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Rügen Gedenken an Arndt über die Insel-Grenzen hinaus
Vorpommern Rügen Gedenken an Arndt über die Insel-Grenzen hinaus
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19:05 09.09.2019
Im Jubiläumsjahr des 250. Geburtstages Ernst Moritz Arndts, enthüllten Christa Steinke und Klaus-Michael Erben die Info-Tafel vor dem Geburtshaus in Groß Schoritz. Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft
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Putbus

Zwiespältig geht die Region mit dem Namen Ernst Moritz Arndt um. Und trotzdem, oder gerade deshalb, hat sich die Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft im Jubiläumsjahr – dem 250. Geburtstag des Dichters und Denkers – einiges vorgenommen, um an dessen strittigen Persönlichkeit gerecht zu werden. „Wir wollen Arndt nicht auf ein Podest stellen. Nicht alles war gut. Was aber gut war, ist seine Streitbarkeit“, sagt der Vorsitzende der Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft Klaus-Michael Erben.

Dafür hat Arndt auch stets über Grenzen hinweg geschaut. „Für uns ist es wichtig anzuerkennen, dass Arndt zu vielen wichtigen Themen beigetragen hat, wie Meinungs- und Pressefreiheit, oder Erziehung. Er hat sich zu vielen Themen seiner Zeit geäußert. Das sollten wir auch übernehmen, statt die Dinge nur auf sich zukommen zu lassen und sich darauf verlassen, dass andere es schon machen werden“, sagt der Vorsitzende.

Infotafel und Stehle

Auf sein Wirken auf der Insel macht seit kurzem eine Infotafel aufmerksam, die die Arndt-Gesellschaft vor dessen Geburtshaus in Groß Schoritz bei Garz enthüllte. Auch an der Glewitzer Fähre wird nun mit einer vier Meter hohen Stele erinnert. „Die war ein typischer Fährpunkt für Arndt, um nach Greifswald zu kommen und ist von ihm häufig genutzt worden“, erklärt Klaus-Michael Erben. Infotafel und Arndt-Stele sind von der Arndt-Gesellschaft finanzierte sichtbare Hinweis auf den vor 250 Jahren geborenen vorpommerschen Freiheitsdenker.

„Unsere Informationsarbeit ist darauf ausgerichtet, dass das im Eigentum der Stadt Garz befindliche Geburtshaus neben unseren eigenen Initiativen und Veranstaltungen endlich für mehr als nur dörfliche Treffen genutzt wird. Mindestens die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern sollten dafür interessiert werden, den Räumlichkeiten den überregionalen Rang zu geben, den sie verdienen“, so Klaus-Michael Erben.

Ausstellung, Vortrag und Theater

Im Rahmen des Jubiläums lädt die Arndt-Gesellschaft am 14. September um 15 Uhr in die Schule Garz ein. Katarina Venz-Weisse gibt dann Einblicke in Arndts Vorstellung zur Kindererziehung unter dem Titel „Gebt Kindern eine freie Erziehung“. Die Jubiläumsausstellung „Als ich ein Kind war, was sah ich für Farben“ eröffnet am 18. Oktober um 10 Uhr im Arndt-Museum in Garz. Im Arndt-Gymnasium in Bergen wird am 23. November um 15 Uhr zur „Spurensuche zur Judenfeindlichkeit im Kreise der Romantiker“ mit Prof. Dr. Uffa Jensen, stellvertretender Leiter des Zentrum für Antisemitismusforschung Berlin, geladen.

Der ehemalige Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert lockt am 3. Dezember um 16 Uhr zu Vortrag, Podiumsdiskussion und Bühneninszenierung zum 250. Geburtstag Arndts in das Theater Putbus. Den Abschluss des Arndt-Jahres bildet im Januar die Fahrt nach Bonn, wo die Gesellschaft ebenfalls ansässig ist und ihre Aktivitäten zukünftig wieder mehr ausbauen möchte.

Debatte über Arndt

Ernst Moritz Arndt wurde am 26.12.1769 als Sohn eines Leibeigenen, der sich später freikaufen konnte, in Schoritz auf Rügen geboren und studierte von 1789 bis 1794 Theologie, Geschichte, Erd- und Völkerkunde, Sprachen und Naturwissenschaft in Greifswald und Jena. Er wurde jedoch nicht wie ursprünglich geplant Pfarrer, sondern zunächst Hauslehrer. 1798 begab er sich auf Bildungsreise, bevor er dann 1800 als Privatdozent an die Universität Greifswald kam und dort 1805 außerordentlicher Professor wurde.

Arndt las hier Geschichte und hatte auch dafür sein Werk „Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen“ geschaffen, das seinen Beitrag zur Abschaffung der Leibeigenschaft leistete. Doch dem Freiheitskämpfer wird auch vorgeworfen, zu Hass und Krieg aufgerufen und oftmals nationalistische, antifranzösische und antisemitische Töne angeschlagen zu haben. Diese Debatten führten letztendlich dazu, dass die Greifswalder Universität beschloss, den Namen ihres einstigen Patrons abzulegen.

Nachdem er einst vor dem Einzug der Franzosen unter Napoleon in Greifswald nach Schweden floh, kam er zurück in seine Universitätsstadt und floh später nach Moskau, von wo aus er gegen Napoleon aktiv arbeiten konnte. 1818 kam er als Professor nach Bonn, wurde jedoch zwei Jahre später im Zuge der Demagogenverfolgung suspendiert. 1840 wurde Arndt dann Rektor der Universität und verstarb am 29. Januar 1860 in Bonn.

Von Wenke Büssow-Krämer

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