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Rügen Große Lösung für Bergens Marktplatz?
Vorpommern Rügen Große Lösung für Bergens Marktplatz?
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00:00 21.02.2018
Märchenfiguren oder grundlegende Erneuerung? Die Diskussion um die Gestaltung der Bergener Innenstadt entflammt derzeit neu. Quelle: Foto: Uwe Driest
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Bergen

Wird jetzt alles wieder zurück auf Los gestellt? Den Vorschlag der Stadtverwaltung, statt des gesamten Zentrums zunächst nur den Rathausvorplatz der Inselhauptstadt neu zu gestalten, hatten die Ausschüsse für Bau und Verkehr in der vergangenen Woche zurückgewiesen (die OZ berichtete). Alle Fraktionen mit Ausnahme der Linken möchten nun jene Varianten wieder aus der Schublade ziehen, die vor gut zwei Jahren auf einer Einwohnerversammlung vorgestellt worden waren. Damals hatte das Stadtparlament die Sommerpause nutzen wollen, um sich eingehender mit der Gestaltung des Bergener Zentrums zu befassen. Weil es jedoch zu keiner weiteren Initiative kam, legte die Verwaltung kurzerhand den Vorschlag vor, den Rathausvorplatz mit Märchenfiguren zu verschönern.

Seine Fraktion habe 2015 einen Alternativvorschlag zur Marktumgestaltung vorgelegt, erklärt Peter Wendekamm, Vorsitzender der Fraktion der Linken. „Jetzt geht es aber nur um die Neugestaltung des Rathausvorplatzes. Was wir überhaupt nicht wollen ist eine neue Marktdiskussion.“ So ähnlich sieht es auch Uhrmachermeister Matthias Bendig. „Bloß nicht wieder eine Baustelle. Wir lebten fünf Jahre im Dreck. Das einzig kluge wäre, eine Asphaltdecke über den Platz zu legen“, findet er.

Ladenbesitzerin Birgit Thesenvitz würde gern zumindest den Brunnen verändern. „Der hat nicht mal eine Fontäne und ist auch zu weit in den Verkehr gezogen, so dass Kinder dort nicht spielen können.“Das Bedürfnis nach verbesserter Verweilqualität erkennen auch Uta Grundig und Viola Hempelt aus der Stadtinfo. „Wir werden von Urlaubern oft gefragt, wo man einen Kaffee trinken und zugleich die Kinder laufen lassen kann.“ Das aber ginge nur, wenn der Markt verkehrsberuhigt wäre.

In dem Fall sollte zumindest sichergestellt sein, dass Kunden kurzzeitig an ihr Ziel gelangen, findet Optiker Joachim Wick. „Vor allem alte Menschen kommen zu Fuß schwer hier hoch.“ Vielleicht ließe sich das durch eine Anlieger-Regelung und einige Kurzzeitparkplätze erreichen, so Wick.

Andreas Ullrich wohnt in der Königsstraße, die er gern zur Einbahnstraße machen würde. „Warum müssen Reisebusse, die Urlauber vom Mönchgut zu den Störtebeker-Festspielen bringen, durch die Königsstraße über den Markt und am Storchennest vorbei fahren?“, fragt Ullrich. „Urlauber sollten mit der Kurkarte den Bus nutzen können und Radfahrer hat man generell vergessen“, so Ullrich. „Wir brauchen ein Konzept für die Entwicklung der Innenstadt inklusive der Verkehrsführung“, meint Stadtvertreter Oliver Cornelius (Bürger Bündnis Bergen), der die Idee eines autofreien Marktes ins Gespräch brachte. Dabei solle auch ein Alleinstellungsmerkmal herausgearbeitet werden. Schließlich sei Bergen auch historisch immer Inselhauptstadt und Sitz der Rügenfürsten gewesen. Auch Bianca Pahnke (FDP) ist „definitiv für eine voll- oder teilberuhigte Zone in der Innenstadt“. Der Durchgangsverkehr gehöre in die Ringstraße und auf dem Markt sollten Verweileinrichtungen und Grünflächen entstehen. „Schöne Verweilplätze mit Sehenswürdigkeiten und einer Fontäne wie auf dem Alten Markt in Stralsund“ wünscht sich auch Kristine Kasten (SPD), die ebenfalls „den Verkehr zurückdrängen“

möchte. Um Parkraum zu schaffen, sei schon über eine Tiefgarage oder eine Verbindung vom Parkhaus am Sana-Krankenhaus über die hängenden Gärten bis zum Haus der Makler nachgedacht worden. Vielleicht bekommt Bergen am Ende seinen eigenen Schrägaufzug? „Gut würde es sich machen, wenn wir das alte Ensemble am Markt 1 einbeziehen könnten, das sich gut für ein Restaurant oder auch einen Biergarten eignen würde“, glaubt Kristine Kasten. Das aber befindet sich in Privatbesitz und wird von einem Selliner Makler für 415 000 Euro angeboten. Gerhard Schalle (80) hat schon von vielen Ideen zu dem Thema gehört und sagt: „Die Marktumgestaltung scheint in Bergen eine Art Obsession zu sein.“

Uwe Driest

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