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Rügen Pferd verschwunden: Wo ist Maverick?
Vorpommern Rügen Pferd verschwunden: Wo ist Maverick?
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10:54 22.11.2018
Der schwarz-weiße Lewitzer-Wallach Maverick wurde einer Familie anvertraut und ist seither verschwunden. Quelle: Uwe Driest
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Rügen/Greifswald/Stralsund

Maverick sei einer Familie anvertraut worden und dann verschwunden, lautet der Vorwurf, den die Eigentümerin erhebt. Der Lewitzer-Wallach gehört oder gehörte – da streiten sich die Parteien – Yvonne v. Blücher aus Hannover. Ihre Familie hat einen Zweitwohnsitz in Boldevitz auf der Insel Rügen und brachte dort vor drei Jahren das Pferd unter. „Maverick war für uns Familienmitglied, Freund und Reitkumpel und sollte nach einigen Jahren seiner treuen Arbeit mehr Wiesenfreiheit und sattes Grün genießen dürfen“, sagt Yvonne v. Blücher. Sie brachte ihn auf den Hof von Martina Hermann in Viervitz, wo ihn im Sommer 2016 die spätere Beschuldigte sah, die ein Pony für ihre zwei Kinder gesucht habe.

Die junge Mutter wohnte mit ihrem Lebensgefährten auf dem gepachteten Moritzhof in der Nähe von Greifswald. Yvonne v. Blücher stimmte dem Umzug zu unter der Voraussetzung, dass ein sogenannter Schutzvertrag abgeschlossen würde, „um dem Pferd bis an sein Lebensende eine artgerechte Haltung und Versorgung zu gewährleisten“. Explizit festgehalten ist in dem Vertrag, dass dem ursprünglichen Eigentümer im Falle einer beabsichtigten Weitergabe ein Vorkaufsrecht eingeräumt wird.

Yvonne v. Blücher habe eine Weile noch ein paar Fotos aus dem neuen Heim erhalten, aber dann sei es still geworden um den heute 17-jährigen Maverick. Weil sie aus gesundheitlichen Gründen mehrere Monate nicht nach Rügen habe fahren können, habe sie erst im Mai dieses Jahres mit der Käuferin Kontakt aufnehmen können. „Dabei erfuhr ich, dass das Paar sich getrennt hätte und der Ex-Mann die Pferde mitgenommen habe. Danach war kein telefonischer Kontakt mehr möglich“, so v. Blücher. Ihre Anrufe und Benachrichtigungen seien ebenso ignoriert worden wie jene von Martina Hermann.

Bei Yvonne v. Blücher schrillten die Alarmsirenen. „Als Pferdebesitzerin habe ich schon einiges über unredliche Geschäfte mit Pferden gehört“, sagt sie. Es gäbe immer wieder Meldungen über den Handel mit Gnadenbrot-Pferden, die letztlich ihr Ende auf einem Schlachthof finden oder die Praxis in der Pferdeszene, Tiere „gesundzuspritzen“, um sie teuer weiterverkaufen zu können. Damit würden skrupellose Händler den Gewissenskonflikt von Pferdehaltern ausnutzen, die im Fall einer Verletzung oder der altersbedingten „Unreitbarkeit“ ihres Vierbeiners oder anderer Handicaps einen Altersruhesitz für ihr Pferd suchen. Obwohl es im vorliegendem Fall keinen Hinweis auf eine derartige Praxis gab, wollte sich v Blücher vergewissern.

„Bis sich das Paar trennte, lief es eigentlich ganz gut“, sagt Anne-Catrine Hult Eckel, die mit ihrem Mann den Hof bei Greifswald verpachtete. Beide sind um die 70 Jahre alt und hatten sich darüber gefreut, „junge Leute mit Pferde-Verstand gefunden zu haben“. Die 31-jährige Beschuldigte betreibt heute Geschäfte in Stralsund, Greifswald und Grimmen und wundert sich über die Aufregung zwei Jahre nach dem Geschehen. „Bis vor Kurzem hatte ich die Kontaktdaten von Frau v. Blücher gar nicht“, sagt sie. Den Hof in Viervitz auf Rügen habe sie aber über den Ortswechsel des Pferdes informiert. Dort habe man offenbar nicht reagiert. Dessen Inhaberin bestreitet das.

Martina Hermann schließt in derartigen Fällen routinemäßig einen Schutzvertrag ab, der dem Pferd Sicherheit geben soll. So auch im Fall von Maverick. „Wir möchten unbedingt herausfinden, was mit unserem Pferd passiert ist“, sagt Yvonne v. Blücher. Weil eigene Nachforschungen nicht weiterführten und die Beschuldigte sich geweigert habe, den Aufenthaltsort des Pferdes zu nennen, erstattete Yvonne v. Blücher schließlich Anzeige wegen Unterschlagung.

„Ich verfüge immer noch über die Eigentumsurkunde und zahle auch die Versicherung für das Pferd weiter“, sagt v. Blücher. „Wenn wir sicher sein können, dass es Maverick gut geht, würden wir den neuen Besitzern die Urkunde übergeben.“ Tochter Paula postete eine Suchanzeige auf der Facebookseite „Mecklenburger Reitervolk“. „Ich bin geschockt und versuche, hier Hilfe zu finden, weil es uns wirklich nicht leicht gemacht wird, zu erfahren, ob Maverick überhaupt noch lebt“, schrieb die 20-jährige Pfederliebhaberin und erhielt Antwort. Unter dem Namen Bianca Drews antwortete eine „Bekannte der Vorbesitzer“, sie kenne den Aufenthaltsort des Pferdes, dem es gut ginge. Allerdings wünschten die aktuellen Besitzer keinen Kontakt zu den ursprünglichen Eigentümern. Aus Datenschutzgründen seien ihr daher die Hände gebunden. „Wenn Sie ihnen die Urkunde trotzdem übermitteln möchten, kann ich ihnen meine Adresse geben und ich schicke sie dann weiter.“

Der Beschuldigten zufolge lebt Maverick heute in der Nähe von Neustrelitz. Die Geschäftsfrau hat sich derweil einem weiteren Verfahren zu stellen. Gegen sie war bereits im September 2014 Anzeige wegen Betrugs erstattet worden. Ihr wurde vorgeworfen, „Eigenschaften eines Pferdes arglistig verschwiegen“ zu haben. Ein Strafbefehl über 1200 Euro erging bereits. Aber nur, weil der irrtümlich an ihren damaligen Lebensgefährten zugestellt worden wäre und sie daher nicht fristwahrend habe Einspruch einlegen können, so die Beschuldigte. Der Verhandlung sieht sie gelassen entgegen. „Ich habe bereits das zivilrechtliche Verfahren in derselben Sache in allen Punkten gewonnen, und so wird es auch diesmal ausgehen.“

Uwe Driest

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