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Rügen Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Geschäftsführer in Bergen
Vorpommern Rügen Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Geschäftsführer in Bergen
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18:39 17.07.2019
Fassade der BeWo in Bergen. Quelle: Jens-Uwe Berndt
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Bergen

Jetzt wird es Ernst: Nach den Untersuchungen durch die Kriminalpolizei sieht die Stralsunder Staatsanwaltschaft ausreichend Gründe zur Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens gegen den Ex-Geschäftsführer der Bergener Wohnungsgesellschaft, Gerd Zander. Dem letztes Jahr im November geschassten BeWo-Chef wird Untreue vorgeworfen. Dabei soll es nach Informationen der OSTSEE-ZEITUNG um Millionenbeträge gehen.

„Die Bürgermeisterin der Stadt Bergen hat Strafanzeige erstattet“, sagt Oberstaatsanwalt Marc Engelhardt. „Gegenstand der Ermittlungen sind unter anderem die Vergütung des ehemaligen Geschäftsführers, seine Rentenansprüche und die Dienstwagennutzung.“ Die Verdachtsmomente seien derart stichhaltig, dass ein Ermittlungsverfahren gerechtfertigt sei.

Nur als Gerücht bekannt?

Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke wollte sich wegen des laufenden Verfahrens nicht zu Einzelheiten ihrer Vorwürfe äußern. „Mein moralisches Bild über den ehemaligen Geschäftsführer ist allerdings abgeschlossen“, sagt sie. Alles andere sei Sache der Behörden. Ratzke: „Die Bergener Wohnungsgesellschaft ist ein kommunales Unternehmen. Dafür gelten klare Regeln, die einzuhalten sind.“ Gerd Zander behauptet, von dem Ermittlungsverfahren gegen ihn offiziell noch nichts zu wissen. „Ich kenne das nur als Gerücht“, sagt er. „Ich werde mich damit erst auseinandersetzen, wenn ich davon schriftlich in Kenntnis gesetzt worden bin.“ Darüber hinaus bestätigt Zander, dass er sich mit der Stadt Bergen auch noch in einem Arbeitsrechtsstreit befindet.

Kündigungsgrund

Die fristlose Kündigung Gerd Zanders im November 2018 erfolgte wegen dessen Weigerung, einen Beschluss der Gesellschafterversammlung zu unterzeichnen. Darin sollte eine Rostocker Anwaltskanzlei mit der Beratung und der Vorauswahl möglicher Bewerber auf die Stelle des Geschäftsführers der BeWo beauftragt werden. Zander wollte in dem Angebot formelle Fehler ausgemacht haben. Auch sah er nach eigenen Aussagen bei einer möglichen Erteilung des Zuschlags ein finanzielles Risiko auf die BeWo zukommen. Der Geschäftsführerposten wäre dann im Juni 2019 frei geworden, da Zander in den Ruhestand gegangen wäre.

Gerd Zander war Ende November von Anja Ratzke fristlos gekündigt worden. Sie begründete ihre Entscheidung mit Pflichtverletzungen. Ratzke wehte aus der damals noch von der CDU dominierten Stadtvertretung ein scharfer Wind entgegen. In der wenige Tage danach stattgefundenen Stadtvertretersitzung war zum Beispiel verlangt worden, den Gefeuerten unverzüglich wieder einzusetzen. Ratzke hatte an ihrer Entscheidung aber festgehalten.

Dienstwagen für 100 000 Euro

Nach Informationen der OZ soll Gerd Zander mit dem Kauf seines Dienstwagens, einem SUV VW Touareg, gleich zweimal danebengelangt haben: Zum einen sei es wohl üblich, Fahrzeuge dieser Art zu leasen und nicht zu kaufen, zum anderen soll in seiner Stellenbeschreibung als Geschäftsführer eine geringere Typenklasse als annehmbar ausgewiesen sein. Der Touareg von Zander soll angeblich fast 100 000 Euro gekostet haben, wovon allein 30 000 Euro für die Sonderausstattung draufgegangen seien. Für sich und seine über 20 Mitarbeiter soll Zander nach OZ-Informationen Elektrofahrräder im Wert von jeweils 3000 bis 6000 Euro angeschafft haben. Und nicht nur das. Auch der jeweilige Ehe- beziehungsweise. Lebenspartner soll solch ein Rad erhalten haben.

Für ein gutes Betriebsklima soll darüber ein Masseur sorgen, der jede Woche regelmäßig erscheine und von jedem Mitarbeiter genutzt werden könne. Weiter gibt es Informationen darüber, dass Gerd Zander mehrere Familienmitglieder im Unternehmen beschäftigte, die durchaus üppig bezahlt worden sein sollen. Allen voran seine Frau, die sich mit der Vermietung von Ferienwohnungen beschäftigen soll. In der Buchhaltung habe angeblich Zanders Enkeltochter gearbeitet. Diese soll aber schon gekündigt haben.

Die Zahlung eines sogenannten Ruhegehalts von 1,5 Millionen Euro, die Gerd Zander sich genehmigte, bleibt schließlich ebenfalls weiter Gegenstand von Untersuchungen.

Jens-Uwe Berndt

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