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Rügen Friedenslicht aus Bethlehem leuchtet jetzt in Göhren
Vorpommern Rügen

Friedenslicht aus Bethlehem leuchtet jetzt in Göhren

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17:12 20.12.2019
Pastor Olav Metz (r.) und Axel Müller in der Kirche von Göhren. Hier wird das Friedenslicht aus Bethlehem ab dem 22. Dezember und bis zum 6. Januar brennen. Wer möchte, kann sich daran eine Kerze entzünden und so das Licht mit nach Hause nehmen. Quelle: Gerit Herold
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Göhren

Dieses Licht hat einen weiten Weg hinter sich und soll möglichst viele Menschen erreichen. Es soll Mut machen und Hoffnung geben. Es wurde am 26. November von einem elfjährigen Mädchen in der Geburtsgrotte Jesu entzündet und reist nun als Botschafter des Friedens durch die Länder der Welt – in die Herzen der Menschen.

Gottesdienst beginnt um 10 Uhr

Zum ersten Mal ist es auch in Göhren eingetroffen. Dort wird das Friedenslicht von Bethlehem beim Aussendungsgottesdienst am Sonntag, 4. Advent, um 10 Uhr von zwei Kindern in die Kirche getragen und im Gotteshaus entzündet. Bis zum 6. Januar wird es dort brennen. Insulaner oder Gäste der Insel können eine Kerze am Friedenslicht entzünden, mit nach Hause nehmen und an andere Menschen weiterreichen. Wer keine Kerze oder Lampe dabei hat, für den stehen rund 100 Mitnahmelichter in der Göhrener Kirche bereit.

Die Kirche von Göhren am Speckbusch wurde 1930 eingeweiht. Quelle: Gerit Herold

Olav Metz freut sich, dass der 4. Advent in so einem besonderen Zeichen stehen wird. „Er wird ja meist etwas stiefmütterlich behandelt“, schmunzelt der für die Kirchengemeinde Mönchgut-Sellin zuständige Pastor. Dass das Friedenslicht nach Rügen kommt, ist auf Initiative von Axel Müller entstanden. „Ich las davon in einem Pressebericht und dachte, dass es schön und wichtig wäre, das Friedenslicht weiterzureichen. Den Wunsch nach Frieden gibt es, seit es die Menschen gibt. Er ist in der Welt aktueller denn je“, so der Göhrener. Er hat zusammen mit Tischlermeister Bertram Eder den Kerzenleuchter aus Holz und Metall angefertigt, auf dem die Kerze steht, die mit dem Friedenslicht in Göhren entzündet wird. Aber wie genau kam es aus Bethlehem in den Mönchguter Ort?

Die Friedenslicht-Aktion wurde 1986 vom Österreichischen Rundfunk (ORF) ins Leben gerufen. Ein Licht aus Bethlehem soll als Botschafter des Friedens durch die Länder ziehen und die Geburt Jesu verkünden. Das Licht ist das weihnachtliche Symbol schlechthin. Jedes Jahr entzündet ein Kind das Licht an der Flamme der Geburtsgrotte Christi in Bethlehem. Von Palästina aus reist das Licht mit dem Flugzeug in einer explosionssicheren Lampe nach Wien. Dort wird es am dritten Adventswochenende in alle Orte Österreichs und in die meisten europäischen Länder gesandt. Züge mit dem Licht fahren über den ganzen Kontinent.

Pfadfinder verteilen Friedenslicht

Insbesondere die Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben sich des Friedenslichtes angenommen und sorgen dafür, dass es in den meisten europäischen Ländern verbreitet wird und sogar seinen Weg in die USA gefunden hat. Allein in Deutschland sind rund 220 000 Pfadfinder aktiv, weltweit sind es über 50 Millionen. Das Licht wird weitergereicht an viele Institutionen, Kirchen, Gemeinden und Menschen.

Am 14. Dezember nahm es in Wien eine deutsche Delegation aus 150 Pfadfindern entgegen und brachte die kleine Flamme am dritten Adventssonntag zum 26. Mal mit dem Zug nach Deutschland. So gelangte es auch nach Berlin und schließlich nach Greifswald, wo es Axel Müller am Mittwoch in Empfang nehmen konnte und weiter nach Rügen transportierte. „Zur Sicherheit waren es zwei Kerzen“, so Müller. Er wird auch die Aufsicht übernehmen während der Zeit, in der das Licht in der Göhrener Kirche brennt.

Aktion soll in Göhren fortgeführt werden

In diesem Jahr will die Aktion Friedenslicht aus Bethlehem unter dem Motto „Mut zum Frieden“ ein leuchtendes Zeichen für eine tolerante Gesellschaft und Weltgemeinschaft, Frieden und Völkerverständigung setzen. „Es ist zwar ein christlicher Impuls, aber er zieht sich verbindend durch alle Religionen“, sagt Pastor Olav Metz. „Wir knüpfen uns in das Netzwerk des Friedens ein.“ Die Aktion soll in den nächsten Jahren in Göhren fortgeführt werden.

Herbeizaubern kann das Licht den Frieden nicht. Aber uns daran erinnern, dass es unsere Aufgabe ist, stets um ein friedliches Miteinander zu ringen. Im Großen wie im Kleinen. Nicht nur zur Weihnachtszeit.

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