allem als Trauungsort beliebt, außerdem finden hier Veranstaltungen des Musiksommers und Gottesdienste statt. 2017 wurde die Kapelle saniert, bekam unter anderem neu verglaste Fenster und -einfassungen. Im kommenden Jahr wird der Innenraum neu verputzt und gestrichen.

Anne Ziebarth

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