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Rügen Baabe: Zum Reusenfest kommt Fisch in die Bratwurst
Vorpommern Rügen Baabe: Zum Reusenfest kommt Fisch in die Bratwurst
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17:22 10.06.2019
Der frühere Kurdirektor Gerd-Jürgen von Below, der einst die Idee zum Reusenfest hatte, zog die Reuse mit hoch. Quelle: Gerit Herold
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Baabe

So war es früher Brauch: Wenn die Fischer eine Reuse gebaut hatten, richteten sie diese zur Probe an Land her. Dann begossen die Fischer das Innere der Reuse mit Schnaps und nahmen selbst einen ordentlichen Schluck, um sie einzuweihen. Gleichzeitig erhielt der Reusenplatz einen Namen, der nach dem Standort ausgewählt wurde. So gab es die Buskamreuse, benannt nach dem gleichnamigen Findling in der Ostsee vor Göhren, die Strandreuse und Kliffreuse. Oder auch die Stalingradreuse zwischen den Selliner Steinen. „Weil der Wind dort ungünstig war, war die Reuse gleichkaputt“, weiß Fischer Roberto Brandt.

An ihre Wurzeln erinnern die Baaber alljährlich zu Pfingstwochenende beim Reusenfest im Kurpark des Ostseebades. Die Idee dazu, die Tradition wieder aufleben zu lassen, hatte vor ungefähr 25 Jahren der damalige Kurdirektor Gerd-Jürgen von Below. Er ist natürlich auch mit dabei, als die Mönchguter die über 30 Jahre alte Heringsreuse hochziehen, die einst zum Fischen in der Nähe des Buskams zum Einsatz kam. Heute wird diese Art der Fischerei nicht mehr so intensiv betrieben, weil es nicht mehr so viele Fischer gibt und die Heringsquoten gering sind, erklärte Fischer Roberto Brandt. Er gehört mit den Fischern Silvio Mundt und Heuer zu den letzten drei Fischern im Ostseebad, die noch aktiv sind.

Es begann um 1840 mit Fischbauern

In Baabe haben Fischerei und Fischverarbeitung lange Tradition, die um 1840 mit den Fischerbauern begann. Die Kombination aus Landwirtschaft und Fischerei sicherte den Mönchguter Familien die Existenzgrundlage. Der gefangene Fisch wurde gesalzen und auf der Insel, aber auch in Stralsund und Greifwald verkauft.

Hatte es einst mit einer Handvoll Fischern angefangen, so organisiertem sich ab 1959 Fischer in Reusenorganisationen. Inzwischen fischten sie mit großen Reusen, Langleinen und Stellnetzen auf verschiedene Fischarten. Verarbeitet wurde der Fisch in der Fischverarbeitung Seedorf und verkauft in einem Fischladen im Ostseebad Sellin. Bis zur Wende waren in Baabe noch 15 Fischer aktiv. Die letzten sechs Fischer machten sich in den Neunzigerjahren selbstständig – meist mit einem zweiten Standbein, wie Strandkorbvermietung oder Gaststätte.

David Heuer schulte zum Fischer um

Doch noch gibt es Fischernachwuchs. Um diesen zu ehren, wurde der Reusenplatz in diesem Jahr „David“ getauft. Der gelernte Koch David Heuer hat zum Fischer umgeschult und seine Prüfung mit „sehr gut“ bestanden. „Damit ich den väterlichen Betrieb übernehmen kann, den es seit 1995 gibt“, so der Baaber.

Für Nachschub bei den Fischern sorgt auch Manuela Friedrich. „Den muss es ja weiter geben“, lacht die Baaberin und streicht sich über ihr dickes Bäuchlein. Sie, Töchterchen Anabell (9) sowie Ehemann Wolfgang sind im Fischerhemd erschienen. Mit Baabe-Tasche und Anker-Ohrring unterstreicht Manuela Friedrich ihr maritimes Statement.

Neben Informationen rund um die sogenannte Kummreuse können Besucher des Reusenfestes noch bis Pfingstmontag ein maritimes Unterhaltungsprogramm genießen. Dafür sorgen die „Mönchguter Fischköpp“, die Klabauterleute“, Andy & Band sowie das „EAK -Erstes Allgemeines Kurorchester“. Außerdem gibt es einen kleinen Händlermarkt und Leckeres aus frischem Fisch.

Extra Hinweisschilder zur Müllentsorgung

So hat Fischer Roberto Brandt nicht nur Fischbrötchen und Fischsoljanka im Angebot, sondern auch Fischbratwurst vom Grill. Diese sind aus 80 Prozent Dorsch, Hecht und Brasse sowie 20 Prozent Schweinefleisch und Kräutern. Beliebt sind auch die Dorschbouletten von Fischer Silvio Mundt – wahlweise mit Preiselbeermarmelade. Aber auch der Stand, an dem es Flammlachs mit Rosmarinkartoffeln gibt, ist gut besucht.

Alle Speisen und Getränke werden beim Reusenfest erstmals in Mehrweggeschirr oder in kompostierbaren Tellern und Bechern ausgeschenkt. Zur Entsorgung stehen entsprechende Müllbehälter mit Hinweisschildern bereit. Große Überzeugungsarbeit mit den Händlern hätte es nicht gegeben, informierte Johanna Goldstein. Auch wenn noch nicht alles perfekt laufe, ist die Event-Managerin der Kurverwaltung zufrieden. „Wichtig ist, dass wir anfangen.“ Für die Kompostierung des Mülls hat die Kurverwaltung eine Maschine gekauft, die demnächst geliefert wird.

Maritimes und Kulinarisches im Kurpark des Ostseebades

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