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Rügen Gingst: Schulneubau für West-Rügen noch nicht vom Tisch
Vorpommern Rügen Gingst: Schulneubau für West-Rügen noch nicht vom Tisch
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11:09 17.09.2019
Die Regionale Schule mit Grundschule Gingst: Das Schulgebäude stammt aus dem Jahr 1971. Quelle: Mathias Otto
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Gingst

Die Regionale Schule Gingst soll saniert oder sogar komplett neu gebaut werden. Der Schulleiter Eckhard Mostek hegt diesen Wunsch schon seit der Wendezeit. Doch bisher ist es oftmals an der Finanzierung gescheitert. Und nun kann es plötzlich schnell gehen. Jedenfalls wenn es nach den Aussagen von Vincent Kokert (CDU) geht. Der Landtagsabgeordnete stellte eine hohe Fördersumme in Aussicht. Die Gemeinde müsse sich aber schnell entscheiden.

Eckhard Mostek lud den Politiker sowie seinen Parteifreund Holger Kliewe und die Gingster Bürgermeisterin Gerlinde Bieker (Bürger für Gingst, BüGi) in die Schule ein, um genau über die aktuelle Situation zu reden. Das Problem: Schulgebäude (1971) sind und Turnhalle (1985) sind alt, eine Sanierung oder ein Neubau ist unausweichlich. Eltern beklagten bereits im vergangenen Jahr, dass es reinregnet und Wind durch sämtliche Ritzen ins Gebäude gelangt.

Doch der erhoffte Geldregen aus Schwerin blieb aus. Nachdem 2015 die neue Grundschule auf dem Grundstück eröffnet wurde, sollte bald darauf auch die weiterführende Schule saniert werden. Von der damaligen Sonderbedarfszuweisung hätten diese Pläne nach der Errichtung der Grundschule noch durchgeführt werden können. Doch hat man den Anschluss verpasst.

Eigenanteil von 20 bis 25 Prozent

Von Aufgeben ist in Gingst aber nicht die Rede. Jetzt wird der nächste Versuch gewagt. Vincent Kokert sprach von einem Fördertopf, in dem 50 Millionen Euro allein für Schulbau in MV vorgesehen sind. Noch gebe es diesen Topf nur auf dem Papier, deshalb müsse sich die Gemeinde beeilen. „Dies ist die letzte Chance in dieser Legislaturperiode, mit einem Schulbauprojekt noch in die Förderung reinzukommen“, sagt er. Das heißt, die Gemeindevertretung soll so schnell wie möglich über diesen Schritt entscheiden und die Bürgermeisterin alles vorbereitet haben, wenn sich der Fördertopf öffnet. Dies könnte in den nächsten Monaten soweit sein.

Eine 100-Prozent-Finanzierung werde es definitiv nicht geben. Die Gemeinde müsse sich im Idealfall auf zehn Prozent, aber aus realistischer Sicht auf 20 bis 25 Prozent Eigenanteil einstellen. Werden Schule und Turnhalle saniert oder neu gebaut, könnte der Haushalt mit bis zu 2,5 Millionen Euro belastet werden. „Sollte es soweit kommen, dass Sie keine weiteren Kofinanzierungsmöglichkeiten bekommen, dann müssen sich im Zweifel das Amt und auch der Landkreis daran beteiligen“, so Kokert.

Gingst ist pleite

Für die neu gewählte Bürgermeisterin Gerlinde Bieker hatten die Aussagen des Landtagsabgeordneten einen zu starken Appellcharakter. „Das Problem von Konstruktionen von Fördertöpfen ist, dass sie teilweise gut gefüllt sind, aber zum Teil nicht abrufbar, weil dies die Haushaltssituation vieler Gemeinden gar nicht zulässt“, sagt sie. Dieses Problem bestehe nicht erst jetzt, sondern schon seit mindestens zehn Jahren. In Gingst brenne es sprichwörtlich an allen Ecken. Das Haus der Jugend müsse dringend saniert werden. Ebenso sind die Straßen marode. „Es gibt Leute, die ziehen hier weg, weil sie mit ihrem Rollator nicht aus der Tür kommen“, sagt sie. Gerline Bieker möchte unbedingt einen Schulneubau. Doch Gingst ist pleite. „Wir sind eine rote Gemeinde, was den Haushalt betrifft.“

Gemeinde und Amt wollen in den nächsten die Dinge nun ausloten, die wichtig sind, um ein Millionenprojekt wie dieses in Gingst realisieren zu können. Dazu gehört, dass sich die Gemeinde und die Gemeindevertretung und auch der Landkreis politisch dazu bekennen. „Mit der klaren Aussage können wir beide uns darum kümmern, dass Gingst Geld aus diesem Topf bekommt“, sagt Holger Kliewe.

Eine Machbarkeitsstudie soll währenddessen die Möglichkeiten ausloten, ob Schule und Turnhalle neu gebaut oder saniert werden müssen. „Unser Appell ist, dass Sie nicht warten, bis die Machbarkeitsstudie durch ist, sondern parallel damit beginnen, mit dem Kreis, Amt und den Gemeindevertretern zu reden“, so Vincent Kokert.

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Von Mathias Otto

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