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Rügen Gegründet für saubere Energie von und für Rügen
Vorpommern Rügen Gegründet für saubere Energie von und für Rügen
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10:42 02.11.2019
Energiewende und Nachhaltigkeit gehören zu den wichtigsten Themen von Dirk Niehaus (v. l.), Heike Balzer vom Vorstand und Alvo zu Knyphausen vom Aufsichtsrat Energiewerk Rügen. Quelle: Mathias Otto
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Kluis

Weniger CO2 in der Luft, Nachhaltigkeit am Boden: In Kluis hat sich jetzt eine Genossenschaft gegründet, die ausschließlich dieses Ziel verfolgt. Sie taucht unter dem Namen Energiewerk Rügen auf und hat ihren Sitz in Kluis. So sollen im Bereich der Sektorenkopplung von Strom, Wärme und Verkehr unterschiedliche Projekte entwickelt werden, um auf lokaler Ebene dem Klimawandel zu begegnen und dabei die Wertschöpfung in der Region zu belassen. „Wir möchten unsere Region aufwerten und sie dadurch interessanter machen. Und wir haben das Ziel, Anstifter für Gemeinden und Städte auf der Insel zu sein“, sagt Vorstandsmitglied Dirk Niehaus.

Die Zielstellung der Genossenschaft: „Saubere Energie von der Insel für die Insel!“. Seit eineinhalb Jahren treffen sich Rüganer regelmäßig zum Energiestammtisch des Arbeitskreises „Zukunftswerkstatt Rügen“. Meistens mit Experten, die zum Thema referieren. Das Interesse der Leute aus der Bevölkerung ist groß. Im Schnitt kamen 25 Leute zu den Treffen, berichtet Niehaus. „Wir haben viel über Klimawandel und Nachhaltigkeit geredet. Irgendwann haben wir gesagt: ‚Wir müssen jetzt etwas unternehmen.‘ Wir wollten handeln“, sagt Heike Balzer vom Vorstand. So war die Idee geboren, eine Genossenschaft zu gründen.

In Workshops wurden die Ideen gesammelt, die mittel- und langfristig umgesetzt werden sollen. „Wir wollten herausfinden, welche Themen den Leuten am Herzen liegen. Deshalb war es wichtig, dass dabei viele Menschen aus der Region mitgewirkt haben“, sagt Alvo zu Knyphausen vom Vorstand.

Jahresleistung: 70 000 Kilowattstunden

Eine Aufgabe, die erarbeitet wurde: die Vermarktung von dezentral auf Rügen erzeugter erneuerbarer Energie. Als erstes Projekt wurde das Dach der Ausstellungshalle des Kleintierzüchtervereins KTZV M36 Gingst gepachtet, um darauf eine Fotovoltaikanlage zu installieren. Die kalkulierte Jahresleistung liegt bei 70 000 Kilowattstunden, was einem Gesamtstromverbrauch von 20 Haushalten entspricht. „Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist und soll künftig von der Genossenschaft als sogenannter ‚Inselstrom‘ regional vermarktet werden“, erklärt Dirk Niehaus.

Die Genossenschaft organisiert und finanziert den Abriss und die fachgerechte Entsorgung der alten Asbest-Dacheindeckung, die Herstellung der neuen Dacheindeckung sowie die Montage der Fotovoltaikanlage auf dem neuen Dach. „Die Mitglieder freuen sich, dass der Verein für seine Ausstellungshalle ohne finanziellen Aufwand zu einem neuen Dach gekommen ist“, sagt Erik Freybier, Vorsitzender des Kleintierzüchtervereins.

Wasserstoff-Modellregion

Die Mitglieder vom Energiewerk hoffen nun, dass sich auch weitere Vereine, Privatleute oder Gewerbetreibende melden. „Voraussetzung ist, dass sich die Flächen auf ihren Dächern auch eignen“, so Alvo zu Knyphausen.

Die Genossenschaft ist außerdem Teilnehmer für die Wasserstoff-Modellregion und will künftig ihren Beitrag zur Energiespeicherung leisten. Ein Jahr lang haben die Beteiligten aus der Region Stralsund/Rügen in diesem geförderten Bundesprogramm Zeit, Konzepte zur Produktion von Wasserstoff mit Strom aus erneuerbaren Energien zu entwickeln. „Wir werden uns neben der Erzeugung von Wasserstoff unter anderem auch mit der Speicherung und Logistik beschäftigen“, sagt Dirk Niehaus, der sich viel von diesem Bundesprogramm verspricht.

„Der Anfang ist gemacht. Und das volle Haus am Gründungstag zeigt, dass dieses Thema die Leute auf Rügen interessiert und wir viel erreichen können“, sagt Heike Balzer. Eine Internetseite wird derzeit erstellt. Rüganer, die mehr zu den Zielen erfahren oder Genossenschaftsanteile kaufen möchten, können sich vorerst per E-Mail an Dirk Niehaus wenden: dirk.niehaus@energiewerk-ruegen.de

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