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Fremdenverkehrsverein Binz will Präsenz im Haus des Gastes  

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17:38 20.01.2020
Haus des Gastes Binz Quelle: Kurverwaltung Binz
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Binz

Der Binzer Fremdenverkehrsverein begeht im Oktober sein 30-jähriges Bestehen. Sein größter Geburtstagswunsch könnte danach in Erfüllung gehen: der Umzug seiner Geschäftsstelle aus der Wylichstraße in das Haus des Gastes. Das touristische Servicezentrum ist Hauptanlaufpunkt für Urlauber und Hauptsitz der Binzer Kurverwaltung.

Für den Standortwechsel gaben zumindest die Mitglieder des Betriebsausschusses Kurverwaltung auf ihrer jüngsten Sitzung schon einmal grünes Licht. Nun müssen noch Hauptausschuss und Gemeindevertretung darüber entscheiden, ob es zum Abschluss eines Mietvertrages zwischen dem Eigenbetrieb Kurverwaltung und dem Fremdenverkehrsverein Binz e. V. kommt.

Alle Leistungen an einem Ort

Mit einer künftigen Präsenz des Fremdenverkehrsvereins im Haus des Gastes habe der Urlauber alle touristischen Serviceleistungen an einem Ort. Er würde nicht nur mit Informationen zum Aufenthalt im Ostseebad versorgt, sondern könnte auch gleich eine Herberge buchen.

„Und muss dafür nicht immer erst 800 Meter weiter zu unserer Geschäftsstelle laufen “, begründete Vereinsvorsitzender Ronald Rambow. Information und Vermietung an einem zentralen Punkt zu vereinen und Kräfte zu bündeln, sei die strategische Ausrichtung für die Zukunft. Dies sei auch wichtig vor dem Hintergrund der Entwicklung des Binzer Ortsteils Prora, so der Inhaber eines Reisebüros. Er arbeitet seit der neuen Legislaturperiode als sachkundiger Einwohner im Betriebsausschuss mit.

Der Fremdenverkehrsverein Binz wurde 1990 gegründet. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der Buchung und Vermittlung von Unterkünften. Er hat rund 280 private und gewerbliche Mitglieder, darunter kleiner Vermieter und große Hotels. Er vertritt von den rund 15 000 Gästebetten im Ostseebad rund 8000. Im Jahre 2018 gründete er die Tourismusgesellschaft Binz GmbH & Co KG, als 100-prozentige Tochter des Vereins. Diese übernahm die Aufgaben, die der Verein nicht mehr leisten konnte, aber seine wirtschaftliche Grundlage bildet. Dazu gehören das Onlinemarketing und die Onlinevermarktung, das operative Geschäft und der Ticketverkauf.

Historischer Moment

Ausschussmitglied Ulf Dohrmann würde den Schritt begrüßen: „Der Verein ist Ansprechpartner für die Vermietung. Wenn Leute in die Kurverwaltung kommen, dann können sie sich auch beraten lassen und Unterkünfte buchen. Das ist für den Gast angenehmer.“

Kurdirektor Kai Gardeja sieht bei einem möglichen Zusammengehen vor allem eine Verbesserung für Beherbergungsbetriebe, die sich nicht so „hochprofessionell“ wie Hotels vermarkten könnten.

„Dass Kurverwaltung und Verein miteinander neue Wege gehen, ist eine gute Botschaft für den Ort“, befand Dr. Manuela Tomschin. Und mit Verweis auf die nicht einfache Vorgeschichte sprach Ausschussmitglied Birte Löhr sogar von „einem historischen Moment“.

Win-win-Situation für alle

Kommunikationsprobleme, Kompetenzgerangel und persönliche Angriffe zwischen den Spitzen von Verein, Kurverwaltung und Gemeinde hatten in der Vergangenheit für verhärtete Fronten gesorgt. 2018 hatten Gemeinde und Kurverwaltung die Vereinbarungen über die gemeinsame Erstellung des Gastgeberkatalogs und Messeauftritte sowie auch die Mitgliedschaft im Fremdenverkehrsverein aufgekündigt, weil dies nicht weiter mit einer privatwirtschaftlichen GmbH möglich sei.

Nach jahrelangem Knatsch ist man wieder aufeinanderzugegangen. „Wir haben auch den Gastgeberkatalog wieder zusammen auf den Weg gebracht“, so Rambow, er freut sich nun über das Okay des Ausschusses für das Vorhaben. „Das ist ein Fortschritt für die Gemeinde, die Kurverwaltung und unseren Verein. Eine Win-win-Situation für alle.“

Neues Domizil im Erdgeschoss

Der Fremdenverkehrsverein trägt schon seit rund zehn Jahren den Gedanken sich mit, im Haus des Gastes präsent zu sein. „Wir hoffen, dass wir bis zum Ende des Jahres am neuen Standort aktiv werden können“, so Rambow. Das neue Domizil soll im Erdgeschoss sein, wo die beiden Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz haben werden. Vorab müsse aber noch geprüft werden, welche bautechnischen Möglichkeiten realisiert werden können.

Im Laufe seines Daseins hat der Fremdenverkehrsverein schon mehrfach seinen Standort im Ostseebad gewechselt. Zuerst war die Geschäftsstelle, die sich derzeit in der Wylichstraße 13 befindet. Der Umzug ins Binzer Haus des Gastes soll nun der letzte werden. In dem Gebäude befinden sich neben der Tourismusinformation ein Kinderspielzimmer, Veranstaltungsräume, ein Hochzeitszimmer für Trauungen, eine Internet-Surf-Station und eine Leseecke mit Teetheke.

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