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Rügen Große Bühne für die richtige Berufswahl
Vorpommern Rügen Große Bühne für die richtige Berufswahl
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18:12 28.10.2019
Ein paar Minuten bleiben den Teams der Regionalen Schule Binz zur Besprechung, um dann zu einem gewählten Thema auf der Bühne ein kleines Stück zu präsentieren. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
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Samtens

Bühne, Labyrinth, Zeittunnel und sturmfreie Bude klingen nach Spaß und den haben die Jungen und Mädchen beim Berufswahlparcour im Soibelmanns Hotel in Samtens. Spielerisch die eigenen Stärken entdecken, um so in einigen Jahren mit mehr Kompetenz und Selbstsicherheit an die Berufswahl zu gehen, ist das Ziel des Berufswahlparcours. Denn bei einer steigenden Quote von Ausbildungsabbrüchen, kann mit einer Berufsorientierung nicht früh genug begonnen werden. Die Rügener Schulen nutzen daher mit 300 Schülern ihrer siebenten und achten Klassen in diesen Tagen gerne das Projekt, das in diesem Jahr nach längerer Pause auch wieder auf Rügen Station macht.

„In diesem Alter müssen die Jugendlichen noch nicht genau wissen, was sie werden wollen“, sagt David Rupp, Projektleiter des durchführenden Sinus Büro für Kommunikation. „Wichtig ist aber, dass sie schon beginnen sich damit zu beschäftigen und nicht ein halbes Jahr nach Antritt der Ausbildung merken, dass es nicht das Richtige ist.“ All zu oft wirken die Eltern bei der Berufswahl auf ihre Kinder ein und persönliche Stärken bleiben unberücksichtigt. „Ihnen soll klar werden, dass man das, was man gerne macht, auch meistens gut macht“, sagt Rupp.

Die an diesem Tag gestellten Aufgaben zeigen den Jugendlichen auch, dass oft Fähigkeiten in ihnen schlummern, von denen sie selbst nichts ahnen. „Im Parcour kommen andere Stärken hervor, als wir sie im Deutsch-, Mathe- oder Englischunterricht sehen können“, bestätigt auch Jana Pätz, Lehrerin der Regionalen Schule Binz. Welcher Jugendliche kann gut kommunizieren und anleiten und übernimmt daher die Einteilung der Mitschüler, wenn es darum geht, die sturmfreie Bude in wenigen Minuten wieder vorzeigbar herzurichten? Welche Schüler zeigen sich sozial und helfen der Klassenkameradin den Weg aus dem Labyrinth zu finden? Und welche Jungen und Mädchen sind besonders kreativ in der Aufgabe, aus einem Stichwort ein dreiminütiges Theaterstück für die Bühne zu kreieren?

300 Schüler der Rügener Schulen sind beim Berufswahlparcour auf der Suche nach ihren Stärken.

Für ihre bei den Aufgabenstellungen gezeigten Talente, sammeln die Schüler Sticker für Arbeit mit den Händen, Fantasie, Umgang mit Zahlen, einen tierisch grünen Daumen, Ordnungssinn, Hilfsbereitschaft oder Kommunikationsfähigkeit. Am Ende der Veranstaltung lässt sich anhand der unterschiedlichen Stickerfarben bereits eine Tendenz in gewisse Berufsrichtungen erkennen. „Eine erste Berufsberatung als Parcour ist eine super Idee. Die Schüler werden spielerisch herangeführt und werden sich daran auch gerne wieder erinnern“, so Christian Glaser von der Arbeitsagentur.

Diesen Eindruck bestätigen die begleitenden Lehrer, die ebenfalls getrennt von ihren Schützlingen von den Moderatoren geschult wurden, um die Schüler auch weiter auf diesem Weg zu begleiten. „Die Veranstaltung ist altersgerecht, stimmt neugierig und die Klasse ist begeistert“, meint Lehrer Reiner Berg von der Regionalen Schule Sassnitz mit Blick auf seine Jungs und Mädchen, die mit voller Konzentration an ihren Aufgaben arbeiten. „Hier können sie aktiv sein, mitmachen und müssen nicht in einer Schulbank sitzen“, erklärt Lehrerin Sabine Knapp.

„Es war überhaupt nicht langweilig. Meine Erwartungen wurden übertroffen“, meint dann auch Johannes Pieck aus der 7. Klasse in Gingst. „Und man kann mit viel Spaß viel lernen“, sagt der Siebtklässler Tom Wendt aus Binz.

Die Arbeitsagentur und das Bildungsministerium unterstützen das Projekt nur zu gern, dessen Finanzierung bis 2022 gesichert ist. „Mit ihrer Berufswahl stellen die Jugendlichen die Weichen für die eigene Zukunft. Umso wichtiger ist es, gut vorbereitet in diesen Entscheidungsprozess zu gehen. Ein wichtiger Baustein hierbei ist es, sich über seine Stärken im Klaren zu sein. Deshalb unterstützen unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater den Berufswahlparcours tatkräftig“, sagt Dr. Jürgen Radloff, Chef der Arbeitsagentur Stralsund.

„Wir sind von dem Konzept überzeugt. Das Material ist ein guter Start. In den Schulen muss nun die Aufbereitung erfolgen“, sagt Andreas Petters vom Bildungsministerium. „Das Positive ist außerdem, dass die Schüler in diesen zwei Stunden durch die verliehenen Sticker nur Lob bekommen. Das schafft man im Schulalltag gar nicht“, sagt Lehrerin Jana Pätz.

Von Wenke Büssow-Krämer

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