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Rügen Gedenkstein soll mehr Beachtung finden
Vorpommern Rügen Gedenkstein soll mehr Beachtung finden
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06:01 22.11.2018
Stadtvertreter Peter Wendekamm steht am Gedenkstein am Ende der Königsstraße. Quelle: Mathias Otto
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Bergen

Die Stadt Bergen beschäftigt sich derzeit mit ihren Denkmälern. Erst kürzlich wurde das Kriegerdenkmal am Rugard nach einer Sanierung eingeweiht. Die Stadt prüft jetzt auch, ob ein Gedenkstein mit in die Denkmalliste des Landkreises aufgenommen werden soll. Ebenso ist ein Beitritt in die „Mayors for peace“-Initiative (Bürgermeister für den Frieden) geplant.

Das Kriegerdenkmal wurde in Höhe von 100 000 Euro umfangreich saniert. Ein Ahornbaum musste auf diesem Platz aufgrund einer Krankheit entnommen werden. Stattdessen steht dort jetzt eine Stieleiche. Neu ist auch eine Rundbank, die zum längeren Verweilen einlädt. Die Sanierung wurde im Sommer beendet, das Denkmal am 11. November eingeweiht. An diesem Tag jährte sich das Ende des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal.

Ein viel unbekannterer Gedenkort befindet sich am Ende der Königsstraße an der Kreuzung zur Bundesstraße 196 – ein Gedenkstein für Fritz Clement. Wenn es nach Stadtvertreter Peter Wendekamm geht, soll dieser Gedenkstein in die Denkmalliste des Landkreises aufgenommen werden. „Wir haben in der Arbeitsgruppe 2030 darüber diskutiert und sind der Auffassung, dass dieses Bauwerk unter Umständen schutzwürdig ist“, sagte der Fraktionschef der Linken in der jüngsten Stadtvertretersitzung. Mehrheitlich wurde dieser Prüfauftrag durch die Stadtvertreter auch beschlossen. Dr. Carmen Kannengießer (Bürger-Bündnis-Bergen) wollte sogar noch einen Schritt weiter gehen und diesen Gedenkstein in die Clementstraße verlagern. „Wo der Stein jetzt steht ist er kaum für Leute zugänglich. Einen Fußweg zum Stein gibt es aktuell nicht“, sagt sie. Ihr Vorschlag wurde allerdings abgelehnt.

Doch wer Fritz Clement ist, kann heute kaum jemand beantworten. Nur so viel, dass er ein bekannter Straßenbaumeister gewesen ist und sein Vermögen der Stadt vererbte, um damit Straßen zu pflastern. Nach ihm wurde die Clementstraße benannt. „Die Inschrift am Gedenkstein kann man seit einiger Zeit nicht mehr entziffern“, so der Stadtvertreter. Er wandte sich deshalb an den Bergener Uwe Hinz, der unter anderem historische Stadt- und Rügenführungen anbietet. „Zum ehrenden Andenken an unseren Mitbürger Fritz Clement dem freigiebigen Förderer des rügenschen Straßenbaus“, steht dort geschrieben. Allerdings fehlen Jahreszahlen und weitere Informationen über diesen Mann. „Aufgrund der Stätte und der Beschaffenheit des Steins können wir uns vorstellen, dass er im 19. Jahrhundert gelebt haben muss“, so Wendekamm.

Aufschluss geben gesammelten Schriftstücke, darunter alte Zeitungsartikel oder eine handschriftliche Biografie, die sich im Bergener Stadtmuseum befinden. „Allerdings kann nicht eindeutig bestimmt werden, ob diese Angaben zu 100 Prozent richtig sind“, sagt Museumsleiterin Martina Herfert. In mehreren Dokumenten taucht aber übereinstimmend Geburts- und Sterbedatum auf: 30. März 1816 bis 21. August 1858. Und sein vollständiger Taufname: Christian-Gottfried-Theodor Clement.

Fritz Clement war ein angesehener Mann in Bergen und in seiner Zunft. Es war ihm wichtig, die Straßen so zu pflastern, dass das persönliche und gesellschaftliche Lebensumfeld verbessert wurde“, steht in einem Zeitungsartikel. Das Problem der Gespannfuhrwerke auf der Steigung nach Bergen habe ihn auf die Idee gebracht, viel Geld für einen besseren Straßenbau zu spenden. Nun wird geprüft, ob dieser Gedenkstein in die Denkmalliste des Landkreises aufgenommen werden kann.

Mit einem weiteren Antrag der Linken soll an die Europaarbeit der Stadt Bergen und an die Renovierung des „Denkmals – 1. Weltkrieg“ angeschlossen werden. Mit dieser Beschlussvorlage, in die Städteinitiative „Mayors for peace“ beizutreten, will die Fraktion erreichen, dass auch Bergen ein Zeichen für die Abschaffung aller Atomwaffen setzt. „Die Städte Binz und Sassnitz sind bereits Mitglied der Initiative“, sagt Peter Wendekamm. Weltweit gibt es 7600 Städte, die sich dafür engagieren.

„Finanziell hält sich die Mitgliedschaft im Rahmen. Der Beitritt ist mit keinen finanziellen Verpflichtungen verbunden, es wird aber ein freiwilliger Mitgliedsbeitrag erwartet“, sagt er. Der Fraktionsvorsitzende der Linken schlägt vor, beizutreten und jährlich 100 Euro zu zahlen. Da sein Vorschlag vorerst in die Ausschüsse verwiesen wurde, übernimmt er stellvertretend für Bergen für das kommende Jahr diese Zahlung.

Mathias Otto

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