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Rügen Hiddensee ehrt engagierte Insulaner
Vorpommern Rügen Hiddensee ehrt engagierte Insulaner
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18:39 25.01.2019
Hiddensees Bürgermeister Thomas Gens (l.) ehrt Detlev Dürtler für sein Engagement zum Wohl der Insel. Quelle: Jörg Mehrwald
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Hiddensee

Ehre wem Ehre gebührt: Drei Hiddenseer sind beim ersten Neujahrsempfang auf der Insel zwischen Bodden und Ostsee geehrt worden. „Ihr Herz schlägt nicht nur für unsere Insel, sie engagieren sich auch in verdienter Weise und seit Jahren für unsere Insel“, machte Bürgermeister Thomas Gens in diesem Zusammenhang beim Premierenempfang im Zeltkino in Vitte. Und deshalb gehörte die dortige Bühne kürzlich Eric Schluck, Carsten Berlin und Detlev Dürtler.

Letztgenannter ist noch ein bisschen mehr Hiddenseer als die anderen beiden Geehrten. Denn Dürtler wurde auf dem Eiland geboren – 1944 in Kloster. Dort, gleich am Hafen, betreibt er seit vielen Jahren den Hafenkiosk, der, so Gens, „370 Tage im Jahr geöffnet ist“. Und trotzdem schaffe es Dürtler noch, für die Gemeinde seit Jahren unermüdlich im Einsatz zu sein – als Gemeindevertreter und auch als gelernter Starkstromelektriker und Elektromeister. Als solcher steht der Mann mit der Rot-Grün-Schwäche, die sich in seiner Sockenwahl niederschlägt, bereit, wenn Krisen zu bewältigen sind, wenn bei Hafen- und anderen Festen die Strömlinge Ärger machen. Der Familienvater und vielfacher Opa freute sich natürlich über die Ehrung, wollte aber eines klar gestellt haben: „Mein Kiosk ist 390 Tage im Jahr geöffnet.“

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Hiddensee leistet sich gerne drei Feuerwehren“, unterstrich Bürgermeister Gens, und Eric Schluck trägt dafür Sorge, dass denen gut ausgebildeter Nachwuchs zur Verfügung steht. Denn der gelernte Vermessungstechniker, in Bergen geboren und in Vitte aufgewachsen, ist seit 2010 der Jugendfeuerwehrwart auf Hiddensee. Und als solcher erfolgreich. „Bei uns sind derzeit 16 Kinder und Jugendliche dabei. Die waren bei Wettkämpfen schon sehr erfolgreich und haben einige Pokale gewonnen“, machte Schluck deutlich. Auf die Mitgliederzahl der jungen Truppe nahm Bürgermeister Gens noch einmal Bezug: „Das sind etwa 30 Prozent unser Schulkinder.“

Apropos Schulkinder. Dass diese schwimmen können – daran hat Carsten Berlin einen maßgeblichen Anteil. So stellt der Hotelier, der 1967 in Rostock geboren wurde, ein Schwimmbad für die Ausbildung der Mädchen und Jungen zur Verfügung. Darüber machte Berlin beim Empfang nicht viel des Aufhebens: „Das ist kein Problem, wenn so ein Bad schon mal da ist. Und außerdem macht es sich ganz gut, dass sie erst schwimmen und dann segeln lernen.“ Denn Letzteres ist das nächste Projekt, das Carsten Berlin verfolgt.

Der Neujahrsempfang war gleichzeitig auch die Gelegenheit, um Bilanz zu ziehen und in die Zukunft zu blicken. Thomas Gens hob für 2018 zwei Projekte, von denen jeweils der Inselnachwuchs profitiert hat. Zum einen war dies der Neubau der Kindertagesstätte am Wiesenweg in Vitte, in der für die Mädchen und Jungen nunmehr mehr Platz zur Verfügung steht. Die Kapazität der Einrichtung wurde auf 66  Plätze erhöht. Die alte Kita war für 48 Mädchen und Jungen zugelassen. Anfang der Achtzigerjahre gebaut, ließ ihr zuletzt schlechter Bauzustand nur noch den Abriss zu.

Zudem lernen die Inselkinder wieder in einer schicken Schule. Das 130 Jahre alte Gebäude war in einem schlechten Zustand – mit Feuchtigkeitsschäden im Mauerwerk. „Deshalb mussten die Fassade und auch das Dach komplett saniert werden – bei laufendem Unterrichtsbetrieb. Knapp 600 000 Euro hat dieses Projekt gekostet.

Beim Blick in die Zukunft rückt der Hafen von Vitte in den Mittelpunkt. Den wollen die Hiddenseer ausbauen und auch eine Mole errichten, da der Hafen derzeit bei starken Ostwinden nicht geschützt ist. Mit dem Ausbau des Hafens soll dessen Fläche maßgeblich vergrößert werden – vom Anleger der „Vitte“ bis hinters gesunkene einstige Hotelschiff „Caprivi“. Das wollen die Hiddenseer, sofern die Inkommunalisierung der Wasserfläche genehmigt wird und sie somit in Gemeindeeigentum übergeht, entsorgen lassen. Zudem sollen neben anderem auch zusätzliche Liegeplätze für Sportboote geschaffen werden.

Ist dies ohne Zweifel ein Blick in die fernere Zukunft, so wollen die Hiddenseer noch in diesem Jahr dem Diesel ade sagen. Der seit 2007 eingesetzte Inselbus soll durch einen E-Bus ersetzt werden.

Chris Herold