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Rügen Erich Kliefert: Er malte Rügen riesengroß
Vorpommern Rügen Erich Kliefert: Er malte Rügen riesengroß
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00:00 22.06.2018
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Stralsund

Das ist auch nicht jedem Künstler vergönnt: Täglich ein großes Publikum zu haben, obwohl das Werk nicht in einer Ausstellung hängt. Der Stralsunder Maler Erich Kliefert (1893 - 1994) hat dieses Glück: Wer mit aufmerksamem Blick durch die Stralsunder Bahnhofshalle spaziert, dem dürfte eine seiner berühmtesten Arbeiten – die Ausmalung des Raumes – nicht entgehen. Im vergangenen Jahr wurden die Gemälde aus dem Jahr 1935 aufwändig restauriert. Mit den farbigen Rügener und Stralsunder Ansichten hat sich der bekannte Stralsunder Maler bereits zu Lebzeiten ein kleines Denkmal gesetzt. Am Mittwoch – also vor zwei Tagen – jährte sich sein Geburtstag zum 125. Mal.

Am Mittwoch jährte sich der Geburtstag des Stralsunder Künstlers zum 125. Mal

Erich Kliefert lebte und arbeitete seit 1924 mit seiner Frau Mathilde Kliefert-Gießen (1887-1978) – ebenfalls einer Malerin – und den zwei Kindern in der Hansestadt. Die Familie ist inzwischen um eine große Enkel- und Ur-Ur-Enkelschar gewachsen. Zu ihnen gehört die Stralsunder Kunsthandwerkerin Hendrike Weber, die mit ihrer Werkstattgalerie Kranich-Keramik am Knieperwall in die Fußstapfen ihres Großvaters getreten ist. „Vor allem hat er uns das Sehen gelehrt. Den bewussten Blick auf alles Schöne, auf Architektur und Landschaften gelenkt. Und die Freude an all diesen Dingen“, sagt Hendrike Weber.

Die Stralsunderin findet es wunderbar, dass die Hansestadt das Jubiläumsjahr zum Anlass nimmt, Erich Kliefert in einer Sonderausstellung zu würdigen. Ab 27. Oktober werden seine Arbeiten in der Großen Galerie im Katharinenkloster des Stralsund Museums zu sehen sein. Das Museum hatte Kliefert bereits 1978, 1983 und 1993 Ausstellungen gewidmet und besitzt selbst zahlreiche seiner Bilder.

„Die Kuratorin Dorina Kasten ist sehr engagiert. Es ist schön, dass unser Museum diese Möglichkeiten bietet, an unseren Großvater zu erinnern“, sagt Hendrike Weber. Ihre Schwester Sabine Kliefert habe Kontakt mit anderen Galerien und Privatbesitzern aufgenommen. „So werden nicht nur Arbeiten aus dem Museumsfundus, sondern auch weitere Leihgaben gezeigt werden können“, blickt Hendrike Weber voraus. Zur Ausstellungs-Eröffnung werden ihre Tochter und ihre Enkelin musizieren. Auch das hätte den Maler sicher sehr gefreut.

Erich Kliefert war gelernter Glasmaler und hat ein Studium am Königlichen Kunstgewerbemuseum Berlin absolviert. Als Soldat aus dem Ersten Weltkrieg unversehrt zurückgekehrt, setzte er seine Studien fort. Von Stralsund aus unternahm Kliefert Studienreisen bis nach Italien. Mit 52 Jahren erneut zum Kriegsdienst eingezogen, überlebte er die letzten Monate des Zweiten Weltkrieges und kehrte nach kurzer russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Am Sund wirkte Erich Kliefert bis ins hohe Alter. Er wurde von Vielen verehrt, leitete mehrere Kunstzirkel, arbeitete als Maler, Grafiker und Restaurator, war Abteilungsleiter an der Volkshochschule und wurde mit Beginn seines Rentenalters noch als freischaffender Künstler tätig. 1993 hatte ihn die Stadt Stralsund zu ihrem Ehrenbürger ernannt.

Der Maler in der Literatur

Über Erich Kliefert gibt es mehrere Bücher. So erschien von Wieland Barthelmess 1999 „Erich Kliefert 1893-1994: Stralsund, Hiddensee, Rügen“ im Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude (ISBN 3-88132-088-1).

Ruth Negendanck schrieb über „Hiddensee: die besondere Insel für Künstler“ (ISBN 978-3-88132-288-1).

Bei Grete Grewolls erfährt man mehr über Erich Kliefert in „Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern: das Personenlexikon“. (ISBN 978-3-356-01405-1).

Marlies Walther

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