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Rügen Bergener FDP vom T-Rex gejagt
Vorpommern Rügen Bergener FDP vom T-Rex gejagt
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18:21 17.05.2019
Die sechs FDP-Kandidaten für die Bergener Stadtvertretung werden hier vom T-Rex gejagt. Quelle: KONRAD NICKEL
Bergen

Manch einer mochte schon vermutet haben, die Liberalen der Stadt Bergen haben den Wahlkampf vollkommen verschlafen, denn an den Laternenpfählen in der Stadt sind die Konterfeis der sechs FDP-Kandidaten nirgends zu finden. Dabei handelt es sich allerdings keinesfalls um ein Versäumnis, sondern um einen Plan.

„Die Flut an Wahlplakaten ist der totale Irrsinn“, sagt Kandidatin Bianca Pahnke. „Man kann das alles gar nicht erfassen, was da aufgehängt ist, der Stressfaktor für die Menschen ist enorm.“ Sven Fröhlich, in der zurückliegenden Legislaturperiode stellvertretender Präsident der Stadtvertretung und Mitglied der CDU/FDP-Fraktion, sieht das genauso. „Man findet an den Pfählen schon keinen Platz mehr“, sagt er. „Es ist auch ein Wahnsinn, zu glauben, man könnte alle 70 Bewerber für die Bergener Stadtvertretung im öffentlichen Raum per Foto zeigen.“ Und schließlich sei da noch die Umwelt – ein Thema, das die FDP schon seit einiger Zeit für sich entdeckt hat. „Für vier Wochen Plakate drucken zu lassen, ist sinnlos bei dem Gedanken, dass sie nach der Wahl alle wieder entsorgt werden müssen.“ Mit ökologischem Denken habe das nichts zu tun.

Der neue Weg ist online

In Bergen gehen die Freien Demokraten deshalb einen anderen Weg: Sie konzentrieren sich auf Wahlkampf in den sozialen Netzwerken. Dort sind sie obendrein mit ein paar Fotos und Slogans unterwegs, die nicht nur auffallen, sondern von Humor zeugen. Allen voran jenes Bild, das die sechs Bergener FDP-Kandidaten zeigt, wie sie panisch vor dem T-Rex aus dem Film „Jurassic Park“ davonrennen. Überschrift: „Wir lassen uns nicht einfangen ... von niemandem“. Laut Fröhlich ist das eine klare Absage an alle, die mit der FDP ab dem 27. Mai eine Fraktion bilden möchten – so wie es die CDU in der Vergangenheit tat. „Die letzten drei Jahre in der Stadtvertretung haben überhaupt keinen Spaß gemacht“, sagt Fröhlich. „Ich wünsche mir für die Zukunft eine gute Vertretung, wo die Gewählten vernünftig zusammenarbeiten. Da ist es mir egal, wer da das Votum der Bürger bekommt.“

Ein zweites Bild zeigt unter der Überschrift „All unsere Kandidaten für die Stadtvertretung Bergen“ die sechs FDPler, wie sie den Tribünenbereich des Arndt-Stadions in Bergen füllen. Zig mal hatte sich das Sextett auf die Zuschauerbänke gesetzt und immer wieder andere Posen eingenommen, so dass am Ende nach der Bearbeitung am Computer der Eindruck entstand, eine lustig und angeregt miteinander agierende Menschenmenge habe hier Platz genommen. „Das Ganze hat über eine Stunde gedauert“, sagt Bianca Pahnke. „Hinterher waren die Stadionsitze von unseren Hintern blankgeputzt.“

Spaß im Bewerberrennen

Abgelichtet wurden die Liberalen von dem Bergener Fotografen Konrad Nickel. der habe, so Pahnke, auch die Idee mit dem Saurier gehabt. „Wir hatten ein paar ruhige Fotos am Nonnensee gemacht, als er uns plötzlich über eine Wiese rennen ließ und meinte, wir sollten dabei fürchterliche Angst haben.“ Da schwebte Nickel die Jagd des T-Rex schon vor. Und am Ende passte das auf dem eigentlichen Bild auch alles prima zusammen.

Ob Pahnke, Fröhlich, Kathrin Parpat, Tobias Kind, Gerhard Weber und Martin Handschug am Ende tatsächlich in das beschließende Gremium der Stadt einziehen, wird sich am 26. Mai zeigen. Spaß hatten die FDP-Kandidaten bisher aber auf jeden Fall. Trotzdem. „Bei all dem Spaß sei der Ernst der Aufgabe als Stadtvertreter nicht vergessen“, sagt Bianca Pahnke.

Jens-Uwe Berndt

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