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Rügen Seemannstube wird zur Schneemannstube
Vorpommern Rügen Seemannstube wird zur Schneemannstube
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14:37 27.12.2018
Torsten Ploetz hat 1400 Schneemänner in seiner Gaststätte zu stehen und zu hängen. Quelle: Christine Zillmer
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Juliusruh

 Dicht an dicht hängen die Schneemänner von der Decke, stehen sie auf Fensterbrettern und Regalen und füllen Tische. Seit acht Jahren sammeln Melanie und Torsten Ploetz die putzigen Figuren. Es sind bereits über 1400 Stück, und es kommen täglich neue hinzu. Die beiden Inhaber können sich noch gut daran erinnern, wie alles anfing. „Wir schmückten unsere Lokalität viele Jahre zum ersten Advent gemütlich weihnachtlich, ganz normal. Kurz nach den Feiertagen wollen die Gäste die Dekoration eigentlich nicht mehr sehen.“ So entschied sich der Unternehmer zusammen mit seiner Frau, den Schmuck winterlich zu halten. „Wir hatten dann die Möglichkeit, das Thema Winter bis zum März durchzuziehen und mussten nicht gleich abschmücken“, sagt Torsten Ploetz. Eigentlich ganz pragmatisch. Aus dieser Lösung ist nun Norddeutschlands größte Schneemannsammlung geworden. „Es dauert mittlerweile eine Woche und dann fünf Stunden am Tag bis wir unseren Fundus im Gastraum ausgestellt haben“, sagt Melanie Ploetz. Aus der maritimen Seemannstube wird dann die winterliche Schneemannstube. „Wir kennen noch einen Sammler im Süden von Deutschland mit 3000 Exemplaren und im Guinness Buch der Rekorde steht eine Dame aus den USA“, wissen die beiden. Vielleicht gäbe es ja noch jemand Verrückteren, stellen sie sich oft die Frage.

Von der Pike auf

Eigentlich ist Torsten Ploetz Zimmermann. „Meine Eltern lernten und arbeiteten im Hotelgewerbe. Mein Vater war viele Jahre Koch im heutigen Arkona Strandhotel.“ Nach der Wende eröffnete der Senior eine private Pension im Ostseebad Juliusruh und betrieb diese seit 1995. Die Kinder sollten irgendwann übernehmen. „Es war gar nicht so geplant, aber jemand musste in die Fußstapfen meines Vaters treten“, erinnert er sich. Torsten lernte mit 28 Jahren nochmal von der Pike auf den Ausbildungsberuf des Koches. „Ich saß in der Berufsschule in Sassnitz und schaute in der Küche meinem Vater über die Schultern.“ Für Torsten Ploetz war ganz klar, wenn er den Laden übernimmt, dann mit einer richtigen Ausbildung. „Jetzt führe ich das Familienunternehmen seit 18 Jahren. Pension und Restaurant gehen im nächsten Jahr sogar zusammen in das vierundzwanzigste Jahr.“ Für die Familie ist es nicht immer einfach, denn das Geld müsse im Sommer verdient werden. „Wir haben nur gute vier Monate, dann sind die Gäste weg oder eben nicht unbedingt in Juliusruh“, erzählt der Unternehmer. Da müsse man sich was einfallen lassen. Und das hat er zusammen mit seiner Frau.

„Die Leute im Ort haben mich erstmal für verrückt erklärt. Irgendwann fingen sie dann an mir Schneemänner zu schenken oder aus dem Urlaub mitzubringen“, sagt Ploetz. Selbst Urlauber würden daran denken und jede Saison eine neue Figur oder ein neues Bild schicken. Mittlerweile gebe es auch alles zum Thema Schneemann zu kaufen. Auf den Fensterbrettern stehen Porzellanfiguren, an den Wänden hängen Schilder, im Fotoalbum sind schwarz weiß Fotos von echten Schneemännern einsortiert, Postkarten schmücken die Alben, eine Krawatte hängt am Kleiderhaken im Eingangsbereich und im Stillen Örtchen finden sie das Figürchen ebenfalls. „Besonders gefreut hat uns eine selbstangefertigte Figur des Kindergartens im Ort“, erzählt Torsten Ploetz.

Jetzt schwebt eine Idee durch den Kopf des Paares. „Wie wäre es mit einer alten Scheune, in der wir all die tollen Schneemänner das ganze Jahr über hängen lassen könnten. Dann könnten wir tauschen, weiter sammeln und ausstellen.“ Dazu gäbe es Kaffee und Kuchen für die Gäste, und fertig wäre das neue Café. „Naja, ich möchte schon alles gut machen, nichts halb. Ich mag meine Seemannstube Winter wie Sommer.“ Die Stammgäste sollen sich wohl fühlen bei Familie Ploetz. Sie wünschen allen einen guten Rutsch und sich selbst viele neue Schneemänner für 2019.

Christine Zillmer

Die Bergenerin besucht oft regionale Märkte und ist naturverbunden.

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