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Rügen Göhren startet touristische Zukunftswerkstatt
Vorpommern Rügen Göhren startet touristische Zukunftswerkstatt
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17:31 05.11.2019
In insgesamt sechs Gruppen erarbeiteten die Anwesenden Ziele zu unterschiedlichen Themenbereichen. Quelle: Gerit Herold
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Göhren

Wo steht Göhren, wo will es hin und wie? Was macht das Ostseebad aus, wie ticken seine Gäste? Um diese Fragen geht es bei der touristischen Zukunftswerkstatt, die die Kurverwaltung angeschoben hat. In dieser Woche erarbeiten touristische und politische Entscheidungsträger sowie Göhrener Bürger gemeinsam ein Strategiekonzept für eine nachhaltige Ortsentwicklung. Die ersten Ergebnisse werden am Freitag um 10 Uhr ebenfalls öffentlich im Bernsteinpalais vorgestellt. Dabei sollen bereits konkrete Projekte und Maßnahmen zur gezielten Umsetzung des neuen Tourismuskonzeptes benannt werden.

Mehr regionale Wertschöpfung

Zur öffentlichen Auftaktveranstaltung am Montag strömten rund 60 Interessierte in das Bernsteinpalais des Hotel Hanseatic – Vermieter, Gastronomen, Gewerbetreibende, Kommunalpolitiker, Kulturschaffende, Einwohner. Den Abend eröffnete Kurdirektor Jörn Fenske mit den Worten: „Hier soll gearbeitet werden und zwar zusammen. Ich wünsche mir viel Kreativität, damit wir für Göhren den richtigen Weg finden.“

Für die künftige Marschroute sollen in den nächsten Tagen die Stellschrauben gefunden werden, erklärte Dr. Alexandra Partale von Benchmark-Service, die mit Karsten Palme von der Compass GmbH die Zukunftswerkstatt begleitet. Der Tourismus sei der wichtigste Wirtschaftsfaktor im Ostseebad. Dieser habe aber auch seine Grenzen, um die Lebensgrundlage der Einheimischen nicht zu zerstören. Es sei wichtig, mehr regionale Wertschöpfung zu generieren.

Konzept muss von der Basis kommen

Karsten Palme betonte, dass das touristische Konzept von der Basis kommen müsse, da es sonst keine Akzeptanz finde. Das Moderatoren-Duo beleuchtete die aktuellen Trends in Gesellschaft und Tourismus: zunehmendes Alter, Individualisierung, Nachhaltigkeit, Entschleunigung und Gesundheit, Digitalisierung, Mobilität, Reisekompetenz mit hohen Qualitätsansprüchen und auch „Overtourism“, also zu viel Tourismus. Ganz wichtig sei es, wie leistungsfähig eine Kurverwaltung ist.

Um touristische Visionen entwickeln zu können, müssen die Zielgruppen erkannt oder gefunden werden. Dazu haben die Tourismusexperten das Ostseebad unter die Lupe genommen und im letzten Jahr 313 Gäste befragt. Das Ergebnis: Diese sind im Durchschnitt 54 Jahre alt und reisen zu 54 Prozent als Paar an. Der Anteil von Familien beträgt 25 Prozent. Auffällig: 37 Prozent der Urlauber sind Neukunden, 16 Prozent Stammkunden. „Entweder ist das Marketing so gut oder die Kundenbindung so schlecht“, kommentierte Partale. 71 Prozent der Gäste reisen mit dem Auto an, deutlich weniger als in vergleichbaren Urlaubsorten. 58 Prozent der Gäste würden den ÖPNV nutzen. Das sei ein extrem hoher Wert.

Suche nach Alleinstellungsmerkmal

Doch was ist Göhrens Alleinstellungsmerkmal? Die beiden Strände? Tradition und Brauchtum? Kneipp- und Gesundheitsangebote? „Wir brauchen eine Pfeilspitze, was Göhren besonders gut kann“, so Partale. Und was bei den Gästen gut ankommt. Neben Bummeln, Wandern und Schwimmen stehen Ausflüge in der Region hoch im Kurs. Fahrräder werden kaum genutzt.

Wichtig sei den Gästen das regionaltypische Flair im Ort, Kontakt zu den Einheimischen, eine gute Unterkunft, eine breite gastronomische Palette, ein ÖPNV-Angebot und Gastfreundschaft. Sport- und Aktivangebote seien kaum gefragt. Besonders gut bewertet wird der Service der Tourist-Info. Bemängelt wurden eine fehlende Bandbreite und frühe Schließzeiten der Gastronomie und dass die Mönchguter Museen geschlossen sind.

Das Ergebnis der Gruppe „Qualitätssteigerung“ Quelle: Gerit Herold

Was die anwesenden Göhrener bewegt, konnten sie per Handy-Abstimmung mitteilen. Aus den Stichpunkten wurden schließlich sechs Arbeitsgruppen gebildet, in denen jeder nach Belieben mitwirkte. Zu den Themen lebenswerter Ort für Bürger und Gäste, Nachhaltigkeit, Arbeitskräfte, Qualitätssteigerung, Saisonverlängerung sowie Kaufkraft und regionale Wertschöpfung wurden Ziele und Ideen erarbeitet, die eine 20-köpfige Strategiegruppe nun weiter ausfeilt. Erste Gedanken: Bessere Kommunikation und Vernetzung im Ort, Arbeitskräfteportal, Erweiterung Ortsbus oder Bäderbahn für Arbeitskräfte, Strandbar, autofreie Flaniermeile, Gewerbeverein für ganz Mönchgut, Umwandlung von Ferienwohnungen in Mietquartiere, Förderung von Kleinunternehmen.

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Von Gerit Herold

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