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Rügen Erste Analyse: Parkplatz an früherer Schule in Prora gefährdet die Gesundheit nicht
Vorpommern Rügen Erste Analyse: Parkplatz an früherer Schule in Prora gefährdet die Gesundheit nicht
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05:43 18.09.2019
Um das Areal hat die Gemeinde jetzt einen Zaun bauen lassen. Quelle: Gemeinde Binz
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Prora

Wurden für den neuen Parkplatz auf dem Aral der ehemaligen Schule in Prora Schadstoffe verbaut, die gesundheitsgefährdend sind? Diese Frage muss die Gemeine Binz als Eigentümer der Fläche klären und hat Bodengutachten beauftragt. Hintergrund sind Vorwürfe, dass angeblich nach dem Abriss des DDR-Baus, der Anfang der 70er Jahre errichtet wurde, kontaminierte Baumaterialien wie etwa vom Pappdach wiederverwendet worden seien. „Wir hatten zwei diesbezügliche Anzeigen“, bestätigt Bauamtsleiterin Romy Guruz.

Die Gemeinde habe eine Deklarationsanalyse vornehmen lassen. Dabei wird Abfall auf verschiedene Parameter kontrolliert. Die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen, aber ein erster Zwischenstandbericht eingetroffen: „Eine Gesundheitsgefährdung für Anlieger, Passanten und Nutzer kann nach ersten Analyseergebnissen eines Fachlabors und den Einschätzungen des Fachgebietes Umweltschutz des Landkreises ausgeschlossen werden“, informiert die Bauamtsleiterin.

Teer im Fokus

Zur Bodenuntersuchung sei die Fläche des Parkplatzes in zwei Teilflächen getrennt worden. Auf einer der beiden Flächen seien dabei erhöhte Werte einer Stoffgruppe, die aus Teer besteht, isoliert worden. Diese könnte bei sehr langer Liegezeit möglicherweise das Grundwasser beeinträchtigen, räumt Guruz ein. Der Teer könnte vom Dach an Wandteile getropft sein, wo er als „Kleberest“ hängenblieb. „Das Dach mit der belasteten Dachpappe ist ordnungsgemäß durch die Fachfirma entsorgt worden. Es wurde alles dokumentiert. Entsprechende Unterlagen liegen vor“, so Bauamtsleiterin Romy Guruz.

Weitere Bodenproben entnommen

Die belastete Teilfläche werde nun mit einer vertiefenden Kontrolluntersuchung weiter analysiert. Dazu werden weitere Einzelproben entnommen und untersucht. Das Vorgehen sei mit dem Fachgebiet Umweltschutz des Landkreises abgestimmt und werde auch von den Kollegen mit betreut. Dies bestätigt Kreissprecher Olaf Manzke. „Der Landkreis sieht keinen weiteren Handlungsbedarf.“

Das Bild zeigt Beräumungsarbeiten an der alten Schule in Prora im Mai dieses Jahres. Quelle: Gerit Herold

Im Frühjahr war die einstige Polytechnische Oberschule „Egon Schulz“ abgerissen worden. Aus Sicherheitsgründen zwecks Vandalismus und weil die Gemeinde Binz das 13000 Quadratmeter große Grundstück vermarkten will. Seit vielen Jahren möchte die Gemeinde das Gelände entwickeln. Das beräumte Areal soll einmal Teil eines aufgelockerten und grünen Wohnparks werden. Das Interessenbekundungsverfahren aus dem Jahre 2016 ist immer noch nicht abgeschlossen, fünf Investoren haben bereits ihre Ideen im Bauausschuss vorgestellt.

Parkplatz ist Übergangslösung

Übergangshalber will die Gemeinde die Freifläche als gebührenpflichtigen Parkplatz nutzen. Nach dem Rückbau der Ruine hatte die Kommune damit begonnen, den Stellplatz herrichten zu lassen. Dafür habe man Materialien der alten Bausubstanz verwendet. Die alten Betonflächen seien geschreddert und als Schotterbelag aufgetragen worden.

Als der Schotterboden aufgebracht wurde, habe die Gemeinde versucht, eine Staubentwicklung möglichst gering zu halten. Drei Mal sei die freiwillige Feuerwehr des Ostseebades dabei gewesen, um die Bereiche zu wässern.

Ergebnisse erst in einigen Wochen

„Die Wiederverwertung von Baumaterialien ist üblich“, so Guruz. Geschreddertes Material sei auch in kleinen Bereichen der Pestalozzistraße und am MZO-Gelände eingebracht worden. „Wir haben nun entschieden, dieses zeitnah zu ersetzen“, so Guruz. Das Material sei gestern wieder entnommen worden und werde vorübergehend auf dem Gelände „Alte Schule Prora“ zwischengelagert, bis die Endergebnisse der vertiefenden Untersuchung vorliegen würden. Dies werde voraussichtlich noch drei bis vier Wochen dauern.

Inzwischen hat die Gemeinde um das Areal an der früheren Schule in Prora einen Zaun gezogen. Der geplante Parkplatz werde erst zur nächsten Saison den Betrieb aufnehmen. Zuvor müssten noch bauplanungsrechtliche Vorgaben erfüllt werden, so Guruz.

 

So sah das seit vielen Jahren leerstehende Schulgebäude kurz vor dem Abriss aus. Quelle: Mario Frost

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Von Gerit Herold

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