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Rügen Galerist Hartwich: „Er war ein Künstler der ersten Stunde“
Vorpommern Rügen Galerist Hartwich: „Er war ein Künstler der ersten Stunde“
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00:11 19.01.2016
Der inzwischen in Berlin lebende Künstler Klaus Walter hatte von 1990 bis 2007 Wohnsitz und Atelier in Göhren. Quelle: Frank Hormann/nordlicht
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Sellin

Im Mai gibt es ein Wiedersehen mit Rügen. Klaus Walter, Gewinner des Rostocker Kunstpreises 2015, wird in der Galerie Hartwich in Sellin neben anderen Werken auch seine preisgekrönten Arbeiten ausstellen. Für Walter, der von 1990 bis 2007 Wohnsitz und Atelier in Göhren hatte und danach seinen Lebensmittelpunkt nach Berlin verlegte, ist die Insel und die Galerie Hartwich immer ein Stück Heimat geblieben. Vor zwei Jahren gab es nach seiner Idee eine Art Klassentreffen in Sellin — eine Ausstellung mit fünf Künstlern, die wie er zwischen 1989 und 1996 an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst ihr Studium abgeschlossen hatten.

Klaus war ein Künstler der ersten Stunde“, erinnert sich Galerist Knut Hartwich, der seit nunmehr 26 Jahren zeitgenössische Kunst präsentiert, an die Anfänge der künstlerischen Zusammenarbeit — und die einer andauernden Freundschaft.

Klaus Walter, 1964 im sächsischen Glauchau geboren, war Anfang der 90er Jahre von Leipzig nach Rügen gekommen. „Wir hatten damals erste Ausstellungen in Sassnitz. Er wurde dann von der damaligen Kunsthallenchefin Dr. Anni Bardon zu einer ersten Einzelausstellung nach Rostock eingeladen“, weiß Hartwich, der die Entwicklung von Walter in den letzten Jahren miterlebt hat. „Nach vielen Ausfluchten ist er wieder zurückgekehrt zu der Malerei der Leipziger Schule.“ Seine Arbeiten seien „aufwändig geplante und aufwändig gemalte“, die durch ihre „handwerklich hohe Qualität“ überzeugen.

Und „es sind seltsame Orte, die er darstellt und die andere Menschen gar nicht wahrnehmen. Das sind keine erhabenen Plätze“, sagt Hartwich.

Dass Klaus Walter von 79 Einsendungen und am Ende fünf nominierten Künstlern im Dezember den Rostocker Kunstpreis erhalten hatte — sein Galerist, der bei der feierlichen Verleihung nicht dabei war, hatte es per SMS erfahren. „Das war mein schönstes Weihnachtsgeschenk. Wir wussten nichts und hatten uns auch nichts ausgerechnet“, freut sich Knut Hartwich immer noch, als wäre es gestern gewesen.

Er selbst hatte die Walterschen Arbeiten nach Rostock gebracht. „Ich bin ja sein Hängeknecht“, schmunzelt Hartwich, der nicht nur Galerist, sondern auch oft Assistent der Künstler ist. Mit 130 deutschen und internationalen arbeitet er inzwischen zusammen, 12 davon hat er in seinem „Kernprogramm“.

„Viele haben über die Jahre großes Vertrauen, das funktioniert ohne Worte“, so Hartwich. Es ist ein Geben und Nehmen. „Am meisten von Kunst verstehen die Künstler. Diese permanente Schule des Sehens ist der größte Luxus für mich. Ich habe am meisten von den Künstlern selbst gelernt.“

Das Gespann WalterHartwich hatte vor zehn Jahren mit verschiedenen architekturbezogenen Aktionen und Installationen im öffentlichen Raum unter dem Motto „Seeblicke“ für Aufsehen gesorgt. Und Klaus Walter, ehemaliges Vorstandsmitglied im Kunstverein Rügen , mit seinen „Leuchtkästen“ über die Insel hinaus bekannt gemacht. Seine Leuchtkunst hängt beispielsweise auch in der Eingangshalle des deutschen Konsulats in Kaliningrad. Walter-Kunst am Bau ist aber auch heute noch in der Selliner Wilhelmstraße an der Fassade der ehemaligen Pension „Tatjana“ zu finden sowie an der Ladenzeile am Nordstrand von Göhren. Auch an der Galerie Hartwich hingen lange zwei solcher „light-boxes“.

In den Galerieräumen ist derzeit und noch bis Mitte Februar Malerei von Maik Wolf zu sehen. Der international erfolgreiche Maler, der seine Arbeiten anschließend bei der „Marrakech Biennale“ in Marokkko ausstellen wird, zeigt eigenwillige Winterlandschaften in dramatischen Perspektiven.

Pünktlich zum Frühlingsbeginn kommt die brasilianische Künstlerin Luzia Simons, die in Berlin lebt, mit großformatigen Tulpenbildern nach Sellin. Für die wurden echte Blumen in der Dunkelkammer auf dem offenen Scanner arrangiert.

Info: www.galerie-hartwich.de



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