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Rügen Erst zur Kanzlerin, dann in den Kreistag
Vorpommern Rügen Erst zur Kanzlerin, dann in den Kreistag
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00:00 16.05.2014
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Stralsund

Erst Debatte zur Lage von MV, Deutschland und der Welt, dann Abstimmung über Hilfen für die Freiwillige Feuerwehr: Unter den Kandidaten für den nächsten Kreistag befindet sich viel Polit-Prominenz aus der Bundes- und Landespolitik. Sechs Männer und Frauen aus SPD und CDU, die auf der Karriereleiter weit nach oben geklettert sind, kämpfen bei der Kommunalwahl um einen Sitz im Kreistag von Vorpommern-Rügen. Wenn sie künftig zwischen Berlin, Schwerin und Stralsund hin und her fahren, dann pendeln sie auch zwischen politischen Welten.

Landeswirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) will in den nächsten fünf Jahren weiter in der Kommunalpolitik mitmischen. Seit 1990 sitzt der gebürtige Greifswalder in den Regionalgremien. „Meine Heimat ist und bleibt Vorpommern. Mir ist es wichtig, auch künftig vor Ort etwas zu bewegen. Auf der Ebene der Kommunalpolitik werden Entscheidungen getroffen, die landesweit Relevanz haben“, sagt der 60-Jährige, der vor seiner Politikkarriere als Krankenpfleger arbeitete. Der knappe Terminkalender eines Ministers setzt ihm jedoch Grenzen. „Es sind Kompromisse und ein strukturierter Alltag nötig.

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Ich kann nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen“, sagt Glawe.

Diese Erfahrung musste auch die Stralsunderin Sonja Steffen machen, die für die SPD in Bundes- und Kreistag sitzt. „Am Anfang habe ich versucht, überall zu sein. Dann merkte ich, dass mich das kaputt machen würde“, sagt die Anwältin. Mittlerweile hat sie einen klaren Plan: Während der Sitzungswochen des Bundestags weilt sie in der Hauptstadt, die restliche Zeit im Nordosten. Die Werftenrettung sei ein gutes Beispiel, wie sehr Kommunal- und Bundespolitik miteinander verbunden sind. „Da hat es viele Gespräche in Berlin gegeben. Wenn nicht Bund, Land und Kommunen zusammengearbeitet hätten, gebe es die Rettung so heute wohl nicht.“

Der Rügener SPD-Kollege und Landtagsabgeordnete Ingulf Donig will die Landespolitik auf Kurs bringen, wenn sie nicht zu den Interessen seiner Heimat passt. „Hier muss man vermittelnd wirken und sich im Landesparlament für seinen Kreis stark machen“, sagt der 61-Jährige. Das SPD-Landtagsmitglied Susann Wippermann aus Ribnitz-Damgarten glaubt, mit Mandaten in Land- und Kreistag ihre Heimat am besten unterstützen zu können. So will sie die Außenstellen der Kreisverwaltung in der Bernsteinstadt erhalten. „Als Kreistagsmitglied ist man eher Erfüllungsgehilfe der Verwaltung, im Landtag hat man wesentlich mehr Einflussmöglichkeiten, zum Beispiel direkt ins Gesetzgebungsverfahren einzugreifen“, sagt die 42-Jährige Der Marlower Heino Schütt (CDU) hat in seinem Leben schon viele politische Stationen hinter sich. Der gelernte Bauhandwerksmeister war Bürgermeister seiner Heimatstadt, Kreistagspräsident in Nordvorpommern und geht jetzt im Schweriner Schloss ein und aus — ohne seine Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Im Fall seiner Wiederwahl in den Kreistag will der 69-Jährige sich für den Ausbau der Radwege einsetzen. „Kommunalpolitik sollte jeden Landespolitiker interessieren.“

Ähnlich sieht es sein Stralsunder CDU-Kollege Detlef Lindner. „In der Kommunalpolitik ist man oft näher dran an den Themen. Das schätze ich an der Arbeit“, sagt der 50-Jährige.



Alexander Müller

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