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Rügen Fusion mit Stralsund: Altefährer sind unentschlossen
Vorpommern Rügen Fusion mit Stralsund: Altefährer sind unentschlossen
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00:26 20.12.2018
Die Gemeinde Altefähr und die Hansestadt Stralsund sind nur wenige Meter voneinander getrennt. Quelle: Christian Rödel
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Altefähr/Stralsund

Es ist noch ungewiss, ob es einen Zusammenschluss zwischen Altefähr auf Rügen und der Hansestadt Stralsund geben wird. Fakt ist aber, wie es Altefährs Bürgermeister Ingulf Donig (SPD) sagt: „Die Zeit rennt“. In noch nicht mal einem halben Jahr muss entschieden sein, ob die beiden Orte fusionieren wollen oder nicht.

Auch der Stimmungstest der OSTSEE-ZEITUNG hat ein zwiespältiges Bild ergeben. Die Unentschlossenheit spiegelt sich in den Zahlen wider. 53 Prozent würden sich bisher gegen eine Fusion mit der Hansestadt Stralsund entscheiden, wenn es jetzt einen Bürgerentscheid geben würde. „Wir haben ein sehr gutes Angebot gemacht, das steht nach wie vor. Für uns ist das Thema auch weiterhin aktuell. Es liegt jetzt bei Altefähr, wie es weitergeht. Vielleicht sollte man die Altefährer tatsächlich selber entscheiden lassen, was sie möchten“, sagt der Stralsunder Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU).

750 Umfragebögen

Die OSTSEE-ZEITUNG hat Ende November 750 Umfragebögen an alle Haushalte in Altefähr verschickt. 197 Unterlagen sind ausgefüllt zurückgesendet worden. Die Frist zur Beantwortung lief bis zum 9. Dezember. Während wir bei drei der insgesamt Fragen (zu den Ängsten vor einer möglichen Fusion oder Änderungswünschen im Fusionsvertrag beispielsweise) mehrere Antwortmöglichkeiten zugelassen haben, konnten die Befragten bei ihrem generellen Votum für oder gegen einen Zusammenschluss mit Stralsund beziehungsweise für oder gegen einen Bürgerentscheid nur mit Ja, Nein oder Enthaltung stimmen.

Die Gemeinde hat jetzt selbst einen Fragebogen an alle Einwohner verteilt. „Bis zum 10. Januar haben die Menschen in Altefähr Zeit, diese Fragen zu beantworten und zurückzuschicken“, sagt Ingulf Donig. Vor allem soll dann auf die Hinweise, die bisher noch gar nicht Beachtung gefunden haben, nach der Auswertung auf politischer Ebene eingearbeitet werden. „Meine persönliche Meinung: Aufgrund der finanziellen Lage wird es nicht besser in Altefähr. Uns läuft aber die Zeit davon. Das Land möchte bis zum 26. März eine Entscheidung haben, ob es einen Bürgerentscheid geben soll oder nicht“, sagt er.

Die Einwohner von Altefähr sollen sich bestmöglich ein Bild der Fusion machen können. Dazu Gemeindevertreter Friedhelm Wolff: „Die Fusion ist sehr umfangreich. Und sie ist endgültig. Es ist ein Grundsatzbeschluss, der nicht mehr rückgängig zu machen ist. Deshalb müssen wir mit Ruhe und Besonnenheit an diese Angelegenheit herangehen. Und dabei sind die Wünsche und Bedenken der Einwohner enorm wichtig“, sagt er.

Gero Schwedhelm, der sich kürzlich – wie er es nannte – als Fusionsbefürworter outete, ist froh über das Ergebnis des Stimmungstests der OZ, dass 83 Prozent der Teilnehmer dafür sind, alle Menschen über diese Frage abstimmen zu lassen. „Ich freue mich, dass so viele Einwohner für einen Bürgerentscheid sind und hoffe, dass dieser noch vor dem 26. März durchgeführt werden kann“, sagt er. Selbst hatte er Ende November Altefährer Einwohner ins Gemeindezentzrum eingeladen, um einmal mehr über eine mögliche Fusion Altefährs mit der Hansestadt Stralsund zu sprechen. Er wollte Gleichgesinnte finden. Er sah nach der Veranstaltung die Altefährer Einwohnerschaft eindeutig gespalten. „Ich glaube, dass es im Moment noch kein Übergewicht zu einer Seite gibt“, sagte er im November. Er selbst sehe aber so viele ökonomische Zwänge, dass ihm eine Fusion unausweichlich erscheine. Für die Zukunft ist er zuversichtlich. „Eine geschickt nachverhandelter Gebietsänderungsvertrag könnte viele Bedenken der Fusionsgegener ausräumen“, sagt er.

Was alles mit einer Fusion zusammenhängt, kann Detlef Besch, Bürgermeister der Gemeinde Mönchgut, erklären. Der Zusammenschluss von acht Orten zur Gemeinde Mönchgut sei aber nicht zu vergleichen mit der zwischen Stralsund und Altefähr. Er berichtet von Erfahrungen, die die neue Gemeinde in den vergangenen zwölf Monaten gemacht hat. „Wichtig war es für uns, dass es einen Bürgerentscheid im Vorfeld gegeben hat. Es war mehrheitlich gewollt – das war immens wichtig“, sagt er. Diese Fusion bedeutet für ihn Integration „Das ist die Schnittstelle für die achte Orte“. Obwohl die Fusion für die Menschen in dieser Region eine neue Identität bedeutet hat, sei es hier nicht zu sehr schwer gefallen, sich zusammenzuschließen. Zumal in den Orten eine ähnliche Infrastruktur wie Gastronomie oder Ferienhäusern existiert. Oder ein gemeinsamer Schulstandort, den es schon seit vielen Jahren gibt.

„Aber trotzdem: Ohne professionelle Hilfe funktioniert eine Fusion auch nach dem Zustandekommen nicht. Von Anfang an hatten wir das Amt sowie die Ostseebäder Göhren und Baabe mit im Boot. Wir konnten auch auf eine professionelle externe Beratung für die Kurverwaltung zurückgreifen. Dies hat uns in unserer Arbeit sehr unterstützt“, sagt Detlef Besch. Die Fusion sei hier noch längst nicht abgeschlossen, „aber wir sind einen großen Schritt vorangekommen“.

Mathias Otto

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