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Rügen Bergener Vizepräsident Sven Fröhlich gibt Mandat zurück
Vorpommern Rügen

FDP-Mann gibt in Bergener Stadtvertretung Mandat zurück

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18:29 18.01.2020
Hoffnungsvoller Start: Auf der konstituierenden Sitzung wurde Sven Fröhlich neben Kerstin Kassner (M.) und Carmen Kannengießer ins Präsidium der Stadtvertretung gewählt. Quelle: Jens-Uwe Berndt
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Bergen

Der stellvertretende Präsident der Bergener Stadtvertretung, Sven Fröhlich (52), ist in der vergangenen Woche zurückgetreten und hat sein Volksvertreter-Mandat abgegeben. Fröhlich, der im Mai vergangenen Jahres zu den Kommunalwahlen als einziger Vertreter der FDP erneut in die Stadtvertretung gekommen war, gibt nach nicht mal einem Jahr auf. Er betont, dass er kerngesund sei, gibt aber vor allem Gründe für den Rückzug an, die mit seinem Wohlbefinden zu tun haben.

Tätigkeit ruhen lassen

„Im Oktober hatte ich einen Hörsturz, der sich nach eingehenden Untersuchungen als ungefährlich herausstellte“, sagt Fröhlich. „Allerdings hatte ich für ein paar Wochen meine Stadtvertretertätigkeit ruhen lassen. Dabei konnte ich feststellen, dass sich mein Körper enorm erholte.“ Er habe sich wohlgefühlt wie lange nicht. Vor allem: Es gab keine Gründe, sich über etwas zu ärgern. „Nachdem ich Anfang letzter Woche meinen schriftlichen Rücktritt erklärt hatte, ging es mir richtig gut – als hätte ich etwas Belastendes weggeworfen.“

Situation wie einst

Sven Fröhlich, der bereits in der vorangegangenen Legislaturperiode in der Stadtvertretung saß und Bestandteil der CDU/FDP-Fraktion war, lässt allerdings durchblicken, dass die tiefer liegenden Beweggründe für den Wunsch, sich von der Last der Verantwortung befreien zu wollen, durchaus in der politischen Situation in Bergen zu suchen sind. „Es geht schon wieder so weiter, wie es vor der letzten Wahl gewesen ist“, sagt Sven Fröhlich. Der Liberale hatte nach eigenen Aussagen zum Schluss der Wahlperiode darunter gelitten, dass die CDU als absolute Mehrheit ihre Interessen ohne Rücksicht auf die Meinung der anderen Fraktionen durchgedrückt habe. Mittlerweile sei es bei dem neuen Kräfteverhältnis – das Bergener Bündnis (BB) und die Fraktion der Linken haben gemeinsam so viele Mandate, dass sie bei Einigkeit die absolute Mehrheit bilden – ähnlich wie einst: „Es wird nicht miteinander geredet, die Entscheidungen werden parteiisch getroffen, es gibt kein Miteinander.“

Versprechen gebrochen

Fröhlich benennt ein Beispiel, dass ihm kürzlich besonders zu schaffen gemacht habe. Dabei sei es um einen Nachrücker in den Finanzausschuss gegangen. Ihm sei vom BB zugesichert worden, dass ein berufener Bürger aus den FDP-Reihen den Stuhl besetzen könne. Dieses Versprechen sei aber nicht eingehalten worden. „Und niemand hat darüber noch einmal mit mir geredet“, sagt er. Für Sven Fröhlich wird Kathrin Parpat in die Stadtvertretung nachrücken. Parpat ist als Gewerbetreibende in Bergen sehr bekannt. Bei den Stadtvertretersitzungen fiel sie auch immer wieder durch Wortmeldungen während der Einwohnerfragestunden auf.

Neuer Vorstand bei FDP

Erste Veränderungen hat es mit Beginn des neuen Jahres auch im FDP-Regionalverband Bergen & Umgebung gegeben. Abgesehen davon, dass es zu einer Umbenennung von Bergen/West Rügen zu Bergen & Umgebung kam, ist erst Mitte vergangener Woche ein neuer Vorstand gewählt worden. Demnach ist jetzt Bianca Pahnke die neue Vorsitzende, Sven Fröhlich agiert als Stellvertreter. Die beiden Beisitzer wurden Martin Handschug und Helge Saathoff. Der Ex-Vorsitzende Volker Haberkorn zog sich aus Altersgründen zurück, Beisitzer Sven Heise verlässt offenbar aus beruflichen Gründen die Insel.

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