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Rügen Hafen Glowe: Ab September wird gebaut
Vorpommern Rügen Hafen Glowe: Ab September wird gebaut
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00:00 13.04.2017
Die Zukunft des Wasserwanderrastplatzes in Glowe: Die beige Linie, die parallel im Vordergrund verläuft, markiert den Weg, der zum Königshörn führt. Bis kurz davor werden neue Parklpätze und eine neue Slipanlage gebaut. 60 neue Liegeplätze entstehen entlang der Uferline im ausgebaggerten Hafenbecken sowie an zwei Schwimmstegen (links und rechts im Bild). SKIZZE: IWR/OZ
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Glowe

Thomas Mielke macht Druck und Dampf: „Ab 1. September wird gebaut“, kündigt der Glower Bürgermeister an. Mit Hochdruck sollen ab dann neue Spundwände am Königshörn in den Sand- und Mergeluntergrund am Hafen gerammt werden. Im September beginnt der Ausbau des kommunalen Wasserwanderrastplatzes. Dann gibt es von der Ramme – akustisch – auch was auf die Ohren.

Die Gemeinde erweitert den kommunalen Wasserwanderrastplatz um 60 Liegeplätze

Ruhig geht es im maritimen Anleger der Gemeinde am markanten Kliff „Königshörn“ schon heute nicht mehr zu. Während andere Inselkommunen wie Sassnitz, wo am zurückliegenden Wochenende gerade die Saisoneröffnung gefeiert wurde, darauf warten, dass sich die Liegeplätze an den Marinastegen im Hafen langsam füllen, ist in Glowe schon kaum noch einer zu bekommen. Der Wasserwanderrastplatz steht bei Sportanglern hoch im Kurs. Die Lage ist super. Von Glowe aus sind die Petrijünger schnell an den Fanggründen für Lachs. Der hat Saison. Das spürt Hafenmeister Gerd Hasselberg schon seit Anfang März. Im Glower Hafen herrscht Hochbetrieb. Oft ist die Nachfrage größer als das Angebot. Das sind – in Zahlen ausgedrückt – 100 Liegeplätze.

„Deshalb erweitern wir den Hafen“, schlussfolgert Thomas Mielke. Und liefert Zahlen hinterher: „Um 60 Liegeplätze.“ Diese Erweiterungspläne manifestierten die Glower Gemeindevertreter bereits mit einem Ende 2012 gefassten Grundsatzbeschluss und beantragten eine Förderung für das Millionen-Projekt. Anfang August des vergangenen Jahres flatterte der Kommune der Zuwendungsbescheid über knapp 2,8 Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium MV ins Haus. Damit sind 90 Prozent der Kosten des insgesamt 3,1 Millionen Euro teuren Vorhabens gedeckt, für das die Kommune vom Land zudem 156179 Euro Kofinanzierungsmittel bekommt.

Nicht zum Saisonauftakt, aber nach den Sommerferien soll gebaut werden. „Wir haben die Submission schon durchgeführt“, sagt Thomas Mielke. „Sie ist gut gelaufen. Wir liegen im Kostenrahmen.“ Vergeben wurden die Wasserbauleistungen und damit ein Auftrag mit einem Volumen von mehr als 2 Millionen Euro. Ausführen werden ihn die Colcrete von Essen GmbH und die Bergener Tief- und Wasserbaufirma TIEWA gemeinsam. Sie haben als Bietergemeinschaft den Zuschlag bekommen. „Und sich gegen drei weitere Anbieter durchgesetzt“, weiß Thomas Ulrich, der das Bauamt im Amt Nord-Rügen leitet.

„Zur Baustelle wird ab Herbst der Hafen- und Uferbereich, der am Kliff liegt“, erläutert der Bauamtsleiter. Noch befinden sich dort ein geschotterter Platz und die alte Slipanlage. Nicht nur sie soll durch eine neue ersetzt werden. Auf diesem Areal sollen die Erweiterungspläne umgesetzt werden. „An der Stelle wird der Hafen wachsen“, sagt Thomas Ulrich. Dafür wird auf der kompletten Länge von der Außenmole bis zur Mole mit dem Zugang zum Hafen zunächst eine neue Spundwand ins Erdreich getrieben. Laut Plan sollen die Rammarbeiten bis Dezember abgeschlossen sein.

Anschließend wird das flache Hafenbecken ausgebaggert. „Rund 10000 Kubikmeter werden es werden“, schätzt Ulrich. Vorwiegend sei es Sand, der für den Küstenschutz gleich wieder verbaut werde.

Ausgebaggerter Geschiebemergel müsse abtransortiert werden. Entlang der neuen Spundwand „und an zwei neuen Schwimmstegen links und rechts sollen dann die 60 neuen Liegeplätze errichtet werden“, erläutert er. Auf dem Vorplatz werden etwa 45 neue Parkplätze gebaut. Bis zur Saison 2018 soll – laut Plan – alles fertiggestellt sein. Thomas Ulrich: „Ein ehrgeiziges Ziel.“

Millionen-Projekt

100 Liegeplätze gibt es gegenwärtig im Glower Hafen, an denen Freizeitkapitäne und Sportangler ihre Leinen überwerfen können. Dieser Anlaufpunkt ist noch ein relativ junger. Ende Mai 2000 wurde der Wasserwanderrastplatz nach zweijähriger Bauzeit in Betrieb genommen.

3,1 Millionen Euro investiert die Gemeinde in die Erweiterung der Liegekapazitäten um 60 Plätze in ihrem kommunalen Anleger sowie dafür zu leistender Ausgleichsmaßnamen. Die Pläne sehen bereits eine neue Schiffstankstelle vor. Für die wird schon mal ein Platz reserviert, gebaut werden soll sie später.

Udo Burwitz

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