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Rügen Gegen die Wildschweinplage: Amt rüstet Hiddenseer Deich auf
Vorpommern Rügen Gegen die Wildschweinplage: Amt rüstet Hiddenseer Deich auf
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07:25 21.08.2014
Wildschweine sind für die Hiddenseer seit Jahren eine Plage. Das Borstenvieh wagt sich bis in die Ortslagen von Vitte und Neuendorf vor und wühlen auf der Suche nach Nahrung auch die Deiche auf. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
Wildschweine sind für die Hiddenseer seit Jahren eine Plage. Das Borstenvieh wagt sich bis in die Ortslagen von Vitte und Neuendorf vor und wühlen auf der Suche nach Nahrung auch die Deiche auf. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa Quelle: Fredrik Von Erichsen
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Vitte

Bevor das wilde Borstenvieh auf Hiddensee wieder für Ärger sorgt, wird auf Rügens Schwesterinsel aufgerüstet – mit dem Boddendeich. Der ist in der Vergangenheit immer wieder auf der Suche nach Engerlingen und Mäusen von Wildschweinrotten heimgesucht und aufgewühlt worden. „In den vergangenen Jahren war es stellenweise nicht mehr möglich, eine zum Erosionsschutz notwendige geschlossene Grasnarbe zu etablieren, macht Frank Mikkat, Abteilungsleiter im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt, deutlich. Das setzt jetzt zur Gegenwehr und rüstet den Deich auf. „An zwei besonders in Mitleidenschaft gezogenen Abschnitten versuchen wir derzeit, die Böschung zu sichern“, sagt Abteilungsleiter.

Dabei handele es sich allerdings vorerst um nicht mehr als einen Versuch von Amtswegen. Die jeweils 1000 Quadratmeter großen Flächen bei Vitte werden einerseits mit Schotterrasen und andererseits mit Rasengitterplatten verstärkt. Das Ziel der Übung: „Im Praxisversuch soll getestet werden, ob mit einer steinigen aber begrünten Böschungsgestaltung die Wildschweine vom Deich ferngehalten werden können“, sagt Frank Mikkat. Und auch, dass sich das staatliche Amt den Versuch auf dem Eiland zwischen Bodden und Ostsee etwa 76 500 Euro kosten lasse.

Holger Nebel vom Kreisjagdverband sieht das Projekt zwiespältig: „Dadurch werden es keineswegs weniger Wildschweine auf Hiddensee. Und die Sauen verschieben dann ihre Suche nach tierischem Eiweiß auf andere Flächen.“ Um den kompletten Deich zu schützen, müsste der auch komplett so gesichert werden, sagt Nebel weiter. Im Übrigen halte er nur einen Weg gangbar, um der Wildschweinplage auf Hiddensee Herr zu werden: ein jagdlicher Rundumschlag und nicht an einzelnen Stellen, wie im vergangenen Jahr nach den Herbstferien geschehen. Seinerzeit habe kein Borstenvieh aufgebracht werden können.



Chris-Marco Herold