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Rügen Gingster Box-Projekt: Wer nicht aufpasst, kriegt eine ins Gesicht
Vorpommern Rügen Gingster Box-Projekt: Wer nicht aufpasst, kriegt eine ins Gesicht
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13:32 28.08.2019
Maria Stephan aus der 8b (links) und Dario Riedel aus der 5a vor ihrem nächsten Einsatz auf der Boxmatte. Quelle: Michelle Freudenreich
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Gingst

„Ring frei, zur nächsten Runde!“ hieß es für die Gingster Schüler gleich zu Beginn des Schuljahres, denn seit fast 20 Jahren ist die Sportwoche hier Tradition. Vier Mädchen und zehn Jungen hatten sich für das Boxen entschieden, eines von 16 verschiedenen Sportprojekten, das sie mit einem persönlichen Trainer an drei Tagen ausprobierten. „In dieser Woche organisieren wir bewusst solche Sportarten, die unsere Schüler nicht jeden Tag ausüben können“, so Sportlehrerin Martina Zabel. Sie denkt neben der Kampfsportart oder dem Selbstverteidigungskurs auch an Wassersportarten wie beispielsweise Kanufahren, Wasserski oder das moderne Stand-Up-Paddeln.

Es boxen nicht nur Jungen

In der Sportwoche helfen ehemalige Schüler, die mit dem Projekt sozusagen „aufgewachsen“ sind. Wie Richard Erdmann, der seinen ehemaligen Boxtrainer, Thomas Hackbarth vom PSV Bergen, als Übungsleiter unterstützte. Boxen ist seit langem ein fester Baustein der Woche und wird nicht mehr nur von Jungen gewählt. An den drei Tagen des Projekts lernen Teilnehmer nicht nur den Umgang mit Handschuhen und Box-Sack, sondern auch Taktiken, die für den Kampfsport grundlegend sind. Gestartet wurde mit dem Erlernen der Boxhaltung und dem Kennenlernen verschiedener Bewegungsarten.

Angriff und Verteidigung

„Die meisten Schüler vergessen auch nach mehrmaliger Erinnerung die Deckung“, sagt Richard Erdmann. „Wenn es dann hart auf hart kommt, kann es schon einmal einen Treffer ins Gesicht geben.“ Beweglichkeit, Konzentrationsfähigkeit und Fokus seien drei der wichtigsten Dinge, die den Erfolg in dieser Sportart ausmachen. Am zweiten Tag wurden die Grundlagen vertieft. Die jungen Boxer lernten unter anderem Angriffs- und Verteidigungshandlungen und probierten aus, wie man mit Schlag- und Führhand umgeht und Schläge richtig abgibt bzw. abwehrt. Der Höhepunkt war das Krafttraining mit vielen verschiedenen Grundübungen. „Dabei konnten die Schüler ihr Können unter Beweis stellen und mal so richtig schwitzen“, sagt Richard Erdmann, der die Truppe in dieser Übung betreute und anspornte.

Maria Stephan (l.) und Dario Riedel in einer Übungseinheit mit Boxtrainer Thomas Hackbarth. Foto: M. Freudenreich Quelle: Michelle Freudenreich

Zur Strafe Liegestütze

Nach zwei Tagen des schweißtreibenden Trainings waren alle Boxer bereits so gut mit den Grundlagen vertraut, dass es ans erste Sparring gehen konnte. Es war das Erlebnis, worauf sich die Gruppe seit der ersten Minute gefreut hatte. „Endlich kann man gegen seinen Gegner kämpfen, natürlich ohne ihn zu verletzen. Aber es macht sehr viel Spaß“, sagt Karl-Janek Pieper aus der 7. Klasse. Schon zum dritten Mal ist der 13-Jährige im Projekt und kann für sich selbst einen deutlichen Fortschritt erkennen. Trotzdem seien die Fehler-Liegestütze wirklich anstrengend: „Immer wenn wir einen Fehler machen, sollen wir auf der Stelle fünf davon erledigen. Aber das ist gut, denn so versucht man, weniger falsch zu machen.“

Richard Erdmann (r.), ehemaliger Gingster Schüler, im Gespräch mit seiner Trainingsgruppe beim Boxen. Quelle: Michelle Freudenreich

Thomas Hackbarth, der dieses Sportangebot in Gingst seit 2009 leitet, ist begeistert von der diesjährigen Motivation und Arbeitsbereitschaft der Schüler. „Die meisten Teilnehmer geben sich die größte Mühe, sind vollkommen bei der Sache und gewillt, die Techniken zu erlernen und zu beherrschen“, findet er. Bei einigen aus der Gruppe sei Potential erkennbar, um vielleicht mehr aus dem Boxtalent zu machen. Nach dem Sparring war der Schnupperkurs für die diesjährige Sportsaison beendet. Im nächsten Jahr dürfen sich die Gingster wieder auf dieses intensive und spaßige Sportprojekt freuen, garantiert Thomas Hackbarth.

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