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Rügen Hiddensee: Kruses Postkarten-Geschichten
Vorpommern Rügen Hiddensee: Kruses Postkarten-Geschichten
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00:05 06.04.2018
Postkarte als Zeitdokument: Die Lietzenburg oberhalb von Kloster, das Areal war damals noch unbewaldet, nimmt Gestalt an. FOTOS (2): CHRIS HEROLD
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Kloster

Aller guten Dinge sind drei: Entgegen der Verfahrensweise in der Vergangenheit ist das Heimatmuseum Hiddensee in diesem Jahr nicht der Schauplatz einer, sondern von drei Sonderausstellungen. Bis Ende April ist „Post von Os“ zu sehen, es folgt bis Oktober „Geschichte(n) erleben“ und schließlich von November bis April 2019 „Der Winter 1978/79“.

Oskar Kruse (1847 – 1919)

So wird bis ins nächste Jahr hinein „ein großes Stück Hiddensee-Geschichte“ präsentiert, wie es Kurdirektorin Katrin Köppen vor Kurzem sagte. Möglich ist dies, weil die Gemeinde Sammlungen angekauft hat. So auch 35 Postkarten – bemalt, gezeichnet, beschrieben von Oskar Kruse (1847 – 1919), dem Erbauer der Lietzenburg – zu sehen in der Sonderschau „Post von Os“.

Der Maler und Holzhändler hatte 1899 Hiddensee erstmals besucht und verliebte sich in die Landschaft. Von der Stadt Stralsund erwarb er schließlich ein Grundstück oberhalb von Kloster, um dort eine Künstlerkolonie zu gründen. Da die Hansestadt es zur Bedingung gemacht hatte, mindestens zehn neue Häuser zu errichten, versuchte Kruse, Mitstreiter zu finden und für das Vorhaben zu begeistern – auch mit von ihm gemalten Postkarten. Die 35 hatte er zwischen 1902 und 1905 sämtlichst an seinen Freund, den Charlottenburger Sanitätsrat Dr. Erich Friedel gerichtet. Der sammelte die, und sie ergeben in ihrer Gesamtheit ein Bild der damaligen Situation auf Hiddensee und sind somit Zeitgeschichte in Bildern.

In einer ersten Serie spiegelt sich das schließlich vergebliche Warten auf die Ankunft von Dr. Friedel auf Hiddensee wider. Auf den Postkarten zeichnete Kruse seinen Weg vom Vitter Norderende bis zum Bollwerk Kloster nach. Die erste Karte von insgesamt 23 ist am 26. September 1902 auf 11 Uhr datiert. Dokumentiert ist auch die Ankunft des Dampfseglers „Caprivi“ um 16.15 Uhr – ohne Dr. Friedel.

Kruse ist enttäuscht, macht sich auf den Rückweg nach Vitte, wo er gegen 18 Uhr das Quartier erreicht – siehe Postkarte.

In einer zweiten Serie dokumentiert Kruse gegenüber dem Sanitätsrat den Bau der Lietzenburg von den Anfängen bis zum Ende. Und auf den Karten verzichtet der Bauherr auch nicht auf Kommentare: „Die verfluchten Kerle haben doch wahrhaftig das Fenster vergessen“ oder „Da steht der Onkel nun ganz erhaben und thut sich an dem Sparrwerk laben“.

In der Folge wurde die Jugendstilvilla zu Kruses Sommersitz und zum Treffpunkt verschiedener Künstler. Gerhart Hauptmann, Thomas Mann, Max Reinhardt, Albert Einstein und Gustav Hertz gehörten zu den Gästen.

Nach Kruses Tod am 10. August 1919 in Kloster erbten Max Kruse (Bildhauer) und dessen Ehefrau Käthe, die bekannte Puppenmacherin, das Anwesen und setzten die Tradition fort. Ab 1949 war die Lietzenburg Erholungsheim der Universität Greifswald. Nach der Wende kam sie in den Besitz der Kruse-Erben, des Kinderbuchautors und Urmel-Erfinders Max Kruse (Jahrgang 1921). Der aber zeigte kein Interesse an der Villa und verkauft sie weiter. Nach einem erneuten Eigentümerwechsel nahm der heutige Investor die Geschicke der Lietzenburg in seine Hände. Die ist nach der Sanierung seit 2013 das Ziel von Feriengästen.

Heimatmuseum Hiddensee in Kloster geöffnet täglich von 10 bis 15 Uhr

Chris-Marco Herold

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