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Rügen Fritz Buschner zum Ehrenbürger von Sellin ernannt
Vorpommern Rügen Fritz Buschner zum Ehrenbürger von Sellin ernannt
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07:23 01.06.2019
Puhdys-Urgestein und Musikerfreund Peter Meyer (r.) hielt die Laudatio für Fritz Buschner. Quelle: Gerit Herold
Sellin

Fritz Buschner steht seit Jahrzehnten auf der Bühne. Sein Aushängeschild und Stimmungsgarant: professionelle Tanz- und Unterhaltungsmusik. In seiner Karriere hat er mit Größen der Branche wie Ted Herold, Bernhard Brink, Frank Schöbel, Mary Roos oder Jacqueline Boulanger gespielt. Musik ist sein Leben. Mit seiner Band hat Fritz Buschner die Tradition des großen Hansa Schauorchesters aus Rostock weitergeführt und wurde auf Rügen zur lebenden Legende. Nun verleiht die Gemeinde Sellin Fritz Buschner die Ehrenbürgerschaft.

„Wir würdigen damit sein Lebenswerk. Fritz Buschner tritt seit 1963 in Sellin für Urlauber und Einheimische auf und hat mit seiner Band und seinem Engagement dazu beigetragen, dass der Charakter der Kurkapellen unvergesslich bleibt“, sagte Bürgermeister Reinhard Liedtke. Das Gemeindeoberhaupt überreichte dem Musiker und Chef der „Fritz Buschner Showband“ vor dem Konzert am Seebrückenkopf am Freitag die Urkunde. „Ich erinnere mich noch gut an die Mexikaner-Shows auf der alten Freilichtbühne zu DDR-Zeiten. Da haben die Leute Schlange gestanden, um Karten zu ergattern“, so Liedtke. Buschner sei der einzige noch immer aktive Musiker aller Kurkapellen, die jemals in Sellin aufgetreten sind.

„Ich möchte mich für die Ehrung sehr bedanken und werde weiterhin immer für Sellin da sein“, sagte der sichtlich gerührte Fritz Buschner. Mit der erste Gratulant war sein langjähriger Musikerfreund Peter Meyer. Das Puhdys-Urgestein erzählte in seiner Laudatio, dass Buschner ihn immer mit seinem Schlagzeug-Solo begeistert habe und er Schuld daran war, dass er auch Musiker geworden ist. Als er am Lehrerinstitut paukte, habe Buschner schon am Theater in Zeitz gepaukt und ihn immer zum Frühstück eingeladen. Das war nachmittags um 14 Uhr. „Da hat es bei mir Klick gemacht“, so Meyer.

Fritz Buschner stammt aus Naumburg. Nach seinem Studienabschluss an der Hochschule für Musik in Weimar war er Kesselpauker im Theater Zeitz und an der Oper Leipzig. Schließlich war er dem Lockruf von Helmut Opel an die Küste gefolgt, der ihn als Schlagzeuger entdeckte. Opel leitete das berühmte Tanz- und Schauorchester, das auch mit seinen Konzerten auf der Selliner Seebrücke längst zur Legende geworden war. Ob Bärbel Wachholz, Horst Köbbert oder die PuhdysBuschner, der seit 1963 in Sellin lebt, kannte viele Stars der Szene.

1978 hatte Buschner seine eigenes Party Orchester gegründet, das unzählige Auftritte auf Rügen und in der ganzen Republik hatte. Mit seiner Bigband war Buschner Stammgast im Binzer Kurhaus. Das Hotel leitete seinerzeit sein Schwager Wilfried Rothkirch. Damals gehörten noch 13 Musiker, zwei Sängerinnen und drei Techniker zum Ensemble. Mit dem Untergang der DDR begannen zunächst – wie bei vielen Künstlern aus dem Osten – schwere Zeiten. Verträge brachen weg, große Orchester wurden zu teuer. Heute gehören zur Komplettbesetzung neben Sohn Hendrik noch Sängerin Antje Medwed, Harald Schenk, Volkmar Berg und Dieter Göttermann. Die Künstler spielen zum Teil auch in anderen Formationen und wohnen in verschiedenen Orten Deutschlands. Nur Buschner Senior und Junior leben Tür an Tür am Selliner Hochufer nahe der Seebrücke. Dass alle Bandmitglieder an Hochschulen studiert haben und Noten lesen können, betont Fritz Buschner gern und oft. Nur den Stecker in die Steckdose zu stecken und dazu zu singen, ist nicht sein Anspruch.

Vor zwei Jahren hatte der nicht alternde Vollblutmusiker eigentlich seinen Abschied von der Bühne verkündet. Doch der Ruhestand musste warten. Buschner, der sein Alter lieber für sich behält, ruderte wieder zurück. Zu viele Termine standen schon im Tourenplan. Ohne ihn geht es noch nicht. Er ist mit der Band deutschlandweit zu Gastspielen unterwegs bei Kurkonzerten, Stadtfesten, Galas, Tanzturnieren und beim Fasching. Auch heute spielt „Fritz Buschner’s Showband“ auf den Ostseeterrassen in Sellin von 16 bis 19 Uhr Livemusik.

Sellins erster Ehrenbürger war der Fotograf Hans Knospe, der maßgeblich am Wiederaufbau der Seebrücke in den 90er Jahren mitgewirkt hat. Vor zwei Jahren wurde Dr. Klaus Porthun wegen seiner Verdienste für die Gemeinde das „Ehrenbürgerrecht“ von Sellin verliehen. Der frühere Zahnarzt, der jahrelang im Gemeinderat saß, nahm die Ehrung zu seinem 80. Geburtstag entgegen. Geehrt wurde ein Jahr später auch Dr. Günter Schmidt aus Baabe, Jahrzehnte als Kinderarzt und Allgemeinmediziner in der Region tätig. Anlässlich seines 80. Geburtstages erhielt er 2018 die Ehrenbürgerschaft der beiden Ostseebäder Sellin und Baabe. Diese doppelte Würdigung hatte es zuvor noch nicht gegeben.

Gerit Herold

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