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Rügen Getreideumschlag über Mukran boomt
Vorpommern Rügen Getreideumschlag über Mukran boomt
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00:00 29.01.2015
Der unter norwegischer Flagge fahrende Frachter „Star Athena“ verließ den Mukraner Hafen mit 18000 Tonnen Getreide in Richtung Afrika. Nach einem Zwischenstopp in Danzig soll er seine Fracht nach Mombasa bringen.
Der unter norwegischer Flagge fahrende Frachter „Star Athena“ verließ den Mukraner Hafen mit 18000 Tonnen Getreide in Richtung Afrika. Nach einem Zwischenstopp in Danzig soll er seine Fracht nach Mombasa bringen. Quelle: Fährhafen Sassnitz GmbH
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Mukran

Gute Nachrichten aus Mukran: Der Hafen hat sich in den zurückliegenden Monaten offenbar zu einem wichtigen Drehkreuz im Getreidehandel entwickelt. Die Ladung, die im Agrarbereich über die Kaikante ging, hat innerhalb kürzester Zeit so kräftig zugelegt, dass Hafen und Privatbetreiber weiter auf dem Gelände investieren müssen und wollen. Im Gespräch sind unter anderem eine Verlängerung bestimmter Kaianlagen und eine Vertiefung des Fahrwassers in einigen Bereichen. Damit könnten größere Frachter den Hafen anlaufen und dort be- und entladen werden. Die maximale Wassertiefe in Mukran liegt derzeit bei 10,50 Metern.

Konkrete Aussagen zu den Plänen will man im Fährhafen derzeit nicht machen. Es werde an einem zukunftsweisenden Konzept gearbeitet, sagt Hafensprecher Fabian Hoppe. Auf jeden Fall müsse die Infrastruktur so ausgebaut werden, dass so genannte Ganzzüge sowie Schiffe der Panamax- und der Handysize-Klasse künftig schneller abgefertigt werden können. „Dazu sind mehrere Varianten im Gespräch.“

Auch die Agrarfirmen wollen im Fährhafen ihre eigenen Kapazitäten erweitern. Erst vor vier Jahren hatte die Viela GmbH in Mukran eine 1900 Quadratmeter große Halle auf dem Hafengelände errichtet.

Doch der Platz reicht nicht mehr. „Wir wollen die Kapazität unserer Halle verdoppeln“, sagte Geschäftsführer Henning Bligenthal. Parallel dazu plant das größte europäische Agrarhandelsunternehmen, die Baywa aus München, die zur Hälfte an der Viela Export GmbH beteiligt ist, den Kauf einer Halle auf dem Fährhafengelände. Entsprechende Verhandlungen mit der Fährhafengesellschaft laufen derzeit.

Der aktuelle Boom beim Getreideumschlag in Mukran hat nichts mit steigenden Agrarexporten zu tun. „Es ist mehr eine Verlagerung“, schätzt Bligenthal ein. Ein großer Teil der Ladung, die jetzt in Mukran abgefertigt wird, wurde früher über Hamburg oder Stettin verschifft. Heute rollen viele der Züge — nur ein Viertel der Ladung wird per Lkw aus der Region angeliefert — aus Ungarn, Tschechien und ganz Deutschland auf die Insel. Mukran ist in mehrerer Hinsicht günstiger für dieses Geschäft. Zum einen sind hier die Bahnkosten nicht so hoch wie beispielsweise in Hamburg. Zum anderen bietet der rügensche Hafen bereits jetzt einen ansehnlichen Tiefgang. In Sachen Agrarumschlag haben die Mukraner in den vergangenen Monaten und Jahren gegenüber Hamburg zum Beispiel deutlich aufholen können. Dort gehen pro Jahr drei Millionen Tonnen Getreide über die Kaikante. In Mukran waren es 2014 insgesamt 600000 Tonnen. „In diesem Jahr werden wir hier vermutlich die Millionenmarke knacken“, prophezeit Bligenthal. Allein im Januar wurden im Agrarbereich 160000 Tonnen umgeschlagen. Im Februar dürfte es nach derzeitigen Prognosen ähnlich aussehen. Die Viela in Sassnitz hat bereits reagiert: „Vergangene Woche haben wir fünf Leute dauerhaft eingestellt.“ Die Mukraner Viela-Mannschaft besteht nun aus 20 Mitarbeitern und wird voraussichtlich mit dem zunehmenden Agrarumschlag weiter wachsen.



Maik Trettin