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Rügen Heidebergfest in Baabe: Die Sause des Jahres
Vorpommern Rügen Heidebergfest in Baabe: Die Sause des Jahres
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18:04 04.08.2019
Immer gefüllt: Einheimische und Urlauber schwofen über die Tanzfläche. Die Rügener Band Holiday Party Express spielte gute fünf Stunden.
Immer gefüllt: Einheimische und Urlauber schwofen über die Tanzfläche. Die Rügener Band Holiday Party Express spielte gute fünf Stunden. Quelle: Gerit Herold
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Baabe

Ein ganzes Dorf scheint auf den Beinen an diesem Wochenende. Baabe hat zur großen Sause eingeladen. Am Heideberg feiern die Einwohner den Sommer, die Saison und vor allem sich selbst. Das Ungewöhnliche: Hinter den Tresen und Essständen stehen Mitglieder von Baaber Traditionsvereinen und bedienen die Gäste. Schon seit Monaten laufen die Vorbereitungen. Mit im Boot sind der Sportverein Blau-Weiß Baabe, der Angelsport ASV „To Beek“, der Förderverein der Baaber Wasserwehr und der Sportbootverein. Die Kurverwaltung organisiert und finanziert das Programm mit Musik und Kinderclown, Bühne, Tische, Bänke und Tanzfläche.

Die Männer an der Quelle: Sven Yström, Matthias Hänsel und Torsten Binz sorgten für kühle Getränke. Quelle: Gerit Herold

„Der Bürgermeister lädt immer vorher zu einem Treffen ein und jeder sagt, was er machen will“, erklärt Torsten Binz, seit Mai Vorsitzender von Blau-Weiß. Am Donnerstag richten dann alle zusammen das Festgelände her. Wo früher die Fischer ihre Netze und Reusen zum Trocknen ausbreiteten, wird seit fast zwei Jahrzehnten am ersten Augustwochenende das Heidebergfest begangen – da, wo der Ursprung des Ortes liegt, wo das quirlige Ostseebad Baabe noch ganz beschauliches Dorf ist. Der Heideberg ist eine kleine Anhöhe mitten in „Alt-Baabe“, die in die Baaber Heide führt, gelegen an der Ecke Dorf- und Bollwerkstraße. Seit ein paar Jahren stoßen zu der zweitägigen Party auch immer mehr Urlauber hinzu sowie Gäste aus den Nachbarorten. Denn das einst kleine Dorffest hat sich zum Höhepunkte im Baaber Veranstaltungskalender gemausert.

An die bescheidenen Anfänge erinnert sich Hennry Hänsel, 16 Jahre lang Vorsitzender von Blau-Weiß, noch gut. „Begonnen hat 1999 alles damit, als die Dorfstraße saniert wurde.“ Die Fertigstellung begingen die Baaber mit einem Straßenfest. Damals trafen sie sich dazu noch auf dem Hof der alten Schule, wo sich heute der Kindergarten befindet. „Einheimische Vereine waren damals aufgerufen, sich an der gastronomischen Betreuung zu beteiligen“, so Hänsel. Das Fest war eine gelungene Sache. Deshalb beschloss man eine Fortsetzung. „Auch weil so eine Veranstaltung zum Dorfleben dazu gehört und die Dorfgemeinschaft zusammenhält“, so Hänsel.

Madlen Fründt reichte leckere selbstgemachte Fischbrötchen. Quelle: Gerit Herold

Die zweite Auflage des Dorffestes fand dann am Heideberg statt, weil dort mehr Platz ist. „Die ersten Jahre haben wir Frauen der Heidesänger selbstgebackenen Kuchen verkauft und wir hatten dabei die Mönchguter Tracht an“, erzählt Gerda Mathis (75) und zeigt ein Bild auf ihrem Handy. Auf dem Foto sind auch noch Marianne Wiegand und Hannelore Husman zu sehen. Das dritte Fest fiel beinahe ins Wasser. Doch die Partygäste fanden im Regen schnell Unterschlupf in der alten Halle der früheren Fischerkompanie.

Die „Powerfrauen“ Theresa Yström, Antje König und Tina Sternke (v.l.) hatten Melonen- und Pfirsichbowle angerichtet. Quelle: Gerit Herold

Traditionell beginnt das Dorffest am Freitagabend mit dem Angrillen. Von Anfang an dabei ist Theresa Yström. Die Baaberin gehört den den „Powerfrauen“ von Blau-Weiß. Die Damen haben leckere Waldmeister- und Zitronenlimonade angerichtet sowie Melonen- und Pfirsichbowle. Während Antje König und Tina Sternke die Getränke an die Gäste bringen, reicht Madlen Fründt herzhafte Fischbrötchen mit Lachs und Matjes über die Theke. Monika Tech backt emsig Waffeln.

Eine echte Herrenrunde gibt es am Grill, den der Angelverein aufgestellt hat. Torsten Hoffmann, Hans-Dieter Stender, Dieter Steder, Uwe Brandt und Karsten Tredup haben alle Hände voll zu tun, denn die Steaks und Bratwürste in frischen Brötchen von Bäcker Schmidt sind begehrt. Peter Marquard und Andrea Brandt helfen auch mit.

„.Es ist ein Fest, in dem sich alle einbringen. Am Freitag sind bei uns immer die alten Herren am Stand, am Sonnabend die erste Mannschaft“, so Torsten Binz, der als Kind im Verein zu kicken anfing. Die Einnahmen kommen den Vereinen zu gute. „Wir stecken es in den Jugendbereich, in Trainingsbedarf oder Ausflüge“, so der Chef des Vereins, der 200 Mitglieder hat. Damit der Rubel rollt, sorgen Matthias Hänsel, Sven Ytström und Sohn Ole für kühles Bier und Sommer-Drinks. Sie haben wie die Helfer am Ausschank des Wasserwehrfördervereins T-Shirts mit der Aufschrift „Party Team“ an. Deutlich auffälliger ist das Arbeits-Outfit von René Fründt, der mit Andreas Giertz und Andreas Klar an der Pommesbude des Sportbootvereins für Umsatz sorgt. Mit Hut, Halstuch und Schürze in Giftgrün avanciert René Fründt zu Baabes „Cordula Grün“. Den gleichnamigen Partykracher muss die Rügener Band Holiday Party Express im Laufe des Abends gleich mehrmals spielen. Schon beim Soundcheck schwangen die Ersten das Tanzbein. Nun wird es richtig eng. Einheimische und Urlauber schwofen ausgelassen über die hölzerne Tanzfläche, über die bunten Partylampen hängen. Gegen Mitternacht krönt eine Lasershow das Fest. Der Baaber Heideberg wackelt noch bis in die Morgenstunden.

„Cordula Grün“ alias René Fründt (l.), Andreas Giertz und Andreas Klar waren die Drei von der Pommesbude des Sportbootvereins. Quelle: Gerit Herold

Gerit Herold

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